Revox B285 MK II
Revox B285 MK II Vintage High End Receiver Erfahrungsbericht / Test: Schweizer Präzision in zeitlosem Design
Bisher kannte ich nur den B285 und den B286 Receiver von Revox aus dieser Serie. Doch offenbar gab es auch einen B285 MK II. Dieser lässt sich an der Front erkennen – die MK II-Version hat einen schwarzen Hintergrund bei den Bedienfeldern und die typischen zwei roten Tasten fehlen. Was darüber hinaus noch anders ist, kann ich leider nicht beurteilen, und auch Google lieferte keine brauchbaren Informationen. Jedenfalls gibt es optisch einige kleinere Änderungen. Ob diese ausreichen, um die Bezeichnung MK II zu rechtfertigen? Keine Ahnung. Vielleicht kann ja jemand von euch Licht ins Dunkel bringen.
Für mich persönlich gehören die B285 und B286 Modelle zu den deutlich interessanteren und optisch ansprechenderen Receivern. Die zweifellos wunderschönen japanischen Geräte sind in meinen Augen nicht zeitlos – irgendwann hat man sich an ihrem Design sattgesehen. Bei Revox-Geräten ist das meiner Meinung nach anders. Hier entdecke ich bei jedem Hinschauen etwas Neues. Die Verarbeitung ist nach wie vor hervorragend und zeigt, dass Revox-Geräte in der Oberklasse anzusiedeln sind. Auch technisch sind sie erstklassig. Neben dem üblichen Schnickschnack lassen sich die Empfindlichkeiten der Eingänge anpassen – eine geniale und innovative Funktion!
Klanglich gehört diese Serie zu den besseren Revox-Geräten. Ich persönlich finde sie klanglich besser als den B780 und den B251. Fast schon auf Augenhöhe mit meinem Accuphase E308, erreicht der B285 jedoch seine Grenzen bei der tiefsten Basswiedergabe. Während der Accuphase in den tiefsten Frequenzen noch Details herausholt, wird der B285 an diesem Punkt etwas „verschluckt“. Dennoch spielt er auf sehr hohem Niveau und gibt alle meine Lieblingssongs in gewohnter Revox-Qualität wieder. Um fair zu sein, sollte ich noch erwähnen, dass beide Verstärker an meinen Watt Puppys getestet wurden. Als ich jedoch den Revox und den Accuphase an ein Paar JBL 4311 anschloss, war der Unterschied plötzlich gar nicht mehr so groß. Der Revox konnte mit seiner etwas wärmeren Spielweise sogar mehr Charme versprühen. Aber mal ganz unter uns: Ich würde niemals einen Revox-Verstärker oder -Receiver gegen einen Accuphase eintauschen. Damit das mal bei aller Liebe geklärt ist.
Der Tunerteil enttäuschte mich etwas. Eine Antenne ist zwingend erforderlich, um die Sender einwandfrei zu empfangen. Beim B780 und B251 war das deutlich besser. Dennoch bleibt dieses Gerät ein fester Bestandteil meiner Sammlung, weil es einen Charme besitzt, den viele andere Receiver (die im Übrigen alle gleich aussehen) einfach nicht haben.
Gesamttabelle – Revox B285 MK II
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Stereo Receiver (UKW/MW) |
| Leistung | Nennleistung (RMS) | 2 x 80 Watt (8 Ohm) / 2 x 110 Watt (4 Ohm) |
| Audio | Frequenzgang (Line) | 20 Hz – 20.000 Hz (+0, -0,3 dB) |
| Audio | Klirrfaktor / SNR | 0,01 % / 105 dB (Line) |
| Phono | Eingangsstufe | Umschaltbar MM (2,7 – 50 mV) und MC (0,1 – 2 mV) |
| Tuner | Besonderheit | 29 Speicherplätze, ZF-Band umschaltbar (Narrow/Wide) |
| Maße | Gewicht / Größe | 15 kg / 450 x 153 x 332 mm (B x H x T) |
| Besonderheit | Bedienung | Eingangsempfindlichkeiten pro Quelle programmierbar |