JVC AX 1100

JVC AX 1100

JVC AX 1100 Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Unterschätzter Bolide mit Victor-Genen

JVC hat hier in der EU kein besonders gutes Image – und wenn ich ehrlich sein soll, bei mir eigentlich auch nicht. Ich persönlich stehe eher auf Geräte, die den Namen Victor tragen und aus demselben Hause stammen. Victor war sozusagen die Edelmarke für den japanischen Markt, während JVC die Consumer-Version für den Rest der Welt darstellte. Der AX 1100 wurde unter beiden Labels vertrieben, doch ein Blick auf die technischen Daten offenbart Erstaunliches: Die Victor-Version wiegt satte 22 Kilo, während der JVC hier in der EU gerade mal 15 Kilo auf die Waage bringt!

Sagenhafte 7 Kilo Gewichtsunterschied sind extrem viel. Bilder vom Inneren verdeutlichen den Grund: Der Victor hat massivere Kühlkörper und ein deutlich größeres Netzteil. Warum JVC solch eine Trennung machte, bleibt mir ein Rätsel. Es ist schade, denn ich habe hier im Grunde eine abgespeckte Version vor mir, was eine objektive Beurteilung erschwert. Aber ich reiße mich zusammen.

Design und Ausstattung der 80er

Das Design ist absolut typisch für die 80er Jahre: Schwarz, schlicht und übersät mit kleinen, orangefarbenen Lämpchen. Nur der Powerschalter leuchtet rot. Die Front bietet alles Nötige: Schalter für die Eingänge, Rec-Selector, Phono-Empfindlichkeit sowie Regler für Treble und Bass. Besonders hervorzuheben ist die „Low Bass“-Funktion, eine Art Bassanhebung, die den Klang angenehm kräftig wirken lässt.

Im Hochtonbereich spielt der AX 1100 für meinen Geschmack bei leisen Pegeln etwas zu spitz, was bei schlecht aufgenommenen Stücken schnell stressen kann. Bei exzellenten Aufnahmen wie Dire Straits’ „Ride Across The River“ setzt er Details wie das Zirpen der Grillen am Ende des Songs jedoch perfekt um – fast so naturgetreu wie mein Luxman L-58A.

Vergleich und klangliches Fazit

Ein passender Vergleichspartner wäre der Akai AM-95. Zwar hat der Akai einen internen Wandler als Bonus, aber weder klanglich noch von der Bauteilqualität oder dem sauberen Innenaufbau her kann der AM-95 mithalten. Der JVC AX 1100 ist somit eine hervorragende und oft günstigere Alternative, sofern man keinen internen Wandler benötigt.

Der JVC AX 1100 ist bei weitem kein schlechter Verstärker. Mit Lautsprechern, die von Haus aus seidige Hochtöner besitzen, spielt er super detailreich und kräftig auf. Er ist definitiv ein unterschätztes Gerät. Dennoch bleibt der fade Beigeschmack, dass uns die noch massivere Victor-Version vorenthalten wurde. In diesem Sinne…


Gesamttabelle – JVC AX 1100

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Leistung (8 Ohm) Sinusleistung (Stereo) 2 x 120 Watt
Leistung (6 Ohm) Sinusleistung (Stereo) 2 x 160 Watt
Audio-Werte Frequenzgang / Klirrfaktor 3 Hz – 100.000 Hz / 0,003 %
Kontrolle Dämpfungsfaktor 150 (an 8 Ohm)
Phono-Sektion Eingänge MM (2,5mV) und MC (0,2mV)
Rauschabstand SNR (Line / MM / MC) 106 dB / 86 dB / 70 dB
Maße Gewicht / Größe 15,0 kg Netto / 43,5 x 16,6 x 44,4 cm (BxHxT)
Historie Jahr / Neupreis 1987 / ca. 2.500,- DM

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