Sony CDP X7ESD
Sony CDP-X7ESD High End CD Player Erfahrungsbericht / Test: Ein Monument für die Ewigkeit
Die Vergänglichkeit der Zeit – und warum wir sammeln
Die Zeit, dieses verdammte Ding, das uns unaufhaltsam durch die Finger gleitet, ist nicht aufzuhalten – sie rinnt, ob wir es wollen oder nicht. Fast 17 Jahre betreibe ich nun schon meine Website www.mackern.de. Wenn ich zurückblicke, ist es kaum zu glauben, wie alles begann. Was einst als pure Leidenschaft, als ein fast schon manischer Enthusiasmus für HiFi-Technik startete, wuchs im Laufe der Jahre zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Unzählige Stunden sind in das Schreiben, Fotografieren, Recherchieren und Diskutieren geflossen. Nächte, in denen ich Verstärker poliert und Lautsprecher durch die Wohnung gewuchtet habe.
Doch manchmal frage ich mich – still und leise, wenn die Röhren glühen und die Musik verklungen ist – ob all das in der Summe die „richtige“ Entscheidung war. Hätte ich diese Zeit anders nutzen sollen? Bevor jetzt jemand den Psychiater ruft oder hier einen Hauch von Depression wittert: Vergesst es. Es geht nicht um Resignation. Es geht um eine ehrliche Inventur der Seele. Und genau dazu möchte ich euch eine kleine Geschichte erzählen, die mich bis heute begleitet und die erklärt, warum Geräte wie der Sony CDP-X7ESD mehr sind als nur Elektronikschrott.
Eine Begegnung der besonderen Art
Vor vielen Jahren begegnete ich einem älteren Herrn, dessen Lebensgeschichte mich nachhaltig beeindruckt und nachdenklich gemacht hat. In einem großzügigen Haus, verteilt auf vier Stockwerke, hatte er über 3.600 HiFi-Geräte zusammengetragen. Stellt euch das mal vor: 3.600 Geräte! Vom seltensten Röhrenverstärker aus den 60ern bis zum exotischen japanischen Plattenspieler, den hierzulande kaum einer kennt. Alles liebevoll katalogisiert, perfekt gepflegt, wie ein privates Technikmuseum, in dem die Zeit stillzustehen schien.
Mit seinen inzwischen 70 Jahren stand er vor mir, inmitten seiner Türme aus Aluminium und Holz, und stellte die vielleicht schwerste Frage, die man sich selbst stellen kann: „War es sinnvoll, über 40 Jahre lang HiFi zu sammeln?“ Ich sah ihm in die Augen – und ich glaube, er kannte die Antwort bereits. Es schwang eine Melancholie mit, die schwerer wog als jeder 30-Kilo-Verstärker.
„Oder anders gefragt: Wann hat man uns eigentlich diese extreme Konsumleidenschaft beigebracht?“ – Eine Frage, die weit über das Hobby hinausreicht. Meiner Meinung nach begann diese Denkweise in den 1940er und 50er Jahren, als die USA nach dem Krieg den Konsum zur bürgerlichen Tugend erhoben und diese Mentalität langsam, aber sicher, über den Atlantik zu uns herüberschwappte. Werbung, Produktneuheiten, ständige Modellwechsel – ein Kreislauf, der uns mehr zu Sammlern und Jägern macht, als uns vielleicht guttut. Wir kaufen das Versprechen von Glück, verpackt in gebürstetem Metall.
Aber bitte versteht mich nicht falsch – ich liebe HiFi. Ich bin süchtig danach. Der Geruch eines frisch ausgepackten Geräts (oder der Duft von warmem Staub alter Geräte), das Gefühl beim Betätigen einer perfekt verarbeiteten Taste, das satte „Klack“ eines Relais, der Moment, wenn der erste Ton erklingt – all das löst in mir pure Begeisterung aus. Es ist Haptik in einer digitalen Welt. Aber manchmal frage ich mich, wie unsere Welt heute aussehen würde, wenn wir nicht in dieser Form auf Konsum getrimmt worden wären. Vielleicht hätten wir weniger, würden aber intensiver genießen.
Gedanken vor dem Techniktalk
Bevor wir uns nun dem Sony CDP-X7ESD widmen, diesem Monolithen der CD-Geschichte, möchte ich eines festhalten: Es schadet nicht, ab und zu innezuhalten und über die Dinge jenseits der Technik zu sprechen. HiFi ist für viele mehr als nur Technik – es ist ein Stück Kulturgeschichte, ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach Schönheit im Klang und nach Beständigkeit in einer Wegwerfgesellschaft. Und vielleicht ist es genau diese Mischung aus Technikbegeisterung und Menschlichkeit, die unser Hobby lebendig hält. Der X7ESD ist genau so ein Anker: Ein Gerät, gebaut für die Ewigkeit, nicht für die Müllhalde.
