Sonosax Stelladat ll
Sonosax (Stellavox) Stelladat II High End DAT Rekorder Test:
Wer mackern.de liest, weiß: Ich habe eine Schwäche für Geräte, die aus dem Vollen gefräst sind. Der Stelladat II von Sonosax ist genau so ein Kaliber. Aber die Geschichte dahinter ist fast so spannend wie der Klang selbst. Ursprünglich basiert das Gerät auf der Technologie von Stellavox. Die Legende Stellavox hatte mit dem Stelladat I (MK 1) ein optisches Meisterwerk geschaffen, das jedoch im harten Alltag an der Physik scheiterte. Das Gerät litt unter massiven Überhitzungsproblemen – ein technischer Makel, den Stellavox nie ganz in den Griff bekam.
An diesem Punkt kam Sonosax ins Spiel. Die Schweizer Edelschmiede für professionelles Audio übernahm die Pläne und krempelte das Innere komplett um. Sie merzten die Wärmeprobleme aus, steigerten die Zuverlässigkeit und machten aus einer „Diva“ ein echtes Arbeitstier. Der Stelladat II gilt heute als der bedeutendste Fortschritt in der portablen DAT-Aufzeichnung. Er vereint die haptische Faszination von Stellavox mit der unbestechlichen Performance von Sonosax.
Was den Stelladat II auszeichnet, ist seine schiere Unzerstörbarkeit und die erstklassige Klangqualität. Während andere Hersteller versuchten, DAT-Geräte in den 90ern immer billiger und plastiklastiger zu bauen, setzte Sonosax auf kompromisslose Wertigkeit. Er war die Antwort für alle Tontechniker und Audioprofis, die draußen im Feld – egal ob bei Filmproduktionen oder Naturaufnahmen – keine Kompromisse eingehen durften.
Funktionsvielfalt und Schweizer Präzision
Der STELLADAT II ist ein echtes Unikat. Er kann sowohl zwei als auch vier Spuren gleichzeitig aufzeichnen – eine Seltenheit in dieser Kompaktklasse. Das Herzstück ist der echte 4-Kanal-Eingangsmischer. Jeder der vier Mikrofon-/Line-Eingänge ist mit High-End Vorverstärkern, Gain-Reglern, Limitern und Tiefpassfiltern bestückt. Das Routing ist absolut flexibel, ob mit oder ohne Pan-Poti, alles ist auf den schnellen Zugriff ausgelegt.
Besonders stolz sind die Schweizer auf die Taktstabilität. Während andere Rekorder oft mit Frequenzschwankungen kämpften, bietet der Stelladat II eine Timecode-Präzision von unter 2 ppm (optional sogar 0,2 ppm mit ofenstabilisiertem Quarz). Das ist Profiliga.
Detaillierte Funktionsübersicht:
- Linke Seitenblende: Vier Mikrofon-/Line-Eingänge sowie vier analoge Line-Ausgänge und die Monitorsektion mit MS-Steuerung und Kopfhöreranschluss.
- Rechte Seitenblende: Zwei digitale AES/EBU XLR-Ein- und Ausgänge sowie optische Ein- und Ausgänge für SPDIF-Digitalsignale. Zusätzlich befinden sich hier die XLR- und Lemo-Anschlüsse für den Timecode-Ein- und Ausgang.
- LCD-Bildschirm: Der hochauflösende LCD-Bildschirm bietet eine präzise Kontrolle der Signalpegel und bleibt auch bei starkem Umgebungslicht gut sichtbar.
- Ergonomische Bedienelemente: Die Tape/Direct-, User-Programm- und Display-Tasten befinden sich direkt neben den Hauptpegelpotentiometern. Die Transporttasten sind aus hochwertigen Materialien gefertigt und speziell gummibeschichtet.
- Oberseite: Das Bandlaufwerk ist auf der rechten Seite des 4-Kanal-Mischers angeordnet, die Menüauswahl erfolgt über einen einfachen Joystick.
- Rückseite: Das Batteriefach befindet sich auf der Rückseite des Rekorders, daneben ein kleiner eingebauter Lautsprecher.
Technische Daten:
| Kategorie | Spezifikation |
|---|---|
| Aufnahmeformat | DAT (Digital Audio Tape) |
| Abtastraten | 44.1, 48, 88.2, 96 kHz |
| Eingänge | 4 x XLR (analog/Mic), AES/EBU digital |
| Ausgänge | 4 x XLR (analog), AES/EBU digital, Optisch |
| Dynamikumfang | > 96 dB |
| Gewicht | ca. 3,5 kg (inkl. Batterien) |
| Gehäuse | Massives, robustes Aluminiumgehäuse |
Fazit des Autors
Der Stelladat II war nicht nur ein Werkzeug, sondern ein technischer Meilenstein. In einer Zeit, in der alles digitaler und flüchtiger wird, ist die Arbeit mit so einem massiven Gerät eine wahre Freude. Ob im Studio oder „über der Schulter“ im harten Einsatz: Die Audioqualität ist über jeden Zweifel erhaben.
Ein kleiner Hinweis zum Video: Dort ist die Variante MK 1 zu sehen. Optisch vielleicht die „schönere“ Ur-Form, aber man muss fairerweise sagen: Sie ist leider mit den erwähnten Kinderkrankheiten belastet. Wer wirklich aufnehmen will, greift zum Stelladat II von Sonosax.
Viel Spaß beim Hören und Entdecken!