Grundig Fine Arts A905
Grundig Fine Arts A905 Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Ein unterschätztes Juwel aus deutschen Landen
Vor vielen Jahren habe ich bereits einen Bericht über meinen A9009 Vollverstärker geschrieben. Damals war ich von der Verarbeitung und vor allem vom Klang so überrascht, dass ich meinen Sony TA-F808ES vom Regal stellte, um den Grundig zu meinem Hauptverstärker zu machen. Nach einer langen Durststrecke bei meinen Flohmarkt-Käufen sprang mir nun ein A905 entgegen. Er war zwar nicht extrem günstig, machte aber optisch einen sehr guten Zustand – also musste er mit.
Kurz vorab erwähnt: Der A905 ist aktuell zwischen 70 und 120 Euro zu haben. Für dieses Geld einen qualitativ vergleichbaren Verstärker zu finden, wird nicht leicht! Der Aufbau des Gerätes ist wirklich super und aufgeräumt. Es kommen hochwertige Bauteile zum Einsatz, die viel versprechen.
Design: Funktion vor Form?
Die Optik dürfte nicht jedermanns Sache sein, meine ist sie ehrlich gesagt auch nicht. Mal abgesehen davon, dass die Front eine eigenwillige Gestaltung hat, finde ich die drei Cinch-Eingänge direkt an der Vorderseite ziemlich hässlich. Das passt überhaupt nicht zur übrigen Optik. Da drängt sich der Verdacht auf, dass die Gestaltung eher vom Entwickler als von einem Designer übernommen wurde.
Aber wie im täglichen Leben werden wir immer wieder daran erinnert, dass das Aussehen nicht alles ist. Man sollte bei diesem Verstärker neutral an die Sache herangehen und das beurteilen, wofür er erschaffen wurde: Musikwiedergabe auf hohem Niveau.
Klangvergleich: Emotionalität und Wärme
Antreten durfte der Grundig gegen eine Electrocompaniet EC2 und einen Onkyo A-9911 an einem Paar Dynaudio-Lautsprecher. Anfänglich hatte ich Schwierigkeiten, den Norweger vom Deutschen zu unterscheiden. Erst nach einer längeren Hörsession konnte der EC2 die Dramatik, Freude oder Wut eines Songs einfach authentischer wiedergeben.
Im Vergleich zum Onkyo A-9911 war der Grundig jedoch emotionaler und versprühte eine seidige Wärme, die wirklich gefiel. Allerdings ist der Bassbereich etwas zurückhaltend abgestimmt, was meinen Dynaudios nicht immer gut tat – ich vermisste zeitweise etwas Druck. An Lautsprechern, die im Bassbereich dicker abgestimmt sind, könnte der A905 jedoch der perfekte Partner sein.
Fazit
Für mich gehört der Grundig Fine Arts A905 definitiv zu den unterschätzten Verstärkern, was auch die aktuellen Gebrauchtpreise verdeutlichen. Von mir gibt es für diesen Verstärker 3 von 5 Sternen, da er einfach viel mehr kann, als sein Preis vermuten lässt. In diesem Sinne….
Gesamttabelle – Grundig Fine Arts A905
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (8 Ohm) | Sinusleistung (RMS) | 2 x 120 Watt |
| Musikleistung | an 8 Ohm | 2 x 150 Watt |
| Audio-Werte | Klirrfaktor / Intermodulation | < 0,007 % / < 0,008 % |
| Frequenzgang | Leistungsbandbreite | < 10 Hz bis > 70.000 Hz |
| Signalrauschabstand | SNR (Hochpegel) | 100 dB (nach IEC) |
| Maße | Gewicht / Größe | 13,0 kg / 43,5 cm (47,5 cm m. Holzwangen) x 12,0 x 33,0 cm |
| Besonderheit | Anschlüsse | Zusätzliche Cinch-Eingänge an der Gerätefront |
| Wertung | Preis-Leistungs-Tipp | 3 von 5 Sternen (Preislich extrem unterschätzt) |