Canton Ergo 930 DC
Canton Ergo 930 DC – Klassiker der deutschen Lautsprecherkunst
Canton – Erfolg aus Taunusstein
Canton gehört zu den wenigen deutschen HiFi-Marken, die sich über Jahrzehnte hinweg im hart umkämpften Markt behaupten konnten. Wenn fähige Menschen aufeinandertreffen, jeder ein Spezialist auf seinem Gebiet ist und sich der eigenen Stärken ebenso bewusst ist wie der Konkurrenz, kann daraus nur Erfolg entstehen.
Die Geschichte von Canton ist so spannend wie die anderer großer Hersteller. Anfang der 1980er-Jahre brachte Canton die erste Ergo-Serie auf den Markt – zunächst als Ergo Aktiv, später folgte die passive Variante Ergo P. Viele meiner Leser wissen, dass ich die passive Version bereits besaß – und ich war, wie heute noch, sehr angetan davon, auch wenn man ihr eine gewisse Härte im Klang nicht absprechen kann.
Taunussound – Cantons akustische Handschrift?
Wenn ich an das Wort „Taunussound“ denke, kommt mir als erstes Canton in den Sinn. Ob Canton diesen Begriff tatsächlich geprägt hat, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Was ich allerdings sagen kann: Der Taunussound gefällt mir – auch wenn ich aktuell stark auf dem Dynaudio-Trip bin.
Im Hörtest – Verstärkerwahl und Klangeindruck
Die Canton Ergo 930 DC ist, wie man es von Canton erwartet, hervorragend verarbeitet. Die Chassis wirken hochwertig und machen einen soliden Eindruck. Als Hochtöner kommt eine Aluminium-Kalotte zum Einsatz. Bevor ich die Lautsprecher probehörte, überlegte ich, welchen Verstärker ich nutzen sollte.
Die erste Wahl fiel auf den Onkyo A-8870. Anfangs machten die ersten Töne durchaus Spaß – doch bereits nach etwa 30 Minuten wurde der Hochtonbereich für meine Ohren unangenehm. Der Klang wurde zunehmend schrill, je wärmer der Verstärker wurde. Schnell wurde mir klar: Der Onkyo ist kein optimaler Spielpartner, da er im Hochtonbereich generell spitz abgestimmt ist.
Besser harmonierte der Marantz 1152DC mit den Canton-Lautsprechern. Erst mit diesem Verstärker konnte ich dem Klang der 930 DC etwas abgewinnen. Die Lautsprecher lieferten endlich das, was sie sollten: Musik! Der Bass war sauber und druckvoll – auch wenn mir die versprochenen 27 Hz weiterhin schleierhaft blieben. Gehört habe ich sie im ersten Hörtest jedenfalls nicht.
Fazit: Ein ausgewogener Lautsprecher mit Charakter
Die Canton Ergo 930 DC trägt ganz klar die Gene der erfolgreichen Ergo-Serie: eine solide Verarbeitung, präzise Technik und ein Klangbild, das auf Klarheit und Dynamik ausgelegt ist. In der Kombination mit wärmer abgestimmten Verstärkern wie dem Marantz 1152DC offenbart sie ihre Stärken am besten. Mit neutraleren oder analytisch spielenden Verstärkern kann der Klang hingegen schnell überbetont und unangenehm im Hochtonbereich werden.
Wer Wert auf echten Tiefbass legt, wird um einen guten Subwoofer nicht herumkommen. Dennoch: Wer ein gut erhaltenes Paar auf dem Gebrauchtmarkt findet, kann sich über ein echtes Stück deutscher HiFi-Geschichte freuen – vorausgesetzt, man stimmt die Kette sorgfältig ab.
Gesamttabelle – Canton Ergo 930 DC
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 2-Wege Bassreflex-Regallautsprecher |
| Bestückung | Chassis | 1x 220 mm Tieftöner, 1x 25 mm Alu-Mangan-Kalotte |
| Audio-Werte | Frequenzgang | 27 Hz (wer’s glaubt…) – 30.000 Hz |
| Belastbarkeit | Nenn / Musik | 85 / 120 Watt |
| Elektrik | Impedanz / Trennung | 4 Ohm / 2.800 Hz |
| Wirkungsgrad | Empfindlichkeit | 87,3 dB (1 W / 1 m) |
| Maße | Gewicht / Größe | 11,0 kg pro Stück / 26,0 x 43,0 x 26,0 cm (BxHxT) |
| Historie | Neupreis (1993) | ca. 1.100,- DM (Paar) |
Ich schätze, Canton gibt den Frequenzgang bei -12 dB an, schreibt das aber nirgendwo dazu!
Hi,
kannst Du die Info verlinken?