Wilson Audio Grand Slamm X1 Serie 3
Wilson Audio Grand Slamm X1 Serie 3 Erfahrungsbericht / Test: Wenn 317 Kilo auf 20 Quadratmeter treffen
Halt! Bevor einer von euch denkt, das seien meine Lautsprecher, möchte ich als Erstes klarstellen, dass sie nicht mir gehören, sondern einem alten Bekannten gehörten. Ich muss an dieser Stelle erwähnen, dass er damals für die Grand Slamm im Vergleich zum Neupreis von über 93.000 Euro sehr wenig bezahlt hat. Was ich von Anfang an klarstellen möchte: Ich war und bin überhaupt nicht neidisch, sondern habe die ganze Situation eher bemitleidet. Denn 317,5 Kilogramm pro Lautsprecher haben mit „Männer-Lautsprechern“ überhaupt nichts mehr zu tun! Ganz zu schweigen davon, dass der besagte Bekannte damit etwas über 20 Quadratmeter beschallen wollte…
Der Ferrari im Gelände: Ein Vergleich zum Kopfschütteln
Zum besseren Verständnis: Der Bekannte ist der Typ, der sich einen Ferrari kauft und damit über Stock und Stein fährt, um sich dann zu beschweren, dass der Ferrari keine SUV-Funktionen hat. Genauso verhält es sich mit diesen riesigen Lautsprechern – sie brauchen Platz und einen großen Raum, damit ihre Eigenschaften zur Geltung kommen. Aber gut, es gibt Menschen, die wollen es eben wissen und kaufen sich solche monströsen Lautsprecher, betreiben sie aber nicht artgerecht. Oder fahren eben einen Ferrari durchs Gelände.
Die Evolution der Serie 3: Technik am Limit
Nun aber ernsthaft. Schauen wir uns kurz die Geschichte der Grand Slamm an: Die Entwicklung der Serie 3 war ein aufwendiges Projekt bei Wilson Audio. Eine der wichtigsten Innovationen ist die Verwendung von Rohacell, einem leichten, aber steifen Schaumstoff in den Bass-Treibern. Dieses Material erweitert den Frequenzbereich, ohne dass zusätzliche Verstärkung erforderlich ist. Zudem wurde die Bassreflexöffnung optimiert, um eine effektive Steuerung zu gewährleisten.
Ein weiteres zentrales Element ist der Hochtöner mit Titan-Dome und einer neuen Diaphragm Control Chamber (DCC), die Verzerrungen im hohen Frequenzbereich minimiert. Das Gehäuse besteht aus mehreren Schichten MDF und einer äußeren Schicht aus dem speziellen X-Material, was für eine hervorragende akustische Isolation sorgt und unerwünschte Resonanzen im Keim erstickt.
Klangliches Urteil: Großartig, aber deplatziert
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Wilson Audio Grand Slamm Serie 3 ist das Ergebnis einer kontinuierlichen Suche nach Verbesserungen in der Audiotechnik. Und ja, die Grand Slamm klang außerordentlich gut, aber man merkte deutlich, dass ihr der Platz und Raum fehlten. Insgesamt sind das extreme Lautsprecher, die ich jedoch niemals in meiner Wohnung aufstellen würde. Erstens finde ich sie nicht schön, und zweitens ist das Gewicht einfach viel zu übertrieben.
Technische Daten: Wilson Audio Grand Slamm X1 Serie 3
| Merkmal | Spezifikation |
|---|---|
| Frequenzgang | 20 Hz – 33 kHz (+/- 3 dB) |
| Empfindlichkeit | 94 dB @ 1W @ 1m |
| Impedanz | 4 Ohm nominal (Minimum 2,5 Ohm @ 80 Hz) |
| Bestückung | 1x Titan-Hochtöner, 1x 7″ Titan-Mittelbass, 2x 12,5″ Rohacell-Bass |
| Gewicht | 317,5 kg pro Lautsprecher |
| Abmessungen | 168,3 x 46 x 76,2 cm (H x B x T) |
Das mackern.de Fazit: Ein Monument für den richtigen Saal
Die Wilson Audio Grand Slamm X1 ist eine technische Machtdemonstration, die nach Raum und Luft giert. Wer versucht, dieses 317-Kilo-Monster in eine Besenkammer zu zwängen, wird dem Potenzial niemals gerecht. Für alle anderen bleibt sie ein massives Stück Audio-Geschichte – auch wenn man für den Umzug ein professionelles Kran-Unternehmen braucht. Hier wäre so mancher Zeitgenosse mit einem Paar Dynaudio Contour 1 im Raum besser bedient!
In diesem Sinne…