Nun ist es schon wieder 02:00 am Morgen und ich bin wider wach. Was macht man dann? Natürlich erstmal Kaffee trinken und die große Anlage starten. Draußen ist es still, das Stromnetz ist sauber, und die Transistoren kommen langsam auf Temperatur. Eigentlich wollte ich mal wieder nur ein bisschen Hintergrundbeschallung, aber dann passierte es:
Männer, Hand aufs Herz. Wir reden hier oft über Technik, über Sound, über das nächste Gadget. Wir diskutieren über Frequenzen und Wattzahlen. Aber manchmal liefert uns genau diese Technik den Zugang zu etwas, das wir sonst vielleicht überhören würden. Heute geht es um ein Album, das im Mai 2025 erschienen ist und das vielleicht einige von euch gar nicht auf dem Schirm hatten, weil es nicht in den typischen Playlisten auftaucht: „Paradox“ von Mogli.
Um 2:43 Uhr war die Nacht vorbei. Kennt ihr das? Ihr werdet wach, der Kopf ist voll, im Bauch rumort eine unerklärliche Unruhe und an Schlaf ist nicht mehr zu denken. Also bin ich raus aus den Federn, ab in die Küche und habe mir erstmal einen Kaffee mit meiner Senseo rausgelassen. Schwarz, heiß, Lebensretter. Da ich eh wach war, habe ich die Gunst der Stunde genutzt:
Es gibt diese Alben, die man jahrelang im Regal stehen hat, ohne sie eines Blickes zu würdigen. Manchmal landen sie dort durch Zufall, manchmal als Beifang auf dem Flohmarkt. Genau so kam die CD „Jacques Loussier Plays Bach“ (erschienen beim Label Telarc) in meinen Besitz. Sie lag für schmales Geld zwischen anderen Scheiben, die ich eigentlich suchte.
Heute war der Rainer – mein treuer HiFi-Komplize – wieder zu Gast, um über die großen Fragen der High-End-Welt zu philosophieren. So sehr wir uns bei der Technik einig sind, gibt es musikalisch eine kleine „Jazz-Barriere“: Rainer ergreift bei Saxofon und Besen-Schlagzeug eher die Flucht. Wenn er da ist, lassen wir die Anlagen also meist mit feinstem Deep House oder Dub Techno warmspielen
Wer sich fragt, warum Tigran Hamasyans Piano so perlend, schnell und attackreich klingt: Kongshaug war bekannt dafür, fast religiös auf DPA (ehemals Brüel & Kjær) 4011 Mikrofone zu setzen. Die sind gnadenlos impulstreu. Abgehört wurde das Ganze über die legendären Dynaudio Acoustics M4 Main-Monitore. Da wird nichts geschönt.
Früher war es Lärm, aber ab einer gewissen Qualitätsstufe im Rack verstand ich plötzlich, was da eigentlich passiert. Es zeichnete sich ein glasklares Bild an Informationen: Was spielt sich vor mir ab? Was passiert neben mir? Was sogar über mir? Wenn die Anlage diese Räumlichkeit und Dynamik darstellen kann, holt dich der Sound sofort ab.
Neueste Kommentare