Thorens TCD 2000
Thorens TCD 2000 Consequence CD Player Erfahrungsbericht / Test: Der kleine Goldjunge
Wer sich damals, in den glorreichen 90ern, eine komplette 2000er Anlage von Thorens gönnen wollte, war schnell mehrere Tausend D-Mark los. Thorens, eigentlich weltweit bekannt als der Gralshüter des analogen Vinyl-Klangs, wollte mit dieser Serie beweisen, dass sie auch „Digital“ können. Und wie! Die Geräte aus der Consequence-Serie waren konsequent mit feinsten Bauteilen bestückt und sind heute noch ein absoluter Augen- und Ohrenschmaus. Sie heben sich wohltuend vom massigen 43cm-Einheitsbrei ab.
Vor allem den Toploader CD-Player TCD 2000 finde ich extrem ansprechend. Er steht bis heute in meinem HiFi-Rack und verteidigt seinen Platz hartnäckig. Warum? Er nimmt kaum Platz ein (Midi-Format), sieht mit seinem Acryl-Deckel und den goldenen Akzenten verdammt gut aus und hört sich – mit der richtigen Kette – einfach fantastisch an.
Technik: Swiss Engineering trifft Philips Guss-Legende
Über die Verarbeitungsqualität braucht man sich hier keine allzu großen Gedanken machen. Das ist schweizerische Gründlichkeit, auch wenn Thorens damals bereits in Berlin fertigen ließ. Das Gehäuse ist massiv, die Vergoldung der Akzente hochwertig ausgeführt. Was mir allerdings anfangs etwas Sorge bereitete, war die Mechanik des Toploaders. Man kennt das ja: Motoren sterben, Riemen leiern aus. Nach so vielen Jahren hätte ich eher dort einen Verschleiß erwartet.
Doch meine Bedenken waren nicht wirklich berechtigt. Ganz im Gegensatz zu einem Yamaha GT-CD1! Bei diesem riesigen Yamaha-Panzer entstehen des Öfteren Probleme mit dem schweren Deckel des CD-Faches. Ein Bekannter von mir hatte schon mehrere davon und berichtete immer wieder von mechanischen Zickereien. Der kleine Thorens hingegen? Er läuft und läuft. Deckel hoch, CD rein, Puck drauf, Musik ab. Ein haptisches Erlebnis! Das Herzstück ist zudem kein billiges Plastik-Laufwerk, sondern ein Philips Gusslaufwerk (meist das legendäre CDM-9 Pro). Das ist eines der besten Laufwerke, die je gebaut wurden: Langlebig, präzise und unerschütterlich.
Klang und Tuning: Das Wandler-Dilemma
Kommen wir zum Klang. Der interne Bitstream-Wandler ist gut; er spielt flüssig, musikalisch und nervt niemals. Aber: Um die letzte Dynamik und das letzte Quäntchen Auflösung aus diesem hervorragenden Laufwerk zu holen, sollte man einen passenden externen Wandler (DAC) in die Kette einschleifen. Der TCD 2000 ist als reines Laufwerk (Transport) eine absolute Waffe! Mit einem modernen DAC blüht er förmlich auf und zeigt erst richtig, welche Präzision im Philips-Antrieb steckt.
Ein Wort zu unsinnigen Tests im Netz
Was mich allerdings etwas erschrocken hat, war ein „Test“ im weiten Web. Dort vergleicht ein Zeitgenosse einen Yamaha CDX 596 (ein solider Einsteiger-Player, keine Frage) mit dem hier besprochenen High-End-Zwerg TCD 2000. Sein reißerischer Titel lautete: „Yamaha deklassiert Thorens TCD“. Soweit so gut, jeder darf seine Meinung haben. ABER: Der Gute schließt den besagten Yamaha per Lichtleiter (digital) an und den Thorens analog über Cinch. Wenn ich einen Player digital anschließe, höre ich den Wandler des Verstärkers, nicht den des Players! Das ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das lasse ich mal mit Kopfschütteln so stehen und erfreue mich lieber täglich an meinem TCD 2000.
Fazit
Der Thorens TCD 2000 ist ein Juwel. Als Standalone-Player spielt er warm und angenehm, als Laufwerk an einem High-End-DAC spielt er in der Champions League. Die Haptik des Toploaders mit dem schweren Messing-Puck ist etwas für Genießer, die Musik zelebrieren wollen, statt nur Files zu skippen.
Gesamttabelle – Thorens TCD 2000
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Laufwerk | Typ | Philips Gusslaufwerk (CDM-Serie, Referenzklasse) |
| Wandler | Technik | Bitstreamwandler mit diskreter NF-Ausgangsstufe |
| Audio-Werte | SNR / Klirrfaktor | 110 dB / 0,0017 % |
| Ausgänge | Analog & Digital | Cinch (Line Out), Digital Coaxial, Kopfhörer (regelbar) |
| Besonderheit | Haptik | Toploader mit massivem Messing-Puck (vergoldet) |
| Design | Optik | Beleuchteter Innenraum, vergoldete Bedienelemente |
| Maße | Gewicht / Größe | 5,5 kg / 21,0 x 8,6 x 34,0 cm (BxHxT) |
| Bauweise | Format | Midi-Format (Consequence Serie) |
Guten Abend,
können Sie mir evtl. einen Tipp geben, wo ich das Zentrierstück aus Plastik, dass sich unter dem Puck befindet, bekommen kann?
VG aus Hannover