Copyright Mackern.de

Nad 200

Nad 200 Vintage Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test:

1973 setzten sich Hifi Händler aus Deutschland und Entwickler aus England zusammen mit dem Ziel, Verstärker auf das wesentliche zu reduzieren. Nun was ist das wesentliche? Ich stehe hier ganz bei Nad und meine ebenso das, dass wesentliche an Verstärker die Musikalität ist bzw. die Best mögliche Musikwiedergabe. Ob der Eine oder Andere Zeitgenosse das Glauben mag oder nicht; ja Verstärker hören sich unterschiedlich an. Kommen wir nun zum Nad zurück.

Der Manager Marty Borish und der Entwickler Bjorn Erik Edvardsen formierte in einem kleinen Office ein kleines Team von Hifi- Enthusiasten und gründetet die neue akustische Dimension. Welcher Verstärker allerdings NAD als erster herausbrachte weiß ich nicht aber das 1975 ein Megageschoss die heiligen Hallen NADs (allerdings gefertigt von Foster in Japan) mit dem Model 200 verlassen hat, schon.

Wie man unschwer auf dem Bild erkennen kann, besitzt der 200er Schalter und Knöpfe soweit das Auge reicht. Als ob das nicht genug ist, spendierte NAD dem 200er zwei VUs die zwar schön finde aber mir gewünscht hätte, dass die eine Einheit mit der Front bilden. So schauen die VUs für meinen Geschmack fast wie ein Fremdkörper aus. Aber im Gegensatz zu anderen Herstellern passt das bei schon besser. Ganz im style der 70er ist selbstverständlich der 200er mit seinen 24 Kilo und einer perfekten Verarbeitung ganz in meinem Beuteschema.

Die Optik allgemeine gefällt mir ausserordentlich und zeigt ganz deutlich das NAD vorhatte, mit in der obersten Liga mitzuspielen. Dabei haben die sich, optisch wohlgemerkt, von anderen Herstellern kaum beeinflussen lassen und zogen ihre ganz eigene Linie durch. Hut ab, was NAD nach 2 Jahre ihrer Gründung für ein Geschoss auf den Markt brachten.

Klanglich setzt sich der 200er jedenfalls von einer Größe wie AU 8500 o. 9500er von Sansui jedenfalls nicht ab- um nicht schlechter schreiben zu müssen – spielt aber mit anderen Herstellern auf Augenhöhe und lässt sich von einem SA 9100 von Pioneer nichts vormachen. Typisch für Zeit versprüht auch der NAD Druck, Wärme und Fülle. Aber wer glaubt hier kommt ein völlig gesoundeter Verstärker ins Haus, irrt sich gewaltig! Im Vergleich zu Marantz aus dem Jahr ist der NAD jedenfalls kein Weichspüler sondern erfreut mit Ehrlichkeit und Präzision!

Die Lautsprecherwahl ist jedenfalls dem NAD ziemlich egal, es dürften nur keine Tröten sein, die Ihren Impedanz gerne im Keller parken. Sonst, also ab 4 OHM Lautsprecher, spielt der NAD absolut musikalisch und verarbeitet die Informationen wie es sich der Produzent gedacht hatte. Es ist ein sehr guter Verstärker und macht nicht nur Optisch eine gestandene Figur. Aber wenn ich mein AU 8500 und AU 9500 dagegen halte, wird mir schon klar warum ich ein absoluter Sansui- Padavan bin. Ich habe eben doch eine Sansui- Rosa-Rote. Brille auf…… Das schmälert allerdings die Qualitäten des NADs nicht im geringsten. In diesem Sinne…..

Technische Daten:

  • Hersteller: NAD
  • Modell: Model 200
  • Baujahre: 1975 – 1978
  • Hergestellt in: Japan
  • Farbe: silber (gebürstete ALU Front)
  • Typ: analog
  • Leistungsaufnahme: ca. 100 – 450 W
  • Abmessungen: 440x165x360mm (BxTxH)
  • Gewicht: 24 kg
  • Neupreis ca.: 1.500 DM
  • Dauerleistung (1 kHz bei Klirrfaktor): 4 Ohm: >140 W (< 0,1 % THD)8 Ohm: >110 W (< 0,1 % THD)
  • Dynamikleistung: 8 Ohm: 150 W
  • Gesamtklirrfaktor: 0,04% bei 80 W an 8 Ohm
  • Frequenzgang: 15Hz-20 kHz (-1 dB)
  • Signalrauschabstand: >85 dB (Hochpegeleingänge)
  • Stereokanaltrennung: 80 dB
  • Klangregelung > Equalizer:
  • 250 / 500 / 5000 / 10.000 Hz
  • -11 bis +11 dB (100 Hz und 16.000 Hz)