EAR 8l6
EAR 8L6 High End Röhren-Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Tim de Paravicinis musikalisches Erbe
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Ein ganz besonderes Schätzchen: Der EAR Yoshino 8L6
Heute widmen wir uns einem ganz besonderen Schätzchen aus der audiophilen Welt: dem EAR Yoshino Vollverstärker, genauer gesagt dem Modell EAR 8L6. Doch bevor wir eintauchen, ein kleiner Hinweis für die Sammler unter euch: Der Verstärker ist auch unter der Bezeichnung 834 bekannt. Unterschiede? Vorderseitig null. Aber technisch gesehen hat die 8L6 einen entscheidenden Vorteil: Sie ist „auftrennbar“ – was für Flexibilität sorgt. Die 834 hingegen? Eher monogam. Sonst sind sie Zwillinge.
Das Mysterium der Röhren: EL34 vs. 6L6
Hier kommt der Part, wo ich etwas Verwirrung ins Spiel bringe – aber hey, dafür sind wir hier, oder? Ich meine, irgendwo im weiten, schier endlosen WWW gelesen zu haben, dass die 8L6 auch mit 6L6-Röhren bestückt worden sein soll. Doch hier stehe ich, mit meinem klassisch europäischen Modell, das mit EL34-Röhren ausgestattet ist. Falls jemand von euch erhellendes Wissen dazu beitragen kann: Nur her damit! Ich freue mich über jeden Röhren-Detektiv, der Licht ins Dunkel bringt.
Verarbeitung: Ein Traum in Röhren und Chrom
Über die Verarbeitung des EAR 8L6 muss man kaum Worte verlieren. Es ist, als hätte jemand die Liebe zum Detail in Form gegossen. Der Klang? Einfach fantastisch! Ein echter musikalischer Allrounder, der mit den meisten Lautsprechern wunderbar harmoniert. Aber – wie immer – gibt es Ausnahmen: Meine Magico V3 beispielsweise fordert Verstärker, die auch in niedrigen Ohm-Bereichen stabil bleiben. Kein Problem für den EAR, aber das ist ein Test für ein anderes Mal.
Mit Lautsprechern wie der Harbeth Super HL5, B&W 805D2, Verity Audio oder der Gauder Vescova MK II Black Edition hingegen liefert der EAR ein so beeindruckend emotionales Klangerlebnis, dass man sich einfach in die Musik verliert. Es ist, als würde man in die Welt des Röhrenklangs eintauchen und nie wieder auftauchen wollen.
Klangvergleich: Octave V40SE vs. EAR 8L6 – Ein Duell der Giganten
Wenn ihr euch fragt, welcher Röhrenvollverstärker besser zu euren Hörgewohnheiten passt – der Octave V40SE oder der EAR 8L6 –, dann seid ihr hier genau richtig. Beide Verstärker gehören zu den Spitzenmodellen in ihrer Kategorie und bieten herausragende klangliche Eigenschaften. Doch wie unterscheiden sie sich wirklich?
Die feinen Unterschiede: Röhren und Abstimmung
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Röhrenverstärkern liegt in der klanglichen Abstimmung und den verwendeten Röhren. Der Octave V40SE setzt auf eine präzise, moderne Abstimmung, während der EAR 8L6 durch seine warme und klassische Röhrencharakteristik beeindruckt. In meinem Vergleich habe ich beide Verstärker mit einem Paar Harbeth Super HL 5 getestet. Dabei war der Octave V40SE mit brandneuen EL34-Röhren ausgestattet, während die Röhren des EAR 8L6 bereits einige Jahre auf dem Buckel hatten.
Meine persönliche Einschätzung
Der Octave V40SE hat mich in Sachen Basspräzision überzeugt. Der Bass war straff und kontrolliert, was bei komplexeren Musikstücken für eine klare Struktur sorgte. Die frischen EL34-Röhren taten hier sicherlich ihr Übriges, um diesen Eindruck zu verstärken.
Der EAR 8L6 hingegen trumpfte mit einer unglaublich musikalischen Darbietung auf. Die Wärme und Dynamik, die er erzeugte, fühlten sich für meine Ohren „röhrenähnlicher“ an – genau das, was viele Röhrenfans an dieser Technik so lieben. Die Klangbühne war weit und einnehmend, mit einer Detailtiefe, die besonders bei akustischen Stücken zur Geltung kam.
Das Fazit eines Röhren-Enthusiasten
Obwohl ich persönlich den Octave V40SE in meiner getesteten Konstellation als Sieger betrachte – insbesondere wegen der neuen Röhren und seiner Basspräzision –, möchte ich betonen, dass dies kein absolut objektives Urteil ist. Mit neuen Röhren könnte der EAR 8L6 sicherlich noch mehr Potenzial entfalten und dem Octave ernsthafte Konkurrenz machen.
Am Ende bleibt es eine Frage des persönlichen Geschmacks:
- Octave V40SE: Präzision und straffe Basskontrolle – ideal für Hörer, die Struktur und Detail lieben.
- EAR 8L6: Musikalische Wärme und Röhrencharme – perfekt für Liebhaber eines klassisch-analogen Klangs.
Technische Highlights des EAR 8L6
- Class-A-Schaltung: Sorgt für eine konstante Stromversorgung der Röhren. Das Resultat? Eine unglaublich lineare Verstärkung und ein nahezu verzerrungsfreies Klangbild.
- Verarbeitung: Hochwertige Bauteile, durchdachte Verdrahtung und ein klares Ziel: maximale Signalintegrität.
- Leistung: Mit echten 50 Watt pro Kanal ist der EAR 8L6 kraftvoll und vielseitig.
- Design: Schlicht, elegant, zeitlos – der EAR 8L6 ist auch ein visuelles Meisterwerk.
Technische Daten im Überblick:
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Ausgangsleistung | 2 x 50 Watt |
| Röhrenbestückung | Vorstufe: 2 x ECC83, 2 x ECC85 | Endstufe: 8 x EL34 |
| Eingänge | 5 Line (Cinch), 1 Direct (Nutzung als reine Endstufe) |
| Ausgänge | 1 Pre-Out (variabel), 1 Tape-Out (fixed) |
| Gewicht | 20 kg (Gefühlt deutlich mehr, ich breche beim Heben immer zusammen!) |
| Abmessungen (BxTxH) | 40,5 cm x 40,5 cm x 15 cm |
Fazit: Ein Röhrenverstärker mit echter Seele
Der EAR 8L6 ist kein Gerät, das einfach nur Musik wiedergibt – er erzählt Geschichten. Er hat sich als beeindruckend musikalisch erwiesen – mit einer klanglichen Seele, die das Zuhören zu einem Erlebnis macht. Wer den unverfälschten Röhrencharme sucht, kommt an diesem Klassiker von Yoshino nicht vorbei.
In diesem Sinne…