Luxman PD 300
Luxman PD 300 Vakuum High End Plattenspieler Test / Erfahrungsbericht:
Der Luxman PD-300 ist eine echte Ikone der Analog-Ära. Eingeführt im Jahr 1980, repräsentiert er die Hochphase der japanischen Ingenieurskunst. Das Besondere: Luxman setzte hier auf eine radikale Lösung gegen Resonanzen – die Vakuum-Ansaugtechnologie.
Das Highlight: Die Vakuum-Saugvorrichtung
Während andere Hersteller versuchten, Schallplatten mit schweren Gewichten oder Klemmen zu bändigen, ging Luxman einen Schritt weiter. Der PD-300 besitzt eine integrierte Saugpumpe, die die Schallplatte förmlich an den Plattenteller fesselt.
Warum der Aufwand?
- Resonanzkiller: Durch das Ansaugen wird die Platte eins mit dem 2,8 kg schweren Aluminium-Druckguss-Teller. Schwingungen, die normalerweise zwischen Platte und Teller entstehen, werden im Keim erstickt.
- Bügeleisen-Effekt: Selbst leicht verwellte Platten werden flachgepresst. Das sorgt für eine deutlich ruhigere Nadelbewegung und schont das System.
- Abtastpräzision: Der Tonabnehmer kann die Rille mit einer Präzision abtasten, die ohne Vakuum kaum erreichbar ist. Das Ergebnis: Ein Bassfundament und eine Detailtiefe, die man gehört haben muss.
Technik-Check: Maschinenbau vom Feinsten
Neben dem Vakuum-System ist der PD-300 ein klassischer Vertreter des High-End-Maschinenbaus:
- Präzisions-Riemenantrieb: Ein elektronisch geregelter Gleichstrommotor sorgt für exzellente Gleichlaufwerte von unter 0,03 %.
- Subchassis-Konstruktion: Die schwimmende Lagerung isoliert das Laufwerk effektiv gegen Trittschall und externe Vibrationen.
- Flexibilität: Der PD-300 wurde ohne Tonarm ausgeliefert. Dank wechselbarer Montageplatten lässt er sich mit fast jedem hochwertigen 9-Zoll-Arm bestücken.
Technische Spezifikationen:
| Feature | Spezifikation |
|---|---|
| Antrieb | Riemenantrieb, manuell |
| Gleichlaufschwankungen | < 0,03% (WRMS) |
| Rumpel-Störabstand | -70 dB (DIN B) |
| Plattenteller | Alu-Druckguss, 2,8 kg, mit Vakuum-Ansaugung |
| Gesamtgewicht | ca. 14 kg |
Fazit
Der Luxman PD-300 ist ein begehrtes Sammlerstück und ein klangliches Statement. Er verbindet Innovation mit massiver Bauweise. Wer die Chance hat, ein gut erhaltenes Exemplar (achten Sie auf die Dichtungen des Vakuumsystems!) zu ergattern, erhält einen der musikalischsten Plattenspieler der 80er Jahre.
Persönlich konnte er bei mir keinen festen Platz ergattern, da ich auf meine Micro Seiki AP-M1 nicht verzichten kann – aber der PD-300 war verdammt nah dran!
Weitere Details findest du auch auf HiFi-Wiki.
Kleiner Hinweis!
Schöne Präsentation des ikonischen Plattenspielers.
Aber wg. des Antriebskonzepts widersprüchlich.
Nach meinem Kenntnisstand hat das Gerät einen Riemenantrieb.
Hallo Herr Adrian,
ich schreibe ja nichts anders. Oder sehen Sie einen Fehler das ich übersehe?
Habe den Fehler gefunden, Danke für den Hinweis!
Sehr gerne!
Die seinerzeitige Produktpalette ist halt auch unübersichtlich, teilweise Direkt- und teilweise Riemenantrieb.
Ansonsten eine wirklich BEINDRUCKENDE Seite von Ihnen!! KOMPLIMEMT!!
Ich hatte übrigens – och als Schüler – Anfang der 80er den Luxman PD 277 – hier Direktantrieb;-)
Wertige Optik und Verarbeitung – trotz Einstiegsmodell!
Erschreckenderweise stellten sich bald üble – nicht behebbare – Gleichlaufschwankungen ein (vielleicht durch meine Plattenreinigung mit einem Tuch während des Abspielvorgangs provoziert?)
Hatte das Gerät dann noch – nicht so ganz redlich… – für niedrigen Preis „abstoßen“ können und bin wieder zu klar preiswerterem Dual zurückgekehrt.
Danke für das Kompliment! Ich gebe mein Bestes, aber im Zeitalter von YouTube und ähnlichen Plattformen wird es immer schwieriger, Menschen zum Lesen zu bewegen. Vielleicht verirren sich aber doch der ein oder andere hierher und erkennen, dass Lesen manchmal sinnvoller ist als nur zu schauen.
Ich benutze keine Luxman Plattenspieler, nicht wegen ihrer Qualität, sondern einfach, weil ich mit meinem Micro Seiki AP M1 äußerst zufrieden bin. Dual-Plattenspieler sind jedoch nach wie vor sehr solide und bieten eine gute Leistung, mit der jeder glücklich werden kann. Sie zeigen deutlich, dass man keine riesigen Maschinen braucht, um einen guten Plattenspieler zu haben.