Sony CDP-X7ESD – Ein Panzer im Smoking
Kommen wir zum Eingemachten. Wenn man den Sony CDP-X7ESD vor sich stehen hat, dann spürt man sofort: Hier wurde nicht gespart. Hier wurde geklotzt. Das ist kein moderner Plastik-Player, der beim scharfen Hinsehen auseinanderfällt. Das hier ist japanischer Maschinenbau in seiner reinsten Form.
Das Laufwerk: Ein Mythos (KSS-190A / BU-1)
Man muss über das Laufwerk sprechen. In diesem Player schlummert eines der besten, wenn nicht das beste CD-Laufwerk, das je gebaut wurde. Wir reden über die Basis-Unit mit dem KSS-190A Laser. Warum rasten Kenner bei diesem Kürzel aus? Weil es kein billiges Zahnrad-Getriebe ist. Der Laser wird von einem Linearmotor bewegt. Das bedeutet: Er gleitet auf einem Magnetfeld. Die Zugriffszeiten sind so schnell, dass man blinzelt und der nächste Track läuft schon. Keine Verzögerung, kein „Rrrrrt-Rrrrrt“-Geräusch. Stille. Präzision.
Die Schublade fährt nicht einfach auf; sie gleitet heraus wie der Tresorraum einer Schweizer Bank. Das ganze Laufwerk ist in einem Druckguss-Chassis verankert, das Sony damals „Gibraltar-Chassis“ nannte (ein Verbundstoff aus Polyesterharz und Kalziumkarbonat), um Vibrationen im Keim zu ersticken. Wer das einmal bedient hat, will nie wieder einen modernen 500-Euro-Player anfassen.
Stimmen und Erfahrungen aus dem Netz
Ich bin mit meiner Begeisterung nicht allein. Das Netz ist voll von Lobeshymnen, die meine Erfahrungen bestätigen:
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In einem Hifi-Forum berichtet ein langjähriger Besitzer:
„hab mir diesen im April 1990 gegönnt … läuft, und läuft, und läuft … gebaut wie ein Panzerschrank. exzellente Verarbeitung! angeblich eines der besten Laufwerke die überhaupt je gebaut wurden.“
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Ein anderer Fan ergänzt:
„seit 15 Jahren täglich mehrere Stunden im Einsatz und hatte noch nie … irgendwelche Probleme! gebaut für die Ewigkeit.“
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Technisch auffällig wird es bei den Messwerten:
„Das Oszi zeigt das HF-Signal des X7ESD mit einem Jitteranteil um die 20 nS – ein extrem guter Wert. Die Nachfolger können dem X7ESD in Dynamik, Lebhaftigkeit und Musikalität nicht das Wasser reichen.“
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Auf Reddit heben mehrere Nutzer die massive Verarbeitung hervor:
„Built like a Sherman tank. … The whole thing is built inside a copper faraday cage, the workmanship is incredible.“
Ja, das kupferbeschichtete Chassis ist nicht nur Show, es ist ein Faradayscher Käfig par excellence. Störstrahlungen haben hier Hausverbot.
Diese Stimmen untermauern, was ich gefühlt habe: Dieser CD-Player ist kein blasses Nostalgiekonstrukt, sondern ein akustisch und haptisch beeindruckendes Statement, das bis heute Respekt verlangt. Die ES-Serie (Elevated Standard) war damals Sonys Art zu sagen: „Wir können es besser als alle anderen.“
Fazit: Klangliche Qualitäten des CD X7ESD
Kommen wir zum Klang. Viele Kritiker behaupten ja gerne pauschal, ältere Sony-Player klängen kühl, steril oder „typisch japanisch“ analytisch. Aus meiner Erfahrung – und das habe ich oft genug gegen moderne Wandler getestet – ist das totaler Quatsch, zumindest beim X7ESD.
Im Inneren werkeln legendäre Burr-Brown PCM58P-S Wandler (Multibit, nicht der spätere 1-Bit Pulse-Kram). Das sind R-2R Wandler der alten Schule. Und genau so klingen sie auch: Sie haben Körper. Sie haben Punch. Der Bass ist knochentrocken und rabenschwarz. Er hat eine Autorität, die vielen modernen Delta-Sigma-Weichspülern fehlt.
