Akai GX 400 pro

Akai GX 400D

Akai GX-400D / Pro: Das japanische Eisen-Schwein für die Ewigkeit

Wenn wir bei Mackern über Akai sprechen, dann schwingt immer ein bisschen Ehrfurcht mit – zumindest bei den Boliden aus den 70ern. Die Akai GX-400D ist kein bloßes Abspielgerät, sie ist ein Statement aus einer Zeit, als Japan zeigen wollte, dass man keine Spielzeuge baut, sondern audiophile Monumente.

Wer dieses Trumm von einer Maschine einmal live gesehen hat, weiß: Hier wurde nicht am Material gespart. Das ist kein HiFi-Plastik, das ist Maschinenbau in Reinkultur. Ein Gerät, das eher nach Werkstatt und Studio riecht als nach Wohnzimmer-Schrankwand.


GX-Köpfe: Glas für die Ewigkeit

Das magische Kürzel „GX“ steht für Glass & X’tal Ferrite. Was sich heute nach Marketing-Sprech anhört, war in den 70ern eine echte Ansage. Die Köpfe sind in einer Schicht aus Glaskristall eingebettet. Das Material ist so unfassbar hart, dass es praktisch keinen nennenswerten Abrieb gibt. Wer eine GX-400D kauft, muss sich um das Thema „eingelaufene Köpfe“ meist keine Sorgen machen. Das ist pure Nachhaltigkeit, lange bevor das Wort zum Trend wurde.

38 cm/s und das „Pro“-Gen

Die GX-400D gab es in verschiedenen Versionen. Die Standard-Viertelspur ist ein feines Teil, aber die Zweispur-Version (Pro) ist das, wonach wir wirklich suchen. Warum? Weil sie die magischen 38 cm/s (15 ips) beherrscht. Wer einmal ein Masterband mit dieser Geschwindigkeit gehört hat, stellt sich die Frage nach CD oder Streaming nicht mehr. Die Dynamik und die schiere Gewalt im Bassfundament sind phänomenal.

Die Varianten im Überblick:

  • GX-400D: 4-Spur Stereo-Version mit Auto-Reverse.
  • GX-400D SS: 4-Spur / 4-Kanal (Quadro)-Version.
  • GX-400D PRO: Semiprofessionelle 2-Spur-Maschine (High Speed).
  • GX-400D PRO Separate: Seltene Variante mit getrenntem Aufbau.

Laufwerk und Mechanik: Panzerbau

Das Laufwerk verfügt über drei Motoren und zwei Tonwellen. Die GX-400D war der erste Heimrekorder von Akai mit einem geschlossenen Bandlaufwerk (Closed Loop Capstan). Diese Konstruktion sorgt dafür, dass die Bandspannung im Bereich der Köpfe immer stabil bleibt – unabhängig vom Zustand der Wickelmotoren.

Besonders clever gelöst: Die Schwungmassen sind so konstruiert, dass beim Richtungswechsel (Auto-Reverse) das Band zwischen den Tonwellen immer perfekt gespannt bleibt. Ein mechanisches Meisterwerk, das deutlich zuverlässiger arbeitet als viele spätere Konstruktionen der Konkurrenz.


Technische Daten: Akai GX-400D (Pro)

Feature Spezifikation
Motoren 3 Motoren (AC-Servo Capstan)
Köpfe GX-Glaskristallköpfe (verschleißfrei)
Bandgeschwindigkeiten 9.5 / 19 / 38 cm/s (Pro-Version)
Frequenzgang (38 cm/s) 20 Hz – 27.000 Hz (± 3 dB)
Gleichlaufschwankungen < 0,035% (bei 38 cm/s)
Gewicht ca. 31,2 kg
Abmessungen (BHT) 457 x 590 x 240 mm

Fazit: Ein Klassiker ohne Kompromisse

Die Akai GX-400D repräsentiert eine Ära, in der analoge Technik ihren absoluten Zenit erreichte. Sie verbindet technologische Innovation mit einer Handwerkskunst, die heute unbezahlbar wäre. Klanglich ist sie eine Macht – sie färbt nicht unnötig, gibt der Musik aber diesen analogen „Schmelz“ und eine räumliche Tiefe, die man digital oft vermisst.

Lohnt sich der Einstieg heute noch? Definitiv! Wer den Platz und den stabilen Tisch hat, bekommt ein Stück Audio-Geschichte. Aber Vorsicht: Nach 45 Jahren brauchen auch diese Panzer ein bisschen Liebe (Elkos und Mechanik-Service). Wenn sie aber läuft, dann zeigt sie vielen modernen Geräten, wo der Barthel den Most holt.

Mackern-Faktor: 9/10