Braun PA 4
Braun PA 4 Atelier Endstufe Erfahrungsbericht / Test: Zeitloses Design trifft auf thermische Grenzen
Es gab Zeiten, in denen ich förmlich für Braun-Geräte geschwärmt habe. Vor allem die „Last Edition“ hatte es mir schon damals voll angetan. Doch in jener Zeit waren die Braun Atelier Geräte für mich als Heranwachsender kaum erschwinglich; das Putzen von Parkdecks hat einfach nicht genug Erlös gebracht, sondern reichte immer nur für neue Turnschuhe. Jetzt, viele viele Jahre später, kann man sich die Dinger aus dem Hause Braun auf dem Gebrauchtmarkt endlich leisten.
Doch heute halte ich meine Finger oft eher still, da der Verschleiß dieser Geräte doch massiv ist. Davon sind insbesondere der R4, der CC4 und eben auch die PA 4 betroffen. Thermisch waren die Teile bei einer so extrem dünnen Bauweise wohl kaum in den Griff zu bekommen. Die PA wurde später mit der Bezeichnung PA4/2 zwar mit zwei Lüftern ausgeliefert, doch die waren nicht wirklich wirkungsvoll. Falls man sie so eingestellt hätte, dass die Lüfter die komplette Hitze aus der Endstufe ziehen, wären sie in der Geräuschkulisse immer präsent gewesen – und wer will das schon, wenn er abends entspannt und leise Musik hören möchte?
Ästhetik und innerer Aufbau
Meine PA 4 hatte ich damals im Paket mit einer kompletten Braun-Anlage erworben. Wie fast zu erwarten, war die CC4 Vorstufe nicht mehr funktionsfähig, aber die PA 4 verrichtete ihre Dienste zum Glück einwandfrei. Was natürlich heute noch ein absoluter Augenschmaus ist, ist die flache Bauweise. Für mein Verständnis ist dieses Design absolut zeitlos. Auch der Aufbau im Inneren ist vorbildlich und hätte von den Braun-Ingenieuren kaum besser gelöst werden können.
Allerdings finde ich die Lackierung nicht besonders glücklich gewählt. Man sieht jeden einzelnen Fleck und sie ist leider sehr kratzanfällig. Hier kann man mit einem Edding auch nichts schnell kaschieren, damit es dem Auge kein Dorn im Fleisch ist – und meine Augen hören stellenweise mit, das sei nur mal am Rande erwähnt.
Leistung und Klangcharakter
Die PA 4 leistet offiziell 2x 75 Watt an 8 und 4 Ohm, aber sie lässt sich brücken. Im Mono-Betrieb kann man so auf volle 250 Watt Ausgangsleistung zurückgreifen, wenn es die Lautsprecher erfordern. Doch die standardmäßigen 2x 75 Watt reichen für den normalen Hausgebrauch dicke aus, zumal ich die PA 4 als einen sehr druckvollen Verstärker in Erinnerung habe. Es macht einfach Spaß! Für mich ist sie eine der wirklich guten Endstufen aus dieser Ära. Allerdings sollte man bei einer geplanten Anschaffung unbedingt darauf achten, dass eine fachgerechte Überholung bereits stattgefunden hat.
Gesamttabelle – Braun PA 4 Atelier
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (Stereo) | Nennleistung Sinus | 2 x 75 Watt an 4 und 8 Ohm |
| Leistung (Gebrückt) | Mono-Betrieb | 1 x 250 Watt (an 4 und 8 Ohm) |
| Audio-Werte | Geräuschspannungsabstand | 100 dB |
| Präzision | Klirrfaktor (THD) | 0,02% (8 Ohm) / 0,03% (4 Ohm) |
| Kontrolle | Dämpfungsfaktor | 160 (8 Ohm) / 80 (4 Ohm) |
| Maße | Gewicht / Größe | 11,0 kg / 40,0 x 7,0 x 36,0 cm (BxHxT) |
| Design | Serie | Braun Atelier (Flachbauweise) |
| Besonderheit | Wichtiger Hinweis | Hohe thermische Belastung, Revision empfohlen |
Nur eine kleine Anmerkung am Rande.
Eine PA4 leistet 2 x 150 Watt ‚Sinus‘ / 2 x 230 Watt ‚Musik‘ an 4 oder 8 Ohm und kann damit tatsächlich ziemlich ziemlich Druck machen … und der Dämpfungsfaktor ist 80 bei 4 Ohm.