Audio Research GS 150 ankauf

Audio Research GS150

Audio Research GS 150 High End Röhrenverstärker Erfahrungsbericht / Test: Eine göttliche Erscheinung in der Trägheits-Falle

Natürlich gehöre ich zu den HiFi-Enthusiasten, die jede Marke und jedes noch so kleine Gerät, das im entferntesten mit Musik zu tun hat, einfach nur unglaublich spannend finden. Mein Enthusiasmus wächst proportional mit der Qualität und dem Design der Geräte. Dementsprechend sind Endstufen mit riesigen VU-Metern für mich die perfekte Versuchung – geradezu eine „Mausefalle“, die mich sofort einfängt. Deshalb konnte ich bei dieser göttlichen Erscheinung nicht widerstehen und tauschte bei einem Händler fast mein letztes Hemd dafür ein.

Der Händler war so freundlich und lieferte mir diese wunderschöne Röhrenendstufe samt Ersatzröhren nach Hause. Nachdem wir einige Stunden über unser gemeinsames Hobby gesprochen hatten, verabschiedete er sich, und ich konnte die „Göttin“ mit meinen Magico V3-Lautsprechern verbinden. Doch die Euphorie verschwand leider sofort, als ich die VU-Meter in Aktion sah.

Die Enttäuschung: Was zum Teufel soll das, Audio Research?

Ich habe noch nie in meinem Leben analoge VU-Meter gesehen, die so träge sind wie die der GS150! Unfassbar, wie schlecht das gelöst wurde… Also, zum Verständnis: AR baut eine wunderschöne Endstufe mit zwei riesigen VU-Metern und schafft es nicht, der Hauptattraktion ihre gebührende Funktion zu verleihen? Gab es niemanden in der Qualitätskontrolle, der das hätte bemängeln können? Für mich ist es jedenfalls unbegreiflich, dass man so viel Geld für einen Verstärker ausgibt – vor allem wegen der Optik – und dann so enttäuscht wird.

Okay… bittere Pille geschluckt und trotzdem versucht, Freude an der Endstufe zu entwickeln. Ich hoffte, dass der Klang wenigstens überzeugen würde und nachvollziehbar machte, warum man 20.000 Euro dafür ausgegeben hat. Doch die nächste Enttäuschung ließ nicht lange auf sich warten. So träge wie die VU-Meter, so träge war auch das Klanggeschehen, das die GS150 mit meinen Magico V3 erzeugte. Ich habe noch nie zuvor ein so weichgespültes Gerät mein Eigen genannt. Unbegreiflich, dass diese Endstufe nur einen Hauch von Emotionen vermittelt. Ob sich die GS150 mit anderen Lautsprechern anders verhält, interessierte mich in diesem Moment überhaupt nicht mehr. Ich hoffte nur, das Gerät so schnell wie möglich loszuwerden, ohne dabei einen größeren finanziellen Schaden zu erleiden.

Kritik an der Fachpresse: Wo bleibt die Ehrlichkeit?

Also im Ernst: Was zum Teufel sollte das werden, Audio Research? Für mich ist es noch unverständlicher, dass ausnahmslos kein Tester diese trägen VU-Meter kritisiert hat, und dass in den Berichten über große Marken wie diese immer alles als perfekt dargestellt wird. Für mich ist dieser Verstärker ein absoluter Fehlschlag und gehört aus der Geschichte von AR gestrichen.

Und bevor jetzt der Aufschrei ins Bodenlose ausartet: Die getesteten Vorstufen waren die AR LS28, AR SP11 + PS11, Jadis JP30, Accuphase DC300, Accuphase C290V, Electrocompaniet EC 4 und Nakamichi CA7. Reicht das? Und bei allen dasselbe: träge, träge, träge… Glaubt es oder nicht. Für mich stellt dieses Gerät in keiner Weise eine Alternative dar.

Technische Daten: Audio Research GS150 Bolide

Kategorie Technische Spezifikationen
Ausgangsleistung 155 Watt pro Kanal kontinuierlich (20Hz – 20kHz)
Leistungsbandbreite 5 Hz bis 80 kHz (-3dB)
Frequenzgang 0,5 Hz bis 120 kHz (-3dB bei 1 Watt)
Eingangsimpedanz 300k Ohm (Balanced)
Röhrenbestückung 4 x Matched pair KT150 (Power), 4 x 6H30 (Driver)
Signal-Rausch-Abstand 114 dB unter Nennleistung
Gewicht 39,5 kg (Ein echtes Schwergewicht)
Abmessungen (BxHxT) 483 mm x 251 mm x 572 mm

Das mackern.de Fazit: Design-Ikone mit klanglicher Bremse

Die Audio Research GS150 nutzt zwar eine Röhrentechnologie, die für Wärme bekannt ist, aber in diesem Fall schlägt die Wärme in Trägheit um. Für Audiophile, die auf Dynamik und Schnelligkeit setzen, ist dieses Gerät – trotz der beeindruckenden Optik – leider ein absoluter Fehlschlag. Wer 20.000 Euro investiert, erwartet keine weichgespülte Performance. Schade um die schönen VU-Meter, die ihren Namen leider nicht verdienen.

In diesem Sinne…

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