ADR Transpose

ADR Transpose

ADR Transpose Standlautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Ein schwergewichtiger Klavierlack-Geheimtipp

Die Geschichte der Firma ADR und der Transpose-Lautsprecher

Die Wurzeln der Firma ADR liegen im Bereich hochwertiger Lautsprecher-Bausätze, die stets mit erstklassigen Chassis des dänischen Spezialisten Vifa bestückt wurden. Irgendwann entschieden sich die Verantwortlichen jedoch, diesen Qualitätsanspruch auch in Form von Fertiglautsprechern an den Kunden zu bringen. Neben Modellen wie der „Format“ zählt die „Transpose“ zu den bekanntesten Vertretern dieser Ära. Da Informationen über die Firmengeschichte von ADR heute leider nur noch spärlich gesät sind, bleibt vieles im Dunkeln – doch die Produkte sprechen glücklicherweise eine sehr deutliche Sprache.

Mein Einstieg mit der Transpose

Ich erwarb meine Transpose vor einiger Zeit im Paket mit einer sehr ansprechenden Accuphase-Kombination, bestehend aus dem E 305 V und dem DP 60. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir der Name ADR ehrlich gesagt kein Begriff. Der Vorbesitzer berichtete mir jedoch stolz, dass er damals rund 5.000 D-Mark für die Lautsprecher auf den Tisch gelegt hatte. Nach meinen ersten Untersuchungen kann ich sagen: Dieser Preis war absolut gerechtfertigt. Die Verarbeitung ist schlichtweg erstklassig. Mit einem Kampfgewicht von satten 40 Kilogramm pro Box stehen sie wie ein Fels in der Brandung, veredelt durch einen tiefschwarzen Klavierlack, dessen handwerklicher Aufwand wohl kaum näher erläutert werden muss.

Chassis-Technik und Design-Philosophie

Bestückt ist die Transpose mit bewährten Vifa-Chassis, die man sonst oft nur in deutlich teureren High-End-Konstruktionen findet. Optisch machen die Lautsprecher ordentlich was her, auch wenn das prominente Bassreflexrohr an der Front polarisiert. Rein ästhetisch betrachtet hätte ich mir gewünscht, dieses „schwarze Loch“ auf die Rückseite zu verbannen, doch technisch ist die Platzierung ein Segen: Sie erlaubt eine deutlich wandnähere Aufstellung, ohne dass der Bass sofort unkontrolliert aufquillt. Interessant ist zudem, dass es offenbar zwei Versionen gibt – eine mit Seidenkalotte und eine, wie mein Exemplar, mit Aluminium-Hochtöner, was vermutlich eine spätere MK II-Variante oder eine aufpreispflichtige Option darstellte.

Der Hörtest: Dynamik, die VU-Meter zum Tanzen bringt

Für den klanglichen Check durften der DP 60 und mein Accuphase E 406 als Zuspieler fungieren. Nach feingeistigen Nummern von Xavier Naidoo und Diana Krall kam der ultimative Belastungstest: James Blake mit „Limit to Your Love“. Wer wissen will, was seine Lautsprecher im Bass wirklich leisten, sollte diesen Track wählen. Wenn Blake die tiefsten Frequenzen auspackt, müssen selbst erfahrene Chassis Schwerstarbeit leisten. Bei einer Reglerstellung auf 13 Uhr vibrierte in meinem Hörraum nicht nur das Inventar – die VU-Meter-Beleuchtung des Accuphase flatterte förmlich im Takt der Bassattacken mit. Beeindruckend dabei war, dass die ADR stets sauber blieb. Kein Verzerren, kein Einknicken – nur pure, kontrollierte Dynamik. Respekt vor dieser Pegelfestigkeit!

Klangvergleiche: T+A TB 140 und Dynaudio Contour

Im direkten Vergleich mit einer T+A TB 140 behielt die ADR Transpose für meinen Geschmack klar die Oberhand. In den Mitten spielt sie transparenter, die Höhen wirken eine Nuance runder und der Bass wirkt im Vergleich zur T+A deutlich souveräner und detailreicher. Die ADR klingt einfach „voller“ und ganzheitlicher. Wenn man bedenkt, dass diese Seltenheiten manchmal für lächerliche 200 Euro auf dem Gebrauchtmarkt auftauchen, müsste man eigentlich sofort zuschlagen – wenn sie denn noch zu finden wären.

Dennoch gibt es Grenzen: Gegen eine Dynaudio Contour 2 MK II musste sich die ADR in Sachen Raumtiefe und Neutralität geschlagen geben. Die Dynaudio arbeitet feine Konturen, wie das Nachschwingen einer Gitarrensaite, noch präziser heraus und wirkt insgesamt souveräner in der Abbildung, auch wenn sie nicht ganz die extremen Pegelorgien der ADR mitmacht.

Fazit

Die ADR Transpose ist ein beeindruckendes Gesamtpaket. Wer es schafft, eine etablierte Größe wie die T+A TB 140 so deutlich in die Schranken zu weisen, verdient Anerkennung. Trotz der mangelnden Bekanntheit der Marke ADR ist dieser Lautsprecher ein echter Geheimtipp für Genießer, die eine kraftvolle, dynamische und zugleich edel verarbeitete Box suchen. Wer ein Paar in gutem Zustand findet, sollte nicht zögern – dieses Stück deutsche Lautsprechergeschichte ist jeden Cent wert.


Gesamttabelle – ADR Transpose

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Bauart 3-Wege-Standlautsprecher (Bassreflexfront)
Bestückung Chassis Vifa Hochleistungschassis (Aluminium- oder Seidenkalotte)
Leistung Belastbarkeit 100 W Nenn- / 200 W Musikbelastbarkeit
Audio Frequenzbereich 30 Hz – 30.000 Hz
Elektrik Impedanz / Wirkungsgrad 4 Ohm / ca. 88 dB (W/m)
Gehäuse Material / Finish Massives MDF mit echtem Klavierlack
Maße Gewicht / Größe ca. 40 kg pro Stück / 1100 x 260 x 400 mm (H x B x T)
Historie Ehemaliger Neupreis ca. 5.000 DM pro Paar

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