JM Lab Focal Mezzo Utopia

JM Lab Focal Mezzo Utopia

JM Lab Focal Mezzo Utopia High End Lautsprecher Erfahrungsbericht / Test: Ein französischer Blockbuster für echte HiFi-Freaks

Focal-JMlab ist ein Akustik-Forschungsbüro, das 1979 in Paris von Jacques Mahul, einem Ingenieur und High-Fidelity-Enthusiasten sowie Technologiejournalisten, gegründet wurde. Mahul begann, seine ersten Lautsprecher in einer kleinen Werkstatt in Saint-Étienne, die seinem Vater gehörte, zu entwickeln. Während der Herstellung seiner Lautsprechertreiber brachte er auch seine eigene Lautsprecherreihe unter der Marke JMlab auf den Markt. Sein erster Lautsprecher, der DB13, war ein Regallautsprecher, der Lautstärken erzeugte, die mit größeren Lautsprechern vergleichbar waren, insbesondere bei Bassfrequenzen. Zunächst verkaufte er sein Produkt nur an Bekannte, doch der DB13 fand bald seinen Weg in den Handel.

In den 1980er Jahren etablierten sich die beiden Marken weiter. Der Schwerpunkt lag auf Innovation und der Herstellung von Spezialprodukten wie der Polyglas-Membran und der Polykevlar-Membran. Die verwendeten Materialien für den Hochtöner entwickelten sich von Glasfasern zu Kevlar, was zu einem lineareren Frequenzgang und einer glatteren, weniger durchdringenden Höhenwiedergabe führte. JMlab wandelte sich vom Hersteller kleiner und mittlerer Lautsprecher zu einem Produzenten von High-End-Modellen.

Mit dem Eintreffen von Gérard Chrétien, einem weiteren Enthusiasten der High-Fidelity-Technologie und Chefredakteur der Zeitschrift L’Audiophile seit 1977, nahm die Marke 1990 rasant Fahrt auf. Chrétien ist derzeit Geschäftsführer und Marketingdirektor von Focal-JMlab. Durch die Anpassung der Produkte an die Bedürfnisse der Verbraucher erlangte die Marke bald ihre führende Rolle auf dem französischen Lautsprechermarkt, und ihr Ruf wurde durch zahlreiche Auszeichnungen gestärkt. So wurde das JMlab Vega-Modell in Japan zum „Lautsprecher des Jahres 1992“ gekürt, während das Grande Utopia-Modell 1996 von der internationalen Presse gelobt wurde.

Die Mezzo Utopia

Die Mezzo Utopia ist die drittgrößte Lautsprechermodell aus dieser Serie, über ihr stehen die Utopia und Grande Utopia (letztere zählt nach wie vor zu den besten Lautsprechern der Welt), während die Mini Utopia darunter angesiedelt ist. Ich hatte bisher die Gelegenheit, die Mezzo ausgiebig zu hören. Zunächst möchte ich die hervorragende Verarbeitungsqualität hervorheben. Selten habe ich solch perfekt verarbeitete Lautsprecher gesehen. Alles ist massiv, und es gibt keinen Millimeter, den man negativ erwähnen könnte. Ein echter Blockbuster, und der ehemalige Kaufpreis von über 20.000 D-Mark ist absolut gerechtfertigt. Da habe ich schon andere Lautsprecher in dieser Preisklasse gesehen, die sich schämen sollten.

Mit über 64 Kilo gehört die Mezzo sicherlich nicht zu den Leichtgewichten und ist genau die richtige Wahl für echte HiFi-Freaks. Viele könnten denken, dass man hier eine kräftige Threshold- oder Nelson Pass-Endstufe benötigt, damit die Mezzo zur Hochform aufläuft, aber das ist nicht unbedingt nötig. Auch mit kleineren Verstärkern lässt sie sich gut antreiben. Dennoch können mehr Watt oder zumindest ein hochwertiges Netzteil nicht schaden. Mit einem Standardverstärker kann man das Potenzial dieser Lautsprecher nicht ausschöpfen.

Ich habe die Mezzos mit einem Paar Lua Alborada, Threshold SA4 e und Audio Research VT 200 getestet. Klanglich gibt es meiner Meinung nach nichts auszusetzen. Die Mezzo spielt extrem präzise und absolut punktgenau. Der Bass ist eher schlank, doch bei hochwertigen Aufnahmen mit Tiefbass wird dieser mit einer Urgewalt wiedergegeben, die durchaus beeindruckt. Allerdings kommt die Bassqualität nicht ganz an die meiner Wilson Audio Watt Puppy 5.1 heran. Dennoch ist sie auf höchstem Niveau.

Die Hochtonwiedergabe hätte ich schärfer erwartet, doch sie bleibt frei von Schärfe und stressigem Klang. Die Mitten fügen sich nahtlos in das Gesamtbild ein, erscheinen mir jedoch etwas zu laut. Leises Hören ist mit der Mezzo nicht optimal, da die Mitten und Hochtöner bei sanften Tönen zu dominant wirken. Hier hat die Watt Puppy die Nase vorn, denn sie bietet selbst bei minimalem Pegel eine Bassdynamik, die ich nicht mehr missen möchte. Die Mezzo entfaltet jedoch ihre Stärken bei über Zimmerlautstärke.

Für mich gehört die Mezzo zur Gattung „Superlautsprecher“, die alles kann – außer leise spielen.


Gesamttabelle – JM Lab Focal Mezzo Utopia

Kategorie Merkmal Daten / Beschreibung
Prinzip Bauart 3-Wege Standlautsprecher, Bassreflex
Bestückung Hochtöner 26 mm Tioxid Inverskalotte (Telar 57 Polplatte)
Bestückung Mitteltöner 165 mm W-Sandwich-Konus (Neodym-Magnet)
Bestückung Tieftöner 270 mm W-Sandwich-Konus
Elektrik Wirkungsgrad 92,5 dB (2,83 V / 1 m)
Elektrik Impedanz 4 Ohm (Minimum 3,8 Ohm)
Frequenzgang Bereich 30 Hz – 25 kHz (+/- 3 dB)
Leistung Belastbarkeit 250 Watt (Musik) / Empf. Amp: 50 – 200 Watt
Maße Gewicht / Größe 64 kg pro Stück / 1170 x 350 x 465 mm (H x B x T)

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