Karela Dust Late Sun

Karela Dust Late Sun

Karela Dust Late Sun Hörbericht:

Entstehungsgeschichte und Stil von Kerala Dust

Die britische Band Kerala Dust wurde 2016 in London von Edmund Kenny gegründet. Aus einer tiefen Liebe zu elektronischer Musik und Indie-Rock entstanden, vereint die Gruppe heute die urbane Klangwelt des Techno mit Einflüssen aus Americana und Blues. Edmund Kenny, der Kopf und Produzent der Band, schafft eine hypnotische Fusion aus analogen Instrumenten und elektronischen Beats – ein Sound, der oft als dunkel, atmosphärisch und introspektiv beschrieben wird.

Bandmitglieder und ihre Rollen

  • Edmund Kenny: Gesang, Bass und Elektronik. Seine markante Stimme prägt den meditativen Charakter.
  • Lawrence Howarth: Gitarre. Er liefert die Blues-Riffs, die den synthetischen Beats eine organische Seele einhauchen.
  • Pascal Karier: Schlagzeug. Er ist verantwortlich für die mantrahaften, repetitiven Rhythmen.
  • Timothy Gardner: Tasten. Er webt die atmosphärischen Klangschichten, die den Sound so dicht machen.

Album Late Sun – Ein audiophiler Einblick

Die EP Late Sun (2020) zeigt die experimentelle Seite der Band. In fünf Tracks tauchen wir tief in melancholische Klanglandschaften ein. Das neuere Werk Violet Drive, aufgenommen in den Schweizer Alpen, verfolgt sogar das Konzept einer filmischen Reise quer durch Europa – von Hamburg bis Rom. Kerala Dust besetzt damit eine ganz eigene Nische: Sie mischen Clubmusik mit einer fast meditativen Ernsthaftigkeit.


Tracklist & Analyse:

1. Untitled (Late Sun) – 06:26

Dieser Eröffnungstrack setzt den Ton: dicht, atmosphärisch und universell. Die minimalistischen Gitarrenriffs und die ruhige Intensität erinnern an verlassene Landschaften bei Sonnenuntergang. Ein perfekter Track, um die Räumlichkeit der Anlage zu prüfen.

2. Nevada – 06:03

Geheimnisvoll und weit – wie die Wüste Nevadas. Mit tiefen, sich langsam entwickelnden Beats und atmosphärischen Synthesizern gleitet der Hörer in einen fast meditativen Zustand. Hier zeigt sich, wie präzise ein System feinste Ambient-Strukturen abbilden kann.

3. Spiegel – 06:58

Ein Song der Selbstreflexion. Musikalisch dominiert ein tranceartiger Rhythmus mit tiefen Basslines, die dem Ganzen eine düstere Schwere verleihen. Die Dualität zwischen ätherischen Tönen und verzerrten Klängen fordert die Dynamikregelung der Endstufe ordentlich heraus.

4. Untitled (Another Shade of DWIG Remix) – 07:28

In diesem Remix wird der ursprüngliche Charakter durch einen pulsierenden Beat verstärkt. Die Basslinie ist hier noch intensiver und rhythmisch variabler, was den Song deutlich dynamischer macht als das Original.


Fazit

Das Album Late Sun von Kerala Dust ist ein wahres Klangkunstwerk und eine perfekte Wahl für High-End-Enthusiasten, die ihre Anlage auf Herz und Nieren testen wollen. Jeder Track bringt eine eigene Dimension an Tiefen, Klangfarben und Dynamik mit. Die Kombination aus tiefen, resonanten Bässen und dichten Texturen zieht die Klangbühne in ungeahnte Weiten.

Die Musik ist fesselnd und bietet stundenlangen Genuss, da man mit jedem Hören neue Facetten entdeckt. Einziger Wermutstropfen: Dieses Meisterwerk bleibt bisher auf Streaming-Plattformen begrenzt. Es ist weder auf Vinyl noch auf CD erhältlich. Für uns High-End-Liebhaber, die den analogen oder verlustfreien Genuss eines physischen Mediums schätzen, ist das ein echtes Manko. Man bleibt auf das Streaming angewiesen und kann die physisch greifbare Qualität, die diese Musik zweifellos verdient hätte, leider (noch) nicht im Regal stehen haben.


Weiterführende Links:
Beats Per Minute Review | Thick as Thieves Artist Page

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