Revoc A700 Tonbandgerät

ReVox A700

ReVox A-700 Tonbandmaschine Test / Erfahrungsbericht:

Revox A700: Das analoge Dickschiff für Perfektionisten

Die Revox A700 ist nicht einfach nur eine Tonbandmaschine – sie ist ein technisches Monument. Produziert zwischen 1969 und 1981, markierte sie bei der Revox AG den Vorstoß in Regionen, die normalerweise den Profi-Maschinen von Studer vorbehalten waren. Während die legendäre A77 das Wohnzimmer eroberte, war die A700 für diejenigen gedacht, denen „gut“ nicht gut genug war. Wir reden hier von einer semiprofessionellen Maschine, die klanglich und technisch ganz nah an der Studer B67 gebaut ist.

Klangqualität und technischer Aufbau

Wer einmal eine A700 in Bestform gehört hat, weiß: Diese Maschine ist ein Meister der Klangtreue. Sie bildet selbst komplexe Passagen mit einer Klarheit ab, die man dem analogen Band oft gar nicht zutraut. Das liegt vor allem an der Verwandtschaft zur großen Profi-Schwester Studer B67. Viele Bauteile und das grundlegende Schaltungskonzept sind identisch.

Ein echtes Highlight ist die quarzgesteuerte Geschwindigkeitsregelung. Was heute Standard ist, war damals eine Revolution und sorgt für einen absolut stabilen, ja fast stoischen Bandlauf. Die Maschine bietet drei Geschwindigkeiten, wobei die 15 ips (38 cm/s) die klangliche Offenbarung sind. Hier zeigt die A700, was Dynamik und Durchzeichnung wirklich bedeuten.

Bedienung und Transportmechanismus

Unter der Haube arbeitet ein dreimotoriger Direktantrieb. Ein massiver Capstan-Motor und zwei kräftige Wickelmotoren sorgen dafür, dass auch große Spulen präzise und bandschonend bewegt werden. Aber Vorsicht: Die A700 ist kein „Plug-and-Play“-Gerät. Eine automatische Bandführung sucht man vergebens – hier ist noch echtes Handanlegen gefragt. Das manuelle Einfädeln gehört zum Ritual und unterstreicht den professionellen Anspruch dieser Maschine.

Anschlüsse im Check

Obwohl die A700 technisch fast eine Studer ist, bleibt sie bei den Anschlüssen der HiFi-Welt treu. Sie setzt auf Cinch-Anschlüsse für Line-In und Line-Out. Wer symmetrische XLR-Anschlüsse sucht, wird enttäuscht sein – die gab es erst bei der Studer-Variante oder durch teure Umbauten. Für das heimische HiFi-Rack ist die Cinch-Bestückung jedoch ein Segen, da sie den Anschluss an Vorverstärker wie die Accuphase C-280L kinderleicht macht.

Technische Daten im Überblick

Kategorie Spezifikation
Bandgeschwindigkeiten 3,75 / 7,5 / 15 ips (9,5 / 19 / 38 cm/s)
Frequenzgang (15 ips) 30 Hz – 20 kHz
Signal-Rausch-Verhältnis 60 dB (bei 15 ips)
Klirrfaktor < 0,5 % (1 kHz, 15 ips)
Antrieb 3-Motor-Direktantrieb (quarzgeregelt)
Gewicht ca. 25 kg
Besonderheit Integrierter 4-Kanal-Mischpult-Teil

Fazit

Die Revox A700 ist auch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen eine der beeindruckendsten Maschinen für den semiprofessionellen Einsatz. Wer den „großen“ Studer-Sound in seinem Wohnzimmer haben möchte, ohne auf XLR-Adapter angewiesen zu sein, findet hier seinen heiligen Gral. Die solide Verarbeitung, das präzise Laufwerk und die exzellente Klangtreue machen sie zu einem zeitlosen Klassiker, der jeden Euro wert ist – vorausgesetzt, man findet ein gut gewartetes Exemplar.

In diesem Sinne…

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