Isophon Vescova

Isophon Vescova

Isophon Vescova Gauder Akustik High End Lautsprecher Erfahrungsbericht / Test:

An meine ersten Isophon-Lautsprecher kann ich mich noch sehr gut erinnern. Das waren damals die Indigos. Schon zu der Zeit zeigte mir die Indigo, wo im Bass der Hammer hängt! Absolute Spitzenklasse! Extrem punktgenauer Bass und super klar im Bereich der Tiefen. Leider habe ich es verschwitzt, damals einen Test über die Skulptur zu schreiben. Später kam dann die Enigma dazu, und die hatte es wirklich in sich. Eine super warme, offene und luftige Wiedergabe. Nachzulesen hier.

Herr Dr. Gauder wusste schon damals, wie man Lautsprecher zu bauen hat. Doch irgendwann verschwand Isophon aus meinem Blickwinkel, nicht weil ich kein Interesse mehr hatte, sondern weil die Anschaffung doch ein tiefes Loch in die Geldbörse gerissen hat, wie man es eigentlich nicht will. Es sei denn, man hat sonst keine anderen Sorgen.

2013 gab Herr Dr. Gauder die Namensrechte an die Eigentümer zurück und taufte seine Firma in Gauder Akustik um. Aber keine Sorge, es änderte sich nur der Name, die Lautsprecher blieben. Wenn ich allerdings mit ein paar Freunden über Lautsprecher quatsche, konnte keiner mit dem Namen Gauder Akustik etwas anfangen. Als man dann Isophon hinzufügte, war alles klar. Die neueren Lautsprecher von Isophon, also die Serie Arcona, Vescova, Cassiano, RC 7, 9, 11, waren für mich jedenfalls keine interessanten Lautsprecher, die ich gerne bei mir haben wollen würde.

Bei der RC-Reihe aufgrund des Preises, bei der Vescova und Cassiano ebenfalls, und die Arcona wurde von einem Bekannten von mir schon schlecht bewertet, sodass für mich schon alles gegessen war. Aber wie sagt man so schön? Nicht vom Hörensagen, sondern selbst hören! Nun, die Arcona-Serie ist es nicht geworden, dafür aber eine Vescova von Isophon bzw. Gauder Akustik. Und ja, es gibt deutliche Unterschiede zwischen der Arcona 80 und der Vescova. Wer mehr Infos braucht, hier. Der besagte Freund, dem die Arcona nicht gefallen hatte, steht grundsätzlich nicht auf Lautsprecher mit Keramik-Chassis, denn er nutzte einige Zeit ein Paar Ayon-Lautsprecher, die zwar unheimlich präzise waren, aber null Emotionen hatten.

Muss aber an dieser Stelle auch gestehen, dass der Hörraum des Freundes nicht sonderlich gut ist. Fenster und Fliesen soweit das Auge reicht. Zudem kommt noch die spartanisch ausgestattete Wohnung. Bei so einem Hörraum Speaker zum Klingen zu bringen, ist fast schon eine Herausforderung für einen Ingenieur. Dennoch, aufgrund dieser Erfahrung waren für ihn Tröten mit „harten“ Keramik-Chassis passé. Ich habe keinerlei Probleme damit, weil ich einige Lautsprecher kenne aus Japan, die schon vor 30 Jahren Keramik-Chassis verwendeten.

Auch hier waren irgendwann die Hochtöner dann doch lästig, und man konnte nicht wirklich stundenlang Musik genießen. Deshalb wunderte es mich umso mehr, warum Dr. Gauder auf selbige Chassis setzt? Ich dachte immer, dass man diesen Keramik-Hype einfach mitnehmen will, weil die Kundschaft es verlangt. Doch Pustekuchen! Die Vescova spielt so was von angenehm, dass man schon von luftiger Wärme sprechen kann! Man könnte fast meinen, dass es aufgrund dessen Details vermissen lässt, aber hier schön weiter am Kuchen pusten! Ich habe keine Lautsprecher, die so viele Details zum Vorschein bringt wie die Vescova! Die Transparenz hat so eine unendliche Tiefe, dass man die Saiten einer Gitarre wirklich bis zum Schluss ausschwingen hört. Töne schießen so ungebändigt in der Raum, dass man deutlich die plastische Wiedergabe mitbekommt.

Ein anderer Freund, der hier war, sagte: „Cüneyt, ich höre die Hintergrundstimmen um mich herum, wobei die Hauptstimme vorne in der Mitte bleibt!“: Und ja, er hat Recht. Die Vescova spielt so fantastisch räumlich und offen, dass man hier im High-End-Bereich angekommen ist! Aber die angeschlossene Elektronik sollte qualitativ auf gleicher Höhe sein, sonst zeigt dir die Vescova, dass dein Verstärker besser bei einem Paar B&W Nautilus 803 aufgehoben ist. Wenn du aber einen Verstärker nimmst, der nicht nur teuer ist, sondern auch sau gut, dann nimmst du deine Nautilus 803 und trägst sie auf schnellstem Wege zu ihrem neuen Besitzer.

Das ist keine kleine, sondern gravierende Unterschiede da! Ich weiß nicht, mit welcher Intention Herr Dr. Gauder die neue Serie entwickelt hat, aber egal, was er sich dabei gedacht hat, bitte ich ihn, so weiterzumachen und uns Hifi-Freunde mit so guten Lautsprechern zu beglücken, die klanglich genau das bieten, was ich schon immer gesucht habe! Man könnte meinen, dass der Preis ab 8600.- Euro für eine Vescova zu hoch gegriffen ist. Wenn man aber bedenkt, dass hier im direkten Vergleich zu einer Lautsprechermarke, die über 15000 Euro neu kostete, sich anhörte, als ob man in der Badewanne singt, so halte ich den ausgerufenen Preis eher als Schnapper! Und ja, ich kenne im Gebrauchtmarkt keine Lautsprecher, die nur annähernd mit der Vescova mithalten kann, es sei denn, es ist eine von Gauder Akustik! Für mich und meine Möglichkeiten ist die Vescova unschlagbar. Ich wüsste im Moment gar nicht, welche Lautsprecher besser sein sollten.

Herr Dr. Gauder, falls Sie diese Besprechung irgendwann mal lesen sollten, stellen Sie mit Linn Ihre Lautsprecher vor! Eine super Kombination! Zumindest mit der Vescova.

Kurz noch in eigener Sache: Ich betreibe hier auf meiner Seite keine Werbeveranstaltung, sondern beschreibe meine Texte nach meinem persönlichen Geschmack. Und wenn ein Hersteller nun super Geräte produziert verdiente er es auch, erwähnt und beschrieben zu werden.

Technische Daten:

  • Abmessung: Breite 22,0 cm Höhe 108,0 cm Tiefe 41,0 cm
  • Gewicht: 24,0 kg
  • Aufstellungs-Tipp: freistehend, Hörabstand ab 2,5 m, normal bedämpfte Räume bis 35 m²
  • Betriebsspannung für 90 dB SPL 4,8 V
  • Impedanz Minimum stp 2,6 Ohm
  • Maximallautstärke oberer Wert 96 dB
  • Maximale Lautstärke unterer Wert (>45 Hz) 96 dB
  • Untere Grenzfrequenz (-3dB) 38 Hz
  • Untere Grenzfrequenz (-6 dB) 35 Hz