Der X7ESD ist neutral – ja. Aber im besten Sinne. Er verfärbt nichts. Er fügt keinen Zuckerguss hinzu. Selbst mittelmäßige Aufnahmen klingen erträglich, aber wenn man ihm hervorragende Quellen (z.B. eine gute XRCD oder eine alte MFSL) zuführt, entfaltet sich ein atemberaubendes Klangbild: Der Vorhang hebt sich. Die Bühne ist breit und tief gestaffelt. Dynamiksprünge kommen ansatzlos. Inmitten einer modernen, schnelllebigen Konsumwelt ist er für mich ein Monument der Beständigkeit. Wer so einen Player besitzt: Behaltet ihn. Pflegt ihn. Sowas wird nie wieder gebaut.
Technische Daten Sony CD X7ESD
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Hersteller | Sony (Japan) |
| Erscheinungsjahr | ca. 1988/1989 (Modelljahr 1989) |
| Typ | High End CD-Player |
| Signal-Rausch-Verhältnis (SNR) | > 115 dB (Digital Zero) |
| Gesamtklirrfaktor (THD) | < 0,0015 % |
| Frequenzgang | 2 Hz – 20 kHz (±0,3 dB) |
| Dynamikbereich | > 100 dB |
| Digital-Analog-Wandlung (DAC) | 2x Burr-Brown PCM58P-S (18-Bit Multibit) |
| Laufwerk / Laser | Sony BU-1E / KSS-190A (Linearmotor, Druckguss) |
| Digitaler Ausgang | Koaxial (Cinch) und Optisch (Toslink) |
| Analoger Ausgang | Symmetrisch (XLR) und Unsymmetrisch (RCA Cinch, Fixed & Variable) |
| Ausgangsspannung (analog) | Variabel, typ. 2 V (RCA) oder 4 V (XLR) |
| Abmessungen (B × H × T) | 470 × 125 × 375 mm (Mit Holzseiten) |
| Gewicht | ca. 17 – 18 kg (Kampfgewicht!) |
| Stromversorgung | 220–240 V, 50/60 Hz |
| Fernbedienung | Ja, RM-D790 (sehr robust) |
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Ist es nicht diese „Konsumfixierung“, dieses ständige Streben nach dem Besseren, die den Fortschritt so ungemein beschleunigt hat? Natürlich muss es neben der Technikbegeisterung noch ein ethisch-religliöses Fundament geben aber es ist dieses Mindset, dass in den letzten Jahrzehnten den Wohlstand der Welt gemehrt hat. Allerdings konzentriere ich mich auch auf eine schöne Anlage aus alten Sony-Komponenten.
Stimmt natürlich. Aber was ist für Sie Wohlstand? Ich beziehe Wohlstand nicht auf Materialismus… die gäbe es auch ohne das wir jeden Tag im Hamsterrad etwas hinrennen das uns eigentlich nicht weiterbringt.
Ich verstehe Ihren Einwand. Wohlstand beziehe ich in der Tat nur auf Materielles. Aber Sie haben recht, Zufriedenheit kann man dadurch nicht erzielen, wenn andere Aspekte zu kurz kommen. Ja, ich kann mir auch Zufriedenheit ohne Wohlstand vorstellen. Letztendlich kommt mein Zufriedenheit durch meine Familie, das es meiner Frau und meinen Kindern gut geht und wir alle unser Leben meistern. Im Arbeitsleben muss ich meine Leistung bringen aber ich habe das Glück, das nicht als Hamsterrad zu empfinden, sondern es als erweitertes Hobby zu begreifen. Letztendlich muss man mit der Arbeit irgendwie die Basis der Maslowschen Bedürfnishierarchie hinbekommen. Allerdings denke ich, ist es auch die (Neu-)gier, die immer wieder Menschen zum Fortschritt treibt. Wenn es Gott gibt und man sich überlegt, wie er den Menschen planen müsste, um ihn zu einem sich selbstständig fortentwickelten Wesen zu machen, dann muss man sagen, dass die Gier ein wesentlicher Bestandteil zur Erreichung dieser Zielsetzung ist. Es ist traurig aber wahr: Nur die Unzufriedenheit holt uns von der Couch herunter und bringt uns dazu etwas Neues zu schaffen.
Danke für dein Beitrag! Aber die Welt und das univierum hat so vieles das entdeckt gehört das reicht unsere Neugier ein ganzes Leben nicht. Es muss nicht immer alles mit Gier verbunden sein. Denke unsere Prioritäten sind ziemlich versetzt und nicht richtig justiert. Gier ist, keine Menschliche Eigenschaft. Das wurde uns antrainiert.