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Philips LHH 2000

Philips LHH2000 Sound Test – Wie gut klingt dieser Studio-CD-Player?

Meine Begegnung mit der Bryston 4B ST und dem Philips LHH 2000

Vor etwa vier Jahren durchstöberte ich eBay Kleinanzeigen auf der Suche nach interessanten HiFi-Geräten. Dabei fiel mir eine Bryston 4B ST Endstufe ins Auge. Das ist ein kanadisches Arbeitstier, das man eigentlich blind kaufen kann. Allerdings war der Preis von 1.350 Euro deutlich über meinem Budget – und, seien wir ehrlich, auch etwas optimistisch angesetzt. Dennoch behielt ich das Angebot im Blick. Nach zwei Wochen erhielt ich eine Nachricht über eBay: Der Verkäufer hatte den Preis auf 950 Euro gesenkt. Doch auch dieser Betrag war mir noch zu hoch, und so schloss ich den Browser.

Vier Tage später siegte die Gier (oder die Vernunft?) und ich beschloss, die Endstufe für die geforderten 950 Euro zu kaufen. Als ich das Angebot erneut aufrief, traute ich meinen Augen kaum: Der Preis war nochmals gesenkt worden, diesmal auf 750 Euro. Ohne lange nachzudenken, griff ich zum Telefon und vereinbarte einen Abholtermin. Vor Ort erwartete mich eine Überraschung: Der Verkäufer betrieb ein Aufnahmestudio, das von zwei älteren Herren geführt wurde – Typ „alte Schule“, die noch wissen, wie man Mikrofone richtig positioniert. Nach etwa drei Stunden angeregten Gesprächs über Gott, die Welt und analoge Aufnahmetechnik zeigte er mir schließlich die Bryston Endstufe.

Ein unerwartetes Angebot: Der heilige Gral der CD-Player

Als ich gerade mein Portemonnaie zückte, um den Deal für die Bryston perfekt zu machen, fragte der Verkäufer mich beiläufig, ob ich Interesse an einem „alten Philips CD-Player“ hätte. Er stünde nur im Weg rum. Natürlich war ich neugierig! Er holte unter einem Tuch drei Player und zwei massive Controller-Einheiten hervor. Als ich sah, was da stand, musste ich mich innerlich ohrfeigen, um cool zu bleiben. Es waren Philips LHH 2000. Er erzählte stolz, dass diese Geräte damals eine Neuanschaffung von rund 40.000 D-Mark gewesen seien – pro Einheit!

Beim Vorführen der Geräte erzählte er, dass viele Interessenten für die Bryston Endstufe geboten hätten – doch die meisten Gebote lagen frech zwischen 100 und 300 Euro. An dieser Stelle möchte ich all diesen gierigen, unverschämten Schnäppchenjägern meinen herzlichsten Dank aussprechen. Denn hätte auch nur einer von ihnen die geforderten 750 Euro anständig gezahlt, wäre ich nie dort gewesen. Ich hätte nicht nur die Endstufe verpasst, sondern auch diese drei Philips LHH 2000 CD-Player und die zwei Controller. Aber das war noch nicht alles: Es kamen auch diverse Lautsprecher, Masterbänder und eine Sammlung von Master-CDs hinzu. Also nochmals: Danke, danke, danke! Was lernen wir daraus? Gier frisst Hirn – und manchmal profitiert der Dritte.

Die Besonderheiten des Philips LHH 2000: Ein Panzer im Studio

Optisch ist der LHH 2000 sicher nicht jedermanns Sache. Er gewinnt keinen Schönheitspreis im klassischen „Wohnzimmer-HiFi“-Sinne. Wer ihn nicht kennt, könnte ihn für ein überdimensioniertes, externes Floppy-Laufwerk aus den 80ern halten. Doch sobald man diesen massiven Player in der Realität vor sich sieht, wird klar, dass er eine beeindruckende Erscheinung ist. Alles ist aus Metall, alles ist schwer, alles klickt satt.

Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben. Das Innenleben ist so gestaltet, dass alle Platinen als Steckkarten ausgeführt sind – man kann sie leicht entnehmen und reparieren. Das ist eine absolut professionelle, studio-taugliche Konstruktion, gebaut für den Dauerbetrieb 24/7. Hier wurde nicht gespart, hier wurde geklotzt.

Klanglich? Ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster: Ich kenne keinen anderen CD-Player, der auch nur annähernd an die Qualität des LHH 2000 heranreicht. Meine CDs klangen plötzlich wie neu. Der „digitale Schleier“, den man oft bei frühen CD-Playern bemängelt, ist hier völlig abwesend. Kein anderes Gerät bringt die CD so nah an die Klangqualität, die Wärme und den Fluss einer Schallplatte heran wie der Philips LHH 2000. Das, meine Freunde, ist der absolute Endgegner unter den CD-Playern. Wer heute noch CDs schätzt und das nötige Budget sowie ein unverschämtes Quäntchen Glück besitzt, um eines dieser Geräte zu ergattern, dem kann ich diesen Traum-CD-Player nur wärmstens empfehlen. Allerdings sollte man keine allzu großen Hoffnungen hegen – einen Sechser im Lotto zu haben, dürfte statistisch fast wahrscheinlicher sein.

