Es gibt Momente, da scrolle ich durch YouTube, sehe mir ein Video über neues HiFi-Equipment an und frage mich ernsthaft, ob ich versehentlich durch ein Wurmloch in die späten 90er gereist bin. Auslöser für diesen akuten Anfall von Fremdscham war kürzlich ein Video, in dem der neue Burmester 232 Vollverstärker vorgestellt wurde. Ein modernes Gerät, das den Versuch wagt, klassische Tugenden mit der Gegenwart zu verbinden.
XTC (Crosstalk Cancellation) und die gehörrichtige Lautstärke nach ISO-226 haben wir erfolgreich im Mackern Physics Lab (MPL) abgehakt. Die Werkzeuge sind geschärft, die Theorie sitzt. Jetzt begeben wir uns in ein Terrain, in dem sich die Spreu der echten Audio-Wissenschaft endgültig vom Weizen der HiFi-Esoterik trennt: Die Phase.
nun steht mein Mackern Physics Lab (MPL) kurz vor der Vollendung. Anfänglich hätte es nur eine einfache, ehrliche Raumsimulation werden sollen. Ein bisschen Wände schubsen, die fiesesten Raummoden berechnen, fertig. Doch dank meiner Lieblings-HiFi-WhatsApp-Gruppe ist das Projekt massiv eskaliert. Man wirft ein harmloses Diagramm in den Chat, es kommen drei Detailfragen zurück – „Sag mal Cüneyt, berechnest du da eigentlich auch das Group Delay der Frequenzweiche mit rein?“ – und bumm: Plötzlich baust du eine komplette DSP-Simulations-Engine mit allem Zipp und Zapp. Eine ausführliche
Lange Zeit war die Sache scheinbar klar: Wer Klangqualität wollte, griff zu Class-A, wer Leistung suchte, wählte Class-AB, und wer sparen wollte, musste sich eben mit Class-D begnügen. So zumindest das Dogma der Hifi-Welt über Jahrzehnte. Doch die Realität sieht heute völlig anders aus. Die besten Class-D-Verstärker spielen inzwischen in einer Liga, die sich selbst mit den renommiertesten klassischen Konzepten messen kann — und in mancher Disziplin sogar überlegen erscheint.
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