Yamaha A S700
Yamaha A-S700 Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Wo ist der Bass geblieben?
Vor einigen Monaten führte mich meine Reise Richtung München, um ein Paar Canton Vento 890.2 DC Lautsprecher zu erwerben. Eigentlich wollte ich diese Lautsprecher ursprünglich gar nicht kaufen, da ihnen in einigen Berichten im Internet ein viel zu schwacher Bass bescheinigt wurde. Wenn ich mich allerdings immer nur nach dem Hörensagen-Effekt richten würde, bräuchte ich diese Seite hier gar nicht erst zu betreiben und könnte mir den ganzen Aufwand und die Kommentare sparen.
Als ich nun nach gut 2,5 Stunden Fahrt beim Verkäufer ankam, bot der mir natürlich direkt seine komplette HiFi-Anlage an. Darunter befand sich dieser hier beschriebene Verstärker sowie ein passender CD-Player CD-S300, ebenfalls von Yamaha. Der Verkäufer hatte einen Hörraum von ungefähr 10 Quadratmetern. Als er einen kurzen Testlauf startete, achtete ich selbstverständlich sofort auf den Bass und wie er sich wohl verhalten würde. Nach ca. 10 Minuten sagte ich ihm: „Also an Bassarmut leiden die Ventos zumindest in deinem Hörraum definitiv nicht.“ Erst später bemerkte ich allerdings, dass der Bassregler am Verstärker bis zum Anschlag aufgedreht war!
Die Ernüchterung im heimischen Hörraum
Zuhause angekommen, ließ ich die Cantos erst mal beiseite und ließ den Verstärker laufen, um zu sehen, ob er seinem Ruf gerecht wird. Wenn ich ehrlich sein soll, weiß ich gar nicht mal genau, welchen Ruf der A-S700 eigentlich mit sich trägt, aber für mich ist das ein Verstärker, den ich mit sofortiger Wirkung nicht einmal mehr auf dem Flohmarkt mitnehmen würde! Die Verarbeitung ist dennoch ganz okay, der Innenaufbau ebenso. Doch warum nur fehlt dem A-S700 so unendlich viel Bass, Druck und Volumen?
Die Yamaha-Ingenieure (Yamaha Europe) meinen scheinbar, wir hierzulande hätten andere Hörgewohnheiten als die Menschen in Japan. Aber warum das denn? Woher kommt diese Erkenntnis? Also nur für mein Verständnis noch mal die Frage: Wir hier in der EU stehen also angeblich nicht auf Bass? Deshalb wurde der Bass im A-S700 fast schon komplett weggelassen?
Vintage-Klasse gegen moderne Nüchternheit
Herr Yamaha Ingenieur, eine Frage an Sie: Warum glauben Sie wohl, dass so viele HiFi-Freaks massenhaft auf Vintage-Geräte umsteigen? Weil die meisten neueren Geräte – insbesondere im Einsteigerbereich – Musikalität und echte Spielfreude vermissen lassen! Dazu trägt der Bass eine Riesenportion mit bei. Nein, ich spreche hier nicht nur von Wärme im Klangbild, sondern von echter Emotion, die vom A-S700 einfach nicht transportiert wird.
Für mich, liebe Yamaha-Entwickler, ist der A-S700 absolut keine Alternative zu einem alten Yamaha AX-596. Natürlich könnte ich jetzt hergehen und mühsam schreiben: „Aber doch, hier und da kann der kleine Yamaha Verstärker auftrumpfen etc.“ Doch er macht es einfach nicht. Sogar mein kleiner QED A240 CD Amp klingt um Klassen besser! Naja, was soll’s. Für mich ist das kein guter Verstärker. Ich denke, ab der Serie A-S1000 macht es bei Yamaha dann wieder so richtig Spaß. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Yamaha A-S700
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Leistung (4 Ohm) | Max. Ausgangsleistung | 2 x 160 W (1kHz, 0,7% THD) |
| Dynamik | Impulsleistung (8/6/4/2 Ohm) | 140 / 170 / 220 / 290 W pro Kanal |
| Audio-Werte | Frequenzgang / SNR | 10 Hz – 100 kHz (+/- 1 dB) / 110 dB (CD) |
| Präzision | Klirrfaktor (THD) | 0,012% (50 W / 8 Ohm) |
| Kontrolle | Dämpfungsfaktor | 240 (8 Ohm, 1 kHz) |
| Technologie | Features | Pure Direct, ToP-ART Schaltungsdesign, CD Direct Amp |
| Maße | Gewicht / Größe | 10,9 kg / 43,5 x 15,1 x 38,2 cm (BxHxT) |
| Klangbild | Eindruck | Sehr schlank, wenig Volumen und Druck im Bassbereich |