Audio Research SP 11 + SP11PS
Audio Research SP 11 + SP 11PS High End Vorstufe Erfahrungsbericht / Test: Der dickste Tipp in der Geschichte von Mackern.de
Wir befinden uns momentan in einer schwierigen Zeit. Corona macht uns zu schaffen, und im Mittelmeer brodelt es. Die Türkei erhebt Anspruch und sucht nach Gas. Griechenland, Frankreich, Ägypten, Deutschland und Israel sind davon betroffen. Wir stehen zum ersten Mal in der Geschichte der NATO vor der Möglichkeit, dass sich zwei Partner bekriegen. Aber um Politik soll es auf meiner Seite nicht gehen – hier soll es um Ablenkung für HiFi-Interessierte gehen, um uns mit der schönsten Sache der Welt zu entspannen und Freude an Technik zu haben.
Dennoch möchte ich ein kleines Statement abgeben: Wenn es um das Weltgeschehen geht, sollte man sich keine vorgefertigten Meinungen aufdrängen lassen, sondern anfangen, Dinge zu hinterfragen. Das gilt auch für meine Besprechungen! Einige Geräte, die von der HiFi-Presse in den Himmel gelobt wurden – wie zum Beispiel der Pioneer N70A – klangen für meine Ohren schlichtweg schrecklich, und ich konnte die Lobeshymnen nicht nachvollziehen. Auf der anderen Seite gibt es Geräte, die als Mittelklasse deklariert wurden, wo ich mich ebenfalls fragen musste: warum? Bei Audio Research Vor- und Endverstärkern konnte ich hingegen noch keinen negativen Testbericht finden. Liegt das an der Preisgestaltung? So nach dem Motto: Alles, was teuer ist, muss ja gut sein? Und in der Tat! Im Fußball verhält es sich ähnlich: „Geld schießt eben Tore!“
Vor einigen Tagen habe ich den massiven VT 200 von derselben Firma beschrieben. Klanglich gehört dieser Verstärker für mich zu den besten, die ich kenne. Abgesehen von den 200 Watt Sinus, die von 1 bis 16 Ohm zur Verfügung stehen, klingt diese Endstufe absolut hervorragend und ist ein klarer Fall für eine Anschaffung. Da ich neben dem VT 200 eine SP 11 + SP 11 PS besitze, war die Verbindung der beiden Geräte eine Formsache.
Das Design der Audio Research-Geräte finde ich einfach großartig. Zwar technisch nüchtern und nicht so verschnörkelt wie bei Jadis, Audio Note und Co., aber gerade das technische Aussehen spricht mich sehr an. Wie man an der Front gut erkennen kann, ist sie mit Reglern und Schaltern übersät – und wehe, man bedient einen dieser Regler! Wow, was für eine hochwertige Verarbeitung. Nichts wackelt oder bewegt sich unnötig. Alles wirkt massiv, absolut phänomenal. Das Innenleben ist für eine Röhrenendstufe aufgeräumt, und die qualitativ hochwertigen Bauteile machen einen hervorragenden Eindruck. In Kombination ergibt das eine Vorstufe, die auch heute noch problemlos mit allen namhaften Konkurrenten mithalten kann – und viele teurere Vorstufen sogar übertrifft!
Heute hatte ich endlich Zeit, mich der Kombination aus VT 200 und SP 11 ausgiebig zu widmen, da meine Nachbarn für ein paar Stunden außer Haus waren. Als Lautsprecher kamen erneut meine Watt Puppy 5.1 zum Einsatz. Lautsprecher- und NF-Kabel waren von Siltech (reines Silber), und als CD-Player und Streamer diente mein Naim HDX. Um es kurz zu machen: Das war mit Abstand das Beste, was ich je gehört habe! Ich kenne keinen Transistorverstärker, der auch nur annähernd diese Klangqualität liefert. So musikalisch, so druckvoll, so transparent, so räumlich – und eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht! Wenn man sich die Gebrauchtpreise für beide Geräte ansieht: Wo bekommt man solche Qualität heute noch für 20.000 Euro im Neumarkt? Ich kenne nichts Vergleichbares, sorry! Das ist der Beweis dafür, dass alte Geräte nicht zwangsläufig schlechter sind – im Gegenteil, sie sind oft besser als moderne Geräte. Zum Glück findet man eine SP 11 + SP 11 PS nicht an jeder Ecke. Sie waren schon damals teuer und sind es auf dem Gebrauchtmarkt immer noch. Und ja, mittlerweile sind sie extrem selten geworden.
Nach einigen Stunden wollte ich wissen, wie sich diese fantastische Vorstufe mit anderen Endstufen verhält. Und tatsächlich, es muss nicht zwingend eine von Audio Research sein. Die SP 11 verleiht all meinen Endstufen eine solche Musikalität, dass ich meine M60 von Accuphase völlig neu entdeckt habe. Selbst die Threshold profitierte enorm von der dynamischen Spielweise der SP 11! Traumhaft. Für mich ist diese Vorstufe ganz großartig – und das eingebaute Phonoboard ist ebenfalls perfekt, da es mit fast allen Systemen zurechtkommt. Es ist schön, dass man als Hardcore-HiFi-Liebhaber, wie ich es bin, immer wieder aufs Neue Dinge entdecken kann.
Für wen sind solche Geräte also geeignet? Für Menschen, die Musik in höchster Qualität genießen möchten. Für Sammler, die ihr Geld lieber in einen Marantz 2600, Sansui G33000 oder Pioneer SX 1980 investieren, ist das wohl nichts. Denn im Gegensatz zu diesen Marken und Geräten sind eine VT 200 und SP 11 zwar preisstabil, aber gewinnen keinen Wert hinzu. Als Kapitalanlage taugen sie meiner Meinung nach leider nicht. Ist das schlimm? Überhaupt nicht. Selbst Audionote gewinnt keinen Wert hinzu, bleibt aber ebenfalls preisstabil. Manchmal sollte man eben Emotionen nicht über den Preis definieren… Wer meine Seite regelmäßig liest, weiß auch, dass ich nur selten Empfehlungen ausspreche – aber in der Geschichte von Mackern.de ist das hier der dickste Tipp überhaupt!
Gesamttabelle – Audio Research SP 11 + SP 11PS
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | Hybrid-Vorstufe (Vakuumröhren & FETs) mit externem Netzteil |
| Bestückung | Röhren | 6 x 6DJ8 / ECC88 |
| Audio | Frequenzgang | 0.2 Hz bis 100 kHz (+/- 1 dB) |
| Audio | Klirrfaktor (THD) | weniger als 0.005 % bei 2V RMS |
| Eingänge | Phono Impedanz | Wählbar: 47k, 100, 30, 10, 3 Ohm |
| Elektrik | Verstärkung (Gain) | Phono zu Main: 75 dB / Line zu Main: 29 dB |
| Maße | Gewicht (Gesamt) | Netto 13.2 kg (Vorstufe + Netzteil) |
| Maße | Größe (pro Chassis) | 48 x 13.4 x 26 cm (B x H x T) |