Kennt ihr das? Dieses unangenehme Kribbeln im Nacken, wenn man im Forum liest, dass der eigene Verstärker, für den man monatelang gespart hat, im neuesten Shootout nur Platz 3 belegt hat? Oder wenn der selbsternannte Guru im Thread „Goldohrenhausen“ verkündet, dass alles unterhalb einer fünfstelligen Summe sowieso nur „Küchenradio-Niveau“ hat? Wir HiFi-Infizierten sind ein seltsames Völkchen.
Aufgrund der glühenden Dauer-Propaganda von Adam fackelte Marius nicht lange. Wenn Adam sagt, das Zeug ist gut, dann wird gekauft. Er besorgte sich also eine Spectral DMA-250 (die legendäre erste Serie). Die Erwartungen in der WhatsApp-Gruppe waren riesig. Wir warteten quasi live am Handy, mit Popcorn in der Hand, auf den ersten Ton, den Marius hören würde und in die Gruppe ein Video veröffentlichte.
Es gibt diese Alben, die man jahrelang im Regal stehen hat, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Manchmal landen sie dort durch Zufall, manchmal als Beifang auf dem Flohmarkt. Genau so kam die CD „Jacques Loussier Plays Bach“ (erschienen beim Label Telarc) in meinen Besitz. Sie lag für schmales Geld zwischen anderen Scheiben, die ich eigentlich suchte.
Heute war der Rainer – mein treuer HiFi-Komplize – wieder zu Gast, um über die großen Fragen der High-End-Welt zu philosophieren. So sehr wir uns bei der Technik einig sind, gibt es musikalisch eine kleine „Jazz-Barriere“: Rainer ergreift bei Saxofon und Besen-Schlagzeug eher die Flucht. Wenn er da ist, lassen wir die Anlagen also meist mit feinstem Deep House oder Dub Techno warmspielen
Wer sich fragt, warum Tigran Hamasyans Piano so perlend, schnell und attackreich klingt: Kongshaug war bekannt dafür, fast religiös auf DPA (ehemals Brüel & Kjær) 4011 Mikrofone zu setzen. Die sind gnadenlos impulstreu. Abgehört wurde das Ganze über die legendären Dynaudio Acoustics M4 Main-Monitore. Da wird nichts geschönt.


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