Dynaudio Compound 2
Dynaudio Compound 2 High End Lautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Die dänische Präzisions-Zwergin
Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, und für diejenigen, die es noch nicht wissen: Ich bin ein totaler Dynaudio-Fan geworden. Klanglich bieten die meisten Lautsprecher von Dynaudio genau das, was ich erwarte: Neutralität, absolute Langzeithörtauglichkeit, tiefe und trockene Bässe sowie einen Hochtöner, der extrem detailreich spielt, aber zu keinem Zeitpunkt stresst. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, aber ich glaube wirklich fest daran, dass diese Lautsprecher für Menschen gemacht sind, die klanglich „aussteigen“ und das Ende der sprichwörtlichen Fahnenstange erreichen wollen.
Natürlich gibt es auch andere Marken und Hersteller, die ebenso fantastische Lautsprecher produzieren, doch diese liegen meist preislich genau dort, wo ich im Moment noch nichts zu suchen habe. Als Beispiel führe ich immer gerne die Contour 1.8 MK II oder die 1.3 MK II bzw. SE auf. Das sind erschwingliche Tröten, die bei allen Pegeln Spaß machen – vorausgesetzt, der Verstärker hat ordentlich Dampf hinter den Ohren!
Die Compound-Serie: Leistung als Pflichtprogramm
Vor einigen Jahren hatte ich die Compound 3, die in allem, was sie bot, eine kleine klangliche Göttin für mich war. Die Compound 2 (die Zahl steht hier für die Wege) ist sozusagen die kleinere Schwester und ist ebenfalls ein geschlossenes System. Dass diesen Lautsprechern massive Leistung vom Verstärker abverlangt wird, sollte man bei Dynaudio niemals in Frage stellen – es ist schlichtweg Pflichtprogramm.
Angeschlossen an einen kräftigen Verstärker bzw. eine potente Endstufe spielt die Compound 2 so unglaublich groß auf, dass man kaum einen Standlautsprecher vermisst – natürlich immer etwas raumbedingt. Für die 20 m², die mir zur Verfügung standen, machte die kleine Zwergin alles, aber auch wirklich alles so gut, dass ich dazu geneigt war, diese Bestien dauerhaft zu behalten. Doch wohin mit all dem, was man behalten will? Viele würden sicherlich jetzt behaupten, ich hätte die rosarote Dynaudio-Brille auf, doch durch die Menge an Lautsprechern, die ich bis dato hören durfte, sind meine Prioritäten und Erwartungen einfach klar gesteckt. Aktuell nutze ich ein Paar Dynaudio Finale (60 Kilo pro Stück und 150 cm hoch) und bekomme kaum genug davon. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Dynaudio Compound 2
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | 2-Wege Compound Regallautsprecher (Geschlossen) |
| Bass-Chassis (Innen) | Treiber Intern | 170 mm Durchmesser, Typ 17W7512DC |
| Bass-Chassis (Außen) | Treiber Extern | 170 mm Durchmesser, Typ 17W7506DC |
| Hochtöner | Kalotte | 28 mm, Typ D-28 AF (beschichtete Gewebemembran) |
| Audio-Werte | Frequenzgang / Wirkungsgrad | 40 Hz – 25.000 Hz (± 4 dB) / 89 dB (1W/1m) |
| Trennfrequenz | Übergangsbereich | 300 Hz |
| Maße | Größe (B x H x T) | 22,0 x 35,0 x 28,0 cm |
| Historie | Bauzeit / Neupreis | 1984 – 1994 / ca. 3.200,- DM (UVP Paar 1986) |
Hintergrund: Die Entstehung der Compound-Reihe
Die Entstehungsgeschichte der Dynaudio Compound-Lautsprecherreihe geht auf die 1980er Jahre zurück. Die Serie repräsentierte Dynaudios Expertise und war ein bedeutender Schritt, um die Position im audiophilen Markt zu stärken. Zentrales Element war die namensgebende „Compound“-Technologie: Hierbei arbeitet ein Tieftöner intern und strahlt den Bass über ein weiteres Gehäusevolumen ab. Dies ermöglichte eine außergewöhnlich tiefe und kontrollierte Basswiedergabe aus kompakten, geschlossenen Gehäusen – eine technische Herausforderung, die Dynaudio bravourös meisterte.
Die Serie umfasste Modelle wie die Compound 2, 3, 4 und 5. Besonders die größeren Standmodelle wie die Compound 4 boten ein noch gewaltigeres Klangvolumen für große Räume. Allen gemeinsam war die Bestückung mit hochwertigsten Treibern wie dem berühmten D-28 AF-Hochtöner. Bis heute gelten diese Lautsprecher als Meilensteine der Firmengeschichte und sind bei Sammlern aufgrund ihrer neutralen und unverfälschten Wiedergabe heiß begehrt.