Marantz 1300DC
Marantz 1300 DC High End Vintage Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Ein Kraftprotz für die Ewigkeit
Einleitung: Das Duell der Giganten – 1300DC gegen PM8
Wie man unschwer erkennen kann, ist der Marantz 1300DC der direkte Urahn und Vorgänger des späteren Vollverstärkers PM8. In Fachkreisen und unter Sammlern wird oft heiß diskutiert, welches der beiden Geräte das bessere ist. Interessanterweise hält sich hartnäckig das Gerücht, dass der alte 1300er seinem Nachfolger in fast allen Belangen überlegen sein soll. Ich schätze mich glücklich, zu den Zeitgenossen zu gehören, die beide Boliden gleichzeitig in der Sammlung haben und somit den direkten Vergleich ziehen können.
Design und Haptik: Tiefe, die beeindruckt
Schon beim ersten Kontakt wird die immense Qualitätsanmutung des 1300DC spürbar. Obwohl ich bei einem Blick unter die Haube im Innenraum kaum nennenswerte Unterschiede zum PM8 entdecken konnte, hat das ältere Modell für mich optisch einfach die Nase vorn. Die beiden Geräte wirken zwar wie Zwillinge, aber irgendwie versprüht die silberne Version des 1300DC einen ganz eigenen, unwiderstehlichen Charme.
Die Proportionen dieses Verstärkers sind absolut faszinierend: Er ist gar nicht mal so extrem breit, dafür aber unglaublich tief gebaut – ein echter Brocken im Regal. Ein besonderes Lob muss ich den Schiebereglern aussprechen. Normalerweise bin ich kein großer Fan dieser Bauart, aber bei dieser Marantz-Serie (einschließlich des PM8) sind sie absolut gelungen. Sie fühlen sich keineswegs minderwertig an, wie man es von vielen anderen Herstellern kennt. Im Gegenteil: Die Regler lassen sich butterweich und dennoch mit einem angenehmen, präzisen Gegendruck verstellen.
Funktionalität und kleine Schwachstellen
Die Frontplatte des 1300DC ist regelrecht überladen mit Reglern und Schaltern – ein Anblick, der das Herz jedes Vintage-Freaks sofort höher schlagen lässt. Man hat das Gefühl, am Mischpult eines Tonstudios zu sitzen. Die Kehrseite der Medaille: Die meisten dieser Schalter werden im Alltag kaum genutzt, was nach Jahrzehnten fast zwangsläufig zu Kontaktproblemen führt. Eine weitere bekannte Schwachstelle sind die Lautsprecherrelais, die gelegentlich für Tonausfälle sorgen. Aber keine Sorge: Zum Glück gibt es heute genügend hochwertige, moderne Relais, die als passender Ersatz dienen und das Problem dauerhaft lösen.
Klangqualität: Druckvolles Auftreten ohne Kompromisse
Klanglich lässt der 1300DC absolut nichts anbrennen. Er spielt extrem kräftig und entfaltet einen derartigen Druck, dass ich manchmal ernsthaft um das Wohlbefinden meiner Audio Physic Tempo 3i bangen musste. So richtig in seinem Element ist dieser Verstärker aber erst, wenn man ihm entsprechend großvolumige Partner zur Seite stellt. An einem Paar Kenwood LS 1900 zeigt der 1300DC erst, was wirklich in ihm steckt. Meiner Meinung nach ist dieser Vollverstärker so potent, dass man sich eine separate Vor- und Endstufen-Kombination getrost sparen kann – es sei denn, man hat extrem kritische Lasten wie ein Paar Infinity Ur-Kappas im Wohnzimmer stehen.
Fazit: Der Stoff, aus dem Träume sind
Der Marantz 1300DC ist ein fantastischer Verstärker, der völlig zu Recht zu den hochpreisigen Klassikern auf dem Gebrauchtmarkt gehört. Er ist ein massives Stück HiFi-Geschichte, das Sammlerherzen höher schlagen lässt und mit Sicherheit bei dem einen oder anderen Enthusiasten für feuchte Träume sorgt. Wer einen Verstärker sucht, der Kraft, Optik und Haptik perfekt vereint, kommt an diesem Boliden kaum vorbei. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Marantz 1300 DC
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | High End Vintage Vollverstärker (DC-gekoppelt) |
| Leistung | Dauerleistung (8 Ohm) | 2 x 150 Watt (RMS) |
| Audio | Frequenzgang / Klirr | 20 Hz – 20.000 Hz / 0,03 % (THD) |
| Audio | Dämpfungsfaktor | 65 (an 8 Ohm) |
| Eingänge | Phono Sektion | MC (0,2 mV), MM (2,0 mV) – exzellente Qualität |
| Ausgänge | Anschlüsse | Pre-Out (1,5V), Main-In, 2 Lautsprecherpaare |
| Maße | Gewicht / Größe | 24,5 kg / 416 x 146 x 436 mm (B x H x T) |
| Historie | Ära / Nachfolger | Um 1978 – 1980 / Vorgänger des PM8 |