Apple Music im Vergleich zu Tidal & Qobuz: Echte Klangqualität statt Marketing-Versprechen
Apple Music, AirPlay 2 und die Rückkehr der Dynamik – ein unterschätztes audiophiles Ökosystem
In der audiophilen Community wird Apple Music oft übersehen, während Dienste wie Qobuz und Tidal mit Versprechen von 24-Bit/192 kHz oder FLAC die Debatte dominieren. Es ist der klassische Irrtum, der auf Buzzwords basiert – als ob mehr Bits automatisch besseren Klang bedeuten. Tatsächlich hat Apple Music sich zu einer ernstzunehmenden Alternative entwickelt, die in manchen Bereichen sogar Vorteile wie überlegene Stabilität und Integration bietet.
Basierend auf umfassenden Tests aus 2025 mit hochwertigen DACs wie dem Chord Hugo TT2 zeigt sich: Apple Music liefert oft einen natürlichen, unverfärbten Klang, der weniger „produziert“ wirkt als die manchmal überbetonten Hi-Res-Formate der Konkurrenz.
Der Fokus auf optimierte Workflows: Apple Digital Masters (ADM)
Ein gängiger Mythos ist, dass Streaming-Plattformen Zugriff auf physische Masterbänder bräuchten. Die Wahrheit: Die analogen Mastertapes bleiben bei den Labels. Entscheidend ist die Qualität der digitalen Vorbereitung. Apple hat hier mit Apple Digital Masters (ADM) einen durchdachten Ansatz entwickelt.
ADM ist ein Workflow, der es Toningenieuren erlaubt, Mixe so zu mastern, dass sie nach der Kodierung ihre Dynamik und Transparenz bewahren. ADM priorisiert nicht maximale Lautheit, sondern einen Headroom von -1 dBTP, um Verzerrungen zu vermeiden. Messungen zeigen, dass ADM-Tracks oft eine höhere Dynamik aufweisen als vergleichbare Releases auf anderen Plattformen, die teils aus komprimierten Quellen stammen.
In meinen Tests mit dem Auralic Aries G2.1 klang Apple Music am „ehrlichsten“: Weniger Künstlichkeit in den Mitten und eine klarere Räumlichkeit. Über 90 % des Katalogs sind nun in ADM-Qualität verfügbar.
AirPlay 2 – Das stabile Rückgrat
AirPlay 2 ist bitgenau (bit-perfect) und unterstützt ALAC bis 24-Bit/48 kHz. Apples Protokoll bietet dynamische Pufferung und ein intelligentes WLAN-Management, das Tidal Connect in Sachen Zuverlässigkeit oft überlegen ist.
Zwar liegt die Obergrenze bei 48 kHz (höhere Raten werden downsampled), was für das menschliche Gehör jedoch unkritisch ist. Im Alltag – etwa beim Streaming zu einem iFi Zen DAC – hält AirPlay 2 klanglich problemlos mit kabelgebundenen CD-Setups mit.
Das Ende des Loudness War
Apple geht massiv gegen den „Loudness War“ vor. Während Spotify auf -14 LUFS normalisiert, zielt Apple auf -16 LUFS. Das klingt leiser, schont aber die Dynamik massiv. Musik kann wieder „atmen“. ADM-Master erreichen oft DR-Werte (Dynamic Range) von 10-12, was besonders bei Jazz-Klassikern wie Miles Davis‘ „Kind of Blue“ sofort hörbar ist.
Technischer Vergleich: Apple vs. Qobuz vs. Tidal
| Aspekt | Apple Music (ALAC/ADM) | Qobuz (FLAC) | Tidal (FLAC/Max) |
|---|---|---|---|
| Max. Auflösung | 24-bit / 192 kHz | 24-bit / 192 kHz | 24-bit / 192 kHz |
| Mastering-Konzept | Ja (ADM, dynamikfokussiert) | Nein (labelabhängig) | Teilweise (ehem. MQA) |
| Normalisierung | −16 LUFS (schonend) | Keine (variabel) | −14 LUFS |
| Klangcharakter | Natürlich, ehrlich | Detailreich, offen | Bassstark, kräftig |
Fazit: Apple Music ist kein Geheimtipp mehr
Apple Music hat sich zu einer audiophilen Plattform entwickelt, die Musikalität über Bits priorisiert. Durch die Rückbesinnung auf Dynamik lässt es die Musik so klingen, wie sie gemeint war. Während Qobuz bei reinem Hi-Res-Datenmaterial punktet, ist Apple im Alltag überlegen: Günstiger, besser integriert und klanglich konsistenter.
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