Michael O Neill – Ontophony

Michael O Neill – Ontophony

Michael O’Neill – Ontophony Hörbericht:


Künstlerischer Hintergrund: Eine musikalische Vision

Michael O’Neill ist ein Musiker, der sich nicht in Schubladen stecken lässt. Ursprünglich tief im Jazz und Blues verwurzelt, sprengt er auf „Ontophony“ alle Genre-Grenzen. Dieses Werk ist ein Paradebeispiel für O’Neills Fähigkeit, anspruchsvolle Strukturen mit emotionaler Zugänglichkeit zu verbinden. Wer hier klassischen Jazz erwartet, wird überrascht sein – O’Neill nimmt uns mit auf eine Reise, die weit über das Gewohnte hinausgeht.

Musikalischer Stil: Die Verschmelzung der Welten

Das Album ist eine faszinierende Mischung aus Jazz-Harmonien, Blues-Attitüde und einer fast schon orchestralen Herangehensweise an Rhythmus und Klang. Besonders spannend: Die Integration von Dudelsack-Klängen (Pipe & Drum) in einen zeitgenössischen Kontext. Das klingt im ersten Moment schräg, entfaltet aber auf einer hochwertigen Anlage eine unglaubliche Dynamik und Räumlichkeit.

Besonders die Improvisationsanteile verleihen den Aufnahmen einen packenden Live-Charakter. Man spürt förmlich die spontane Interaktion der Musiker im Raum. Die Musik ist komplex, bleibt aber durch O’Neills Gespür für Melodien stets greifbar.


Die SACD-Erfahrung: Räumlichkeit pur

Da mir „Ontophony“ als Hybrid-SACD vorliegt, ist der klangliche Aspekt hier ein echtes Highlight. Die Mehrkanal-Abmischung (Multichannel) bietet eine Tiefenstaffelung, die den Hörer komplett einhüllt. Die Percussion-Instrumente sind messerscharf im Raum platziert, während die tieferen Frequenzen der Trommeln ein Fundament legen, das jede High-End-Kette fordert. Wer wissen will, was seine Anlage in Sachen Räumlichkeit und Dynamik wirklich kann, sollte diese Scheibe auflegen.


Trackliste & Analyse:

Being And Doing

  1. A Walk Supreme (5:46): Ein dynamischer Opener. Vielschichtige Klanglandschaften, die sofort klarmachen: Das hier ist eine musikalische Reise.
  2. Migration Of A Triad (5:28): Hier dreht sich alles um Wandel. Harmonische Schichten verschieben sich ständig – ein Fest für die Detailauflösung.
  3. Ontophony (4:07): Der Titeltrack. Philosophisch, komplex und doch einprägsam. O’Neill in Bestform.
  4. The Shiftings (4:49): Ein fließendes Stück, das die Unbeständigkeit thematisiert. Ständige rhythmische Transformationen.
  5. Astralis (2:43): Kurz, träumerisch, fast meditativ. Ein Moment der Schwerelosigkeit.
  6. Ogdoadic Zone (2:42): Experimentell und mystisch. Ungewöhnliche Rhythmen fordern den Hörer heraus.
  7. Re-Entry (4:16): Kraftvoll und eindringlich. Ein Stück über die Rückkehr, voller Spannung und Dynamik.

Epische Formate

  1. Luffness (15:11): Ein monumentales Werk! Shakuhachi, Didgeridoo und Taiko-Trommeln verschmelzen zu einer transzendenten Reise. Ein absoluter Härtetest für die Basskontrolle.
  2. Jedaya (7:32): Percussion pur. Djembe und Goblet Drum sorgen für eine reiche Textur und einen unaufhaltsamen Puls.
  3. Horse Of A Different Colour (13:58): Ein tiefer Einblick in O’Neills Welt. Narrativ, intensiv und getragen von Bass- und Snare-Drums. Ein emotionales Finale.

Fazit

„Ontophony“ ist ein klangliches Abenteuer für Entdecker. Michael O’Neill zeigt hier eine kreative Energie, die ihresgleichen sucht. Wer bereit ist, sich auf die Verschmelzung von archaischen Trommeln, Dudelsäcken und modernen Jazz-Strukturen einzulassen, wird mit einem Hörerlebnis belohnt, das lange nachwirkt. Technisch auf höchstem Niveau – klanglich eine echte Referenz.


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