Eri Yamamoto Trio – In Each Day, Something Good
Eri Yamamoto Trio – In Each Day, Something Good Hörbericht:
Wer ist eigentlich Eri Yamamoto? Zuerst dachte ich bei dem Namen sofort an eine familiäre Verbindung zur Legende Tsuyoshi Yamamoto. Die Recherche ergab jedoch: Keine direkte Verwandtschaft, aber klanglich mindestens genauso spannend! Geboren in Osaka, zog es Eri Yamamoto nach New York City, wo sie sich in der harten Jazz-Szene des Big Apple einen festen Platz erarbeitet hat.
Ihr Stil ist eine faszinierende Mischung aus japanischer Lyrik und der Energie des modernen New Yorker Jazz. Ihr Spiel ist oft tief emotional, melodisch und zeigt ein feines Gespür für Nuancen.
Das Album: In Each Day, Something Good (2019)
- Label: AUM Fidelity
- Besetzung: Eri Yamamoto (Piano), David Ambrosio (Bass), Ikuo Takeuchi (Schlagzeug)
Dieses Album ist eine Feier des Alltäglichen. Yamamoto schafft es, die kleinen, guten Momente des Lebens in Töne zu fassen. Technisch ist die Aufnahme auf dem Label AUM Fidelity über jeden Zweifel erhaben – das Trio steht plastisch und mit einer wunderbaren Dynamik im Raum.
Trackliste & Analyse:
- Attraction Of The Moon (7:44): Ein verträumter, fast meditativer Einstieg. Das Piano fließt wie Mondlicht durch den Raum.
- Secret Link (5:37): Geheimnisvoll und spannend. Ein komplexes Zusammenspiel, das die unsichtbaren Fäden des Lebens vertont.
- Every Day (6:28): Optimistisch und groovig. Ein Stück, das die Schönheit der täglichen Routine feiert.
- We’ll Figure Out Blues (5:47): Entspannter Jazz mit Blues-Einschlag. Melancholisch, aber mit einer hoffnungsvollen Grundstimmung.
- Blue In Tunisia (6:15): Exotisch! Modale Skalen treffen auf nordafrikanische Rhythmen. Eine Brücke zwischen den Welten.
- I Was Born (6:44): Tief emotional und progressiv aufgebaut – die musikalische Reise einer Geburt.
- A Little Suspicious (4:41): Verschmitzt und neugierig. Das Trio spielt hier meisterhaft mit Skepsis und Spannung.
- Let’s Eat, Then Everything Will Be Ok (4:54): Ein fröhlicher Track über die heilende Kraft eines gemeinsamen Essens.
- A Little Escape (4:52): Die perfekte musikalische Flucht aus dem Alltag. Sanft und erholsam.
- Sheep Song (7:35): Hypnotisch und beruhigend. Wie das Zählen von Schafen führt uns dieser Track in einen friedlichen Ausklang.
Diskografie-Check (Auswahl):
Eri Yamamoto liefert konstant auf höchstem Niveau ab. Hier ein kleiner Überblick für Sammler (alle mit dem Prädikat „Mackern-Empfehlung“):
- Firefly (2011): Elegant und leicht wie das Leuchten von Glühwürmchen.
- Redwoods (2014): Erdig, majestätisch und von der Ruhe riesiger Bäume inspiriert.
- The Next Page (2017): Ein wichtiges Kapitel ihrer künstlerischen Weiterentwicklung.
- Gosh Ondo Suite (2021): Ein Geniestreich, der traditionelle japanische Tänze in modernen Jazz übersetzt.
Fazit
Eri Yamamoto ist weit mehr als „nur ein weiterer Name“ in der Jazzwelt. Mit ihrem Trio schafft sie eine klangliche Tiefe, die sowohl intellektuell als auch emotional voll überzeugt. In Each Day, Something Good ist ein Album, das man immer wieder hören kann, ohne dass es sich abnutzt. Für Fans von Klavier-Jazz-Trios eine absolute Empfehlung!