Aber der wahre Grund für meine Besuche ist die Gebraucht-Ecke. Da werden Geräte im Kundenauftrag vertickt. Aber Vorsicht: Schnäppchenjäger haben es hier schwer. Die Verkäufer wissen ganz genau, was im Netz für Kurse aufgerufen werden, und knallen meistens noch mal 10 bis 20 % oben drauf. Business as usual eben.
Am ersten und zweiten Weihnachtstag bin ich natürlich damit beschäftigt zu arbeiten. Als eine One Mann Show ist es nicht immer leicht, vor allem dann nicht, wenn das alles so umfangreich ist, wie ich das hier betreibe. Nun, am zweiten Tag des Weihnachten liege ich vor meiner Anlage und entspanne mit Music etwas. Natürlich höre ich mir eine Scheibe von ECM an.
Es gibt Maschinen, die Musik einfach nur abspielen. Und dann gibt es Maschinen, die Musik atmen lassen. Wer sich einmal ernsthaft mit der analogen Bandtechnik auseinandergesetzt hat, landet früher oder später unweigerlich bei einem Namen, der wie ein Monolith in der Audio-Geschichte steht: Studer. Speziell die Studer B67 ist mehr als nur ein Abspielgerät; sie ist ein mechanisches Kunstwerk, das für die Ewigkeit gebaut wurde.
Heute war der Rainer – mein treuer HiFi-Komplize – wieder zu Gast, um über die großen Fragen der High-End-Welt zu philosophieren. So sehr wir uns bei der Technik einig sind, gibt es musikalisch eine kleine „Jazz-Barriere“: Rainer ergreift bei Saxofon und Besen-Schlagzeug eher die Flucht. Wenn er da ist, lassen wir die Anlagen also meist mit feinstem Deep House oder Dub Techno warmspielen
Wer sich fragt, warum Tigran Hamasyans Piano so perlend, schnell und attackreich klingt: Kongshaug war bekannt dafür, fast religiös auf DPA (ehemals Brüel & Kjær) 4011 Mikrofone zu setzen. Die sind gnadenlos impulstreu. Abgehört wurde das Ganze über die legendären Dynaudio Acoustics M4 Main-Monitore. Da wird nichts geschönt.
Hand aufs Herz: Wir alle lieben diesen Moment, wenn der Vorhang aufgeht. Wenn die Anlage nicht mehr nach Technik klingt, sondern nach Musik. Und weil wir Hifiholiker sind, suchen wir immer nach dem nächsten Fix. Nach dem nächsten 1%, das uns noch tiefer in den Sessel drückt. Die Industrie weiß das. Und sie liefert. Neuerdings ganz oben auf der Speisekarte: Netzwerkswitches mit internen oder externen Clocks.

Neueste Kommentare