Die Anfänge von Philips in der CD-Entwicklung

Philips‘ Geschichte in der Entwicklung des CD-Players ist Legende. In den späten 1970er Jahren arbeitete man in Eindhoven (in Zusammenarbeit mit Sony) an einem neuen Audioformat, das die Vinylplatte ablösen sollte. Diese Kooperation führte 1982 zur Einführung der Compact Disc. Aber Philips war nicht nur Mitentwickler, sie waren Pioniere bei den Wandler-Chips. Während Sony auf 16-Bit setzte, ging Philips mit dem legendären TDA1540 (14-Bit mit Oversampling) einen eigenen Weg – und viele behaupten bis heute, dass dies der musikalischere Weg war.

Der erste CD-Player von Philips, der CD-100, kam 1983 auf den Markt. Er war klein, hatte keine Fernbedienung, aber er klang fantastisch. Der LHH 2000 ist der direkte, professionelle Nachfahre dieser Innovation – nur eben auf Steroiden und ohne jeden Kompromiss bei den Bauteilen.

Der LHH 2000 als Krönung der CD-Player-Entwicklung

Der LHH 2000 setzte diesen Innovationsgeist fort und erreichte klanglich ein Niveau, das seinesgleichen sucht. Er nutzt selektierte Bauteile, extrem stabile Stromversorgungen und das legendäre CDM-0 bzw. CDM-1 Laufwerk aus Druckguss – eine Mechanik für die Ewigkeit, bei der der Laserarm in einem Magnetfeld schwebt. Selbst in der heutigen Zeit, egal wie teuer der Vergleichsplayer ist, kommt kaum ein Gerät an die klangliche Brillanz des LHH 2000 heran. Die detailreiche Wiedergabe, die Wucht im Bass und die Nähe zum analogen Klang machen ihn zum Maßstab.

Schlusswort: Ein Denkmal für die Ewigkeit

Was als spontane Suche nach einer Endstufe auf eBay Kleinanzeigen begann, entpuppte sich rückblickend als eine der bemerkenswertesten HiFi-Erfahrungen meines Lebens. Der Kauf der Bryston 4B ST war am Ende nur das „Beiboot“. Der eigentliche Fang war der Philips LHH 2000.

Dieser CD-Player ist ein technologischer Meilenstein. Trotz seiner nüchternen Optik strahlt er eine technische Ernsthaftigkeit aus, die man heute vergeblich sucht. Die modulare Bauweise ist ein Traum für jeden Techniker. Klanglich ist er eine Offenbarung: Feinzeichnung, Räumlichkeit, Natürlichkeit – all das wird mit einer Selbstverständlichkeit dargeboten, die Gänsehaut verursacht. Er klingt nicht „digital“, er klingt nach Musik.

Dass dieses Gerät ursprünglich rund 40.000 D-Mark kostete, verdeutlicht seine Liga. Er ist die Krönung einer ganzen Technologie-Generation. Was mich besonders fasziniert, ist die Geschichte dahinter: Eine Verkettung von Zufällen, verpassten Schnäppchen anderer und einem sympathischen Verkäufer führte dazu, dass dieses Stück Geschichte nun bei mir steht.

Der Philips LHH 2000 ist mehr als nur ein CD-Player. Er ist ein Zeitzeuge und für mich ganz persönlich der Höhepunkt meines audiophilen Werdegangs. Wer das Glück hat, ein solches Gerät zu hören, wird verstehen, warum ich sage:

Der Philips LHH 2000 ist für mich der beste CD-Player aller Zeiten. Punkt.

Technische Daten – Philips LHH-2000 Professional CD-Player-System

Kategorie Details
Hersteller Philips (Made in Belgium/Holland)
Modell LHH-2000 Professional CD-Player
Typ Professioneller CD-Player mit externer Steuerungseinheit
Baujahr ca. 1985
Laufwerk / Laser CDM-0 / CDM-1 (Druckguss-Schwenkarm)
Wandler 2x TDA1540P (14-Bit) mit 4-fach Oversampling (SAA7030)
Frequenzbereich 20 Hz – 20 kHz (±0,5 dB)
Klirrfaktor (THD) < 0,01 %
Dynamikbereich > 90 dB
Ausgänge 2 × symmetrisch (XLR, 600 Ohm studio-konform)
Zugriffszeit < 2 Sekunden (dank Schwenkarm!)
Abmessungen Player 219 × 99 × 450 mm
Gewicht Player ca. 7,3 kg (kompakt aber massiv)
Besonderheit Separate Steuereinheit mit Jog-Wheel für präzises Cueing

CD-Drive Control Unit (Steuereinheit)

Die Steuereinheit ist der eigentliche Clou. Sie ermöglicht Funktionen, die im Heim-HiFi völlig unbekannt waren:

Modul Details
Funktionseinheit Präzise Steuerung bis auf Frame-Ebene (1/75 Sekunde)
Jog-Wheel Ermöglicht das „Scrubben“ durch Audio wie bei Vinyl
Suchfunktionen Scan: -4 Min/Umdrehung bis ultra-präzise 1 Sek/Umdrehung
Gewicht Zusammen ca. 1,3 kg (liegt satt auf dem Tisch)

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