PSVANE 211 TII Mark II
Ausführlicher Bericht: Erfahrungen mit PSVANE 211 TII Mark II Röhren aus China via Aliexpress
Vor einigen Jahren bot sich mir eine dieser seltenen Gelegenheiten, die man als HiFi-Enthusiast einfach beim Schopfe packen muss: Ich konnte ein Paar der legendären Lua Alborada 211 Monoendverstärker in der begehrten MK-I-Variante erwerben. Diese Boliden gelten in der Szene als absolute Klassiker. Wer sie kennt, weiß um ihre klangliche Erhabenheit und ihre fast schon skulpturale Präsenz im Hörraum.
Der aufgerufene Preis war verlockend, fast schon zu gut, um wahr zu sein. Doch wie so oft gab es einen Haken: Der Verkäufer gab offen zu, dass die Geräte eine technische Überholung benötigten, auch wenn sie noch spielten. Ich stand vor einer klassischen Entscheidung: Risiko oder Chance? Ich entschied mich für die Chance. Mein Plan war es, diese raren Stücke günstig zu schießen und sie mit gesundem Menschenverstand und gezieltem Aufwand wieder in den Olymp der Klangkunst zu hieven.
Der Kauf und erste Ernüchterung
Als die Alboradas endlich bei mir eintrafen, war die Vorfreude riesig. Doch beim ersten Probehören stellte sich schnell eine gewisse Ernüchterung ein. Das Klangbild wirkte zugeschnürt und seltsam zurückhaltend. Ein dezentes, aber nerviges Brummen untermalte die Szenerie, und man hatte das Gefühl, dass die massiven 211er-Röhren ihre Kraft einfach nicht auf die Straße brachten. Es war klar: Hier musste gehandelt werden.
Das Telefonat mit einer Legende: Herr Lua
Da mir die Verstärker bereits nach wenigen Stunden ans Herz gewachsen waren, suchte ich den direkten Draht zum Schöpfer höchstpersönlich – Herrn Lua. Was folgte, war ein über einstündiges Telefonat, das ich so schnell nicht vergessen werde. Herr Lua erklärte mir mit einer Leidenschaft, wie man sie heute nur noch selten findet, jedes Detail einer möglichen Revision. Der Schock kam jedoch beim Preis: 4.700 Euro rief er für die komplette Überholung auf.
Selbst als ich versuchte zu argumentieren, dass doch „nur“ ein paar Kondensatoren getauscht werden müssten und ich die Röhren selbst besorgen würde, blieb er hart. Sein „Entgegenkommen“ endete bei 2.500 Euro für eine abgespeckte Variante. Für mich war das zu diesem Zeitpunkt weder rational noch finanziell greifbar. An dieser Stelle ein trauriger Nachtrag: Herr Lua ist im Alter von 78 Jahren von uns gegangen. Möge seine Seele in Frieden ruhen – er war ein Unikat der deutschen HiFi-Geschichte.
Die Rettung: Fernost-Röhren und lokales Handwerk
Ich suchte nach einem anderen Weg. Nach intensiver Recherche stieß ich auf die PSVANE 211 TII Mark II. Die Meinungen in internationalen Foren waren vielversprechend, und der Preis auf Plattformen wie Aliexpress war im Vergleich zu NOS-Röhren (New Old Stock) fast schon ein Witz. Parallel dazu fand ich einen fähigen Reparateur, der die technischen Innereien der Alboradas für faire 700 Euro auf Vordermann brachte.
Am Ende standen Gesamtausgaben von knapp unter 1.200 Euro (inklusive der neuen PSVANE-Röhren) gegen die ursprünglich aufgerufenen 4.700 Euro. Es war Zeit für den finalen Test.
Klangliche Überraschung: Ein neues Leben für die Alborada
Was dann geschah, lässt sich kaum in Worte fassen. Mit den frisch eingesteckten PSVANE 211 TII Mark II erwachten die Monos zu neuem Leben. Der Klang war plötzlich da: kraftvoll, seidig und mit einer Feinzeichnung, die mich sprachlos machte. Besonders beeindruckend war die Kontrolle im Bassbereich. Wer behauptet, Röhren könnten keinen präzisen Tiefbass, hat diese Kombination noch nicht gehört. Die Alboradas schoben einen Bass in den Raum, der an die besten Transistor-Boliden erinnerte – aber garniert mit dieser unvergleichlichen Aura und Dynamik, die nur eine 211er-Triode bieten kann.
Die Höhen und Mitten spielten mit einer solchen musikalischen Fülle auf, dass stundenlanges Hören ohne jegliche Ermüdung möglich war. Es war eine klangliche Offenbarung.
Qualität der PSVANE 211 TII Mark II Röhren
Ich muss hier eine Lanze für die chinesische Fertigung brechen. Die PSVANE 211 TII Mark II sind haptisch und optisch absolute Meisterwerke. Die Verarbeitungsqualität ist exzellent, und klanglich spielen sie in einer Liga, die normalerweise ein Vielfaches kostet. Die Mischung aus Dynamik und sanfter, natürlicher Klangfarbe ist genau das, was anspruchsvolle Genießer suchen.
Fazit
Die Entscheidung, den Alboradas mit den PSVANE-Röhren eine zweite Chance zu geben, war goldrichtig. Wer seltene Röhrenschätze besitzt und vor den horrenden Preisen für „originale“ Ersatzteile zurückschreckt, sollte den Blick nach Osten wagen. Die PSVANE 211 TII Mark II sind eine echte Empfehlung und haben meine Lua-Monos in den HiFi-Himmel katapultiert.
Hier findet ihr die Röhren: PSVANE 211 TII Mark II bei Aliexpress
Hinweis zur Unterstützung
Abschließend ein kleines Wort in eigener Sache: Wenn ihr über den bereitgestellten Aliexpress-Link bestellt, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis absolut nichts, aber ihr helft mir dabei, diese Seite und die Tests am Laufen zu halten. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich selbst für „Mackern-tauglich“ befunden habe. Vielen Dank für euren Support!