Sony TA N80ES
Sony TA-N80ES High End Endstufe Erfahrungsbericht / Test: Ein Kraftwerk für die Ewigkeit
Sony TA-N80ES: Brachiale Gewalt der späten 80er-Jahre
Im Jahr 1989 präsentierte Sony die Endstufe TA-N80ES – ein Gerät, das die HiFi-Welt auf ganz charakteristische Sony-Art bereicherte. Später folgten noch die Varianten MK II und MK III, wobei man ganz klar sagen muss: Die MK III-Version ist der heilige Gral dieser Serie. Sie sticht durch ihre zwei massiv gekapselten Ringkerntrafos hervor, was sie zur begehrtesten Variante unter Sammlern macht. Das spiegelt sich heute natürlich auch gnadenlos in den Preisen auf dem Gebrauchtmarkt wider.
Optik und Design: Zeitlose Eleganz in Schwarz und Champagner
Rein äußerlich lassen sich die drei Evolutionsstufen der N80ES nicht voneinander unterscheiden. Damals hatte der geneigte Käufer die Wahl zwischen klassischem Schwarz und dem edlen Champagner-Finish. Mit einem ursprünglichen Preis von rund 2.500 DM war die Endstufe für die späten 80er und frühen 90er-Jahre eine beachtliche Investition, vor allem wenn man sie mit anderen Geräten ihrer Klasse verglich. Doch Sony lieferte ab: Ein bemerkenswertes Preis-Leistungs-Verhältnis gepaart mit einer grundsoliden Verarbeitung und hochwertiger Technik unter der Haube.
Klangcharakter: Kraft braucht den richtigen Partner
Wie viele Sony-Verstärker jener Ära ist auch die TA-N80ES klanglich nicht für jede beliebige Konstellation blind zu empfehlen. Besonders im Zusammenspiel mit geschlossenen Lautsprechern offenbarte sich gelegentlich eine leichte Zurückhaltung im Bassbereich. Wenn man ihr jedoch die passenden Spielpartner zur Seite stellt, spielt die TA-N80ES ihre enorme Leistung voll aus und beeindruckt durch eine Dynamik, die selbst anspruchsvolle Hörer sofort in ihren Bann zieht.
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sagenhafte 2x 540 Watt an 4 Ohm (Impuls) und beeindruckende 2x 800 Watt an 2 Ohm. Diese schiere Kraft macht es möglich, selbst die „unmöglichsten“ und schwierigsten Lautsprecher stabil anzutreiben. Bei groß dimensionierten und leistungshungrigen Modellen läuft dieses Kraftpaket erst zur Hochform auf.
Einsatzmöglichkeiten: Wenn Lautsprecher kapitulieren
Leider konnte ich die TA-N80ES in meinem Test nur mit herkömmlichen Monitorlautsprechern befeuern. Die berüchtigten „Verstärkerkiller“ wie eine Infinity Kappa 8 oder Kappa 9 standen mir damals leider nicht zur Verfügung. Doch genau für solche Lasten ist die TA-N80ES wie geschaffen. Wer eine Kappa 9 wirklich an ihre mechanischen Grenzen bringen will, der stellt sich einfach eine zweite TA-N80ES daneben und betreibt beide im Mono-Modus. In diesem Szenario dürfte selbst eine anspruchsvolle Diva wie die Kappa 9 endgültig kapitulieren.
Fazit: Leistung trifft auf Understatement
Die Sony TA-N80ES ist ohne jeden Zweifel eine großartige Endstufe, die auch heute noch zu (vergleichsweise) attraktiven Preisen erhältlich ist. Ihre klangliche Souveränität und die enorme Kraftreserve machen sie zu einer Top-Empfehlung für HiFi-Enthusiasten. Ein kleiner persönlicher Kritikpunkt bleibt für mich jedoch: Mein Geschmack hat sich über die Jahre gewandelt, und ich finde, dass eine Endstufe mit solch brachialen Leistungsdaten eigentlich eine entsprechende optische Leistungsanzeige verdient hätte. Aber auch ohne zappelnde Zeiger bleibt die TA-N80ES ein beeindruckendes Stück Technik aus einer Zeit, in der Sony echte Maßstäbe im High-End-Sektor setzte. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Sony TA-N80ES
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Stereo Endverstärker (Mono brückbar) |
| Leistung (8 Ohm) | Dauerleistung Stereo / Mono | 2 x 200 Watt / 1 x 610 Watt RMS |
| Leistung (4 Ohm) | Dauerleistung Stereo | 2 x 270 Watt RMS |
| Impulsleistung | Dynamik (4 Ohm / 2 Ohm) | 2 x 520 Watt / 2 x 800 Watt |
| Audio | Frequenzgang / SNR | 1 Hz – 200 kHz / 120 dB |
| Audio | Klirrfaktor (THD) | 0,0018 % (10W / 8 Ohm) |
| Maße | Gewicht / Größe | 25,0 kg / 470 x 185 x 440 mm (BxHxT) |
| Historie | Baujahre / Varianten | 1989 – 1994 / MK I, MK II, MK III |