Jeff Rowland 625 S2
Jeff Rowland 625 S2 – Die Macht der Klangkultur / Test
Jeff Rowland gehört seit Jahrzehnten zu den feinfühligsten Namen im High-End-Segment – ein Hersteller, der nicht nur auf Technik, sondern auf musikalischen Ausdruck setzt. Mit der 625 S2 Endstufe legt Rowland ein Gerät vor, das den Spagat zwischen technischer Innovation und klassischer HiFi-Philosophie meisterhaft vollzieht. Für mich persönlich ist dieses Gerät mehr als nur ein weiteres Glied in der Verstärkerkette – es ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Klangreise, die mit dem Jeff Rowland Concentra 1 begann.
Technische Meisterleistung: Die 625 S2 im Detail
Die 625 S2 basiert auf einem vollständig symmetrischen Class A/B-Design und verzichtet bewusst auf Class D-Technologie. Ein zentrales Merkmal ist das hochentwickelte Schaltnetzteil mit Power Factor Correction (PFC), das eine nahezu verlustfreie Stromversorgung gewährleistet. Im Vergleich zur ursprünglichen 625 wurde die Ausgangsleistung von 300 auf 325 Watt pro Kanal an 8 Ohm erhöht.
Weitere technische Highlights umfassen:
- Verwendung von Rogers™-Keramikplatinen für minimale dielektrische Verluste.
- Einsatz von 4-Pol-Kondensatoren zur Reduktion von Netzteilrauschen.
- Präzise LED-basierte Stromquellen und 0,1% Dünnschicht-SMD-Widerstände für stabile Betriebsbedingungen und geringes Rauschen.
- Maßgeschneiderte Lundahl-Eingangstransformatoren mit Cardas-Reinkupferdraht.
- Dreifache Fehlerkorrekturtechniken zur Minimierung von Verzerrungen über das gesamte Audiospektrum.
Das Gehäuse der 625 S2 ist aus einem massiven Block Flugzeugaluminium gefräst, was nicht nur für eine hervorragende Wärmeableitung sorgt, sondern auch elektromagnetische Störungen effektiv abschirmt und mechanische Resonanzen minimiert.
Die Evolution von der 625 zur 625 S2
Bereits die ursprüngliche Jeff Rowland 625 war ein Statement: eine klassische Class A/B-Endstufe mit edelstem Finish und tiefgründigem, musikalischem Charakter. Doch mit der 625 S2 hat Rowland die Messlatte noch höher gelegt. Überarbeitet wurden unter anderem das Schaltungslayout, die interne Verkabelung und besonders die Signalführung über aufwendig hergestellte Leiterplatten mit Goldinlays. Auch das Netzteil wurde optimiert – es handelt sich um ein hochentwickeltes Schaltnetzteil, das enorme Stromreserven blitzschnell abrufen kann.
Warum kein Class D?
Eine berechtigte Frage, gerade in Zeiten, in denen Rowland mit Geräten wie dem Continuum S2 auch exzellente Class D-Endstufen im Portfolio hat. Doch die 625 S2 bleibt bewusst ein Class A/B-Verstärker. Bei Geräten auf höchstem Klangniveau geht es nicht um maximale Effizienz, sondern um feinste Kontrolle, natürliche Dynamik und organische Musikalität. All das lässt sich – nach Rowlands Verständnis – in der A/B-Topologie immer noch am besten verwirklichen.
Die Entscheidung gegen Class D hat allerdings nichts mit Ablehnung zu tun – Rowland selbst hat längst gezeigt, wie überragend gut Class D klingen kann. Der Continuum 250 war für mich persönlich eine Offenbarung: Er spielte nicht nur schnell, kraftvoll und sauber – er hatte Seele! Damit wurde mir klar, dass Class D durchaus Zukunft hat – wenn jemand wie Rowland es in die Hand nimmt.
Meine persönliche Erfahrung mit der 625 S2
Meine Jeff Rowland 625 S2 betreibe ich zusammen mit der Capri S2 SC Vorstufe – eine Kombination, die in Sachen klanglicher Kohärenz und Musikalität kaum zu schlagen ist. Trotz der A/B-Schaltung bringt die Endstufe dank des Schaltnetzteils enorme Stromreserven mit – was bei meinen Magico-Lautsprechern von entscheidender Bedeutung ist. Diese verlangen nicht nur viel Strom, sondern auch blitzschnelle Reaktion – und die 625 S2 liefert souverän.
Klanglich ist die 625 S2 eine echte Macht. Sie spielt musikalisch, feingezeichnet, mit Tiefe und Geschmeidigkeit – aber zugleich mit Autorität, Wucht und blitzschneller Impulsantwort. Im Zusammenspiel mit der Capri S2 SC ergibt sich ein Klangbild, das ich als referenztauglich bezeichnen würde. Diese Kombi hat es geschafft, meine Stax DMA X2 – einst eine meiner Lieblingsendstufen – vom Thron zu stoßen.
Ein Wort zum Stellenwert in Deutschland
In Deutschland fristet Jeff Rowland leider ein Nischendasein. Viele Audiophile fokussieren sich auf die bekannten Namen – solide, ja, aber nicht immer musikalisch überragend. Jeff Rowland-Geräte sind anders: Sie sind leise, aber selbstbewusste Klangmaschinen – gefertigt mit Liebe zum Detail und klanglicher Substanz.
Fazit: Ausdruck, Seele und Tiefgang – Die 625 S2 als musikalisches Meisterstück
Die Jeff Rowland 625 S2 ist keine Endstufe, die sich in vordergründigen Daten verliert. Sie ist ein konzentriertes Statement für musikalische Wahrheit. Die Verbindung aus klassischer Class A/B-Verstärkung mit einem modernen Schaltnetzteil ergibt eine Endstufe, die souverän, druckvoll und dabei extrem feinsinnig agiert.
Zusammen mit der Capri S2 SC ergibt sich eine Klangkombination, die auf höchstem Niveau spielt. Es ist keine Kombo, die sich durch marktschreierische Superlative verkauft, sondern durch musikalische Integrität. Ich bin froh, diese Geräte mein Eigen zu nennen. Denn am Ende zählt nur eines: die Musik. Und die lebt mit der 625 S2 so kraftvoll, lebendig und echt, wie man es sich nur wünschen kann.
Technische Daten – Jeff Rowland 625 S2
| Eigenschaft | Spezifikation |
|---|---|
| Verstärkertyp | Class A/B-Endstufe |
| Ausgangsleistung | 2 × 325 Watt an 8 Ohm / 2 × 625 Watt an 4 Ohm |
| Frequenzgang | 10 Hz – 150 kHz (+0 / -3 dB) |
| Signal-Rausch-Abstand | über 113 dB (20 Hz – 20 kHz) |
| Klirrfaktor (THD+N) | < 0,006% (20 Hz – 20 kHz) |
| Netzteil | SMPS mit PFC (Power Factor Correction) |
| Abmessungen (BHT) | 43,8 × 15,0 × 37,0 cm |
| Gewicht | ca. 31 kg |
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