Threshold S300

Threshold S300

Die Threshold S/300 Endstufe: Test / Erfahrungsbericht

Entstehung der Firma Threshold

Die Marke Threshold wurde 1974 von Nelson Pass gegründet, einem der wohl bekanntesten und einflussreichsten Entwickler, die die High-End-Audio-Szene je gesehen hat. Nelson Pass hatte von Anfang an eine glasklare Vision: Verstärker zu bauen, die klanglich völlig neue Standards setzen. Er machte Threshold zum Vorreiter für innovative Schaltungskonzepte wie die legendäre „Stasis“-Technologie, die später zum absoluten Markenzeichen der Firma wurde. Diese Technik ermöglichte eine außergewöhnliche Klangreinheit durch eine extrem clevere Kombination von Class-A- und Class-AB-Topologien. Threshold wurde so rasend schnell zur festen Größe für kompromisslose Qualität und bahnbrechende Innovationen.

Die Threshold S/300: Technische Highlights

Die Threshold S/300 ist ein Paradebeispiel für die Ingenieurskunst, die Nelson Pass damals an den Tag legte. Wir sprechen hier von einer extrem potenten Stereo-Endstufe mit satten 150 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Dank der Stasis-Technologie bietet sie sowohl bei flüsterleisen als auch bei ohrenbetäubenden Lautstärken eine außergewöhnliche Klangtreue.

Die Endstufe besticht durch einige handfeste Merkmale:

  • Massive Bauweise: Die S/300 bringt stolze 25 Kilogramm auf die Waage. Das Gehäuse ist industriell-robust, fast schon unzerstörbar und sorgt für eine extrem effiziente Wärmeableitung.
  • Diskrete Schaltung: Hier gibt es keine ICs von der Stange; alle Komponenten sind diskret aufgebaut, was der Signalreinheit massiv zugutekommt.
  • Stasis-Technologie: Diese innovative Schaltung sorgt für minimale Verzerrungen und eine klangliche Transparenz, die man gehört haben muss.

Persönliche Erfahrungen mit der S/300

Diese wunderbare Endstufe hatte ich vor einigen Jahren gebraucht und in voll funktionsfähigem Zustand erworben. Wenn ich ehrlich bin: Optisch ist sie nicht wirklich mein Fall. Die Proportionen haben mich einfach nie angesprochen – das Teil ist breiter als tief, und das gefällt mir optisch überhaupt nicht. Aber am Ende des Tages zählen die klanglichen Qualitäten eben mehr als das Aussehen.

Und das gilt natürlich besonders dann, wenn man keine „bessere Hälfte“ zu Hause hat, die in bester Drachenmanier alles verbieten will, was dem Mann Freude bereitet. Ja, ich hatte mal so einen Drachen zu Hause sitzen, der sich sogar eingemischt hat, was ich in meinen eigenen Einkaufswagen legen darf! Zum Glück habe ich diesen bösen Menschen seit über neun Jahren nicht mehr in meinem Leben. Möge sie jetzt jemand anderem auf den Zeiger gehen.

Fairerweise muss man aber sagen: Es gibt kaum Frauen, die sich für HiFi so begeistern können wie wir Männer. Man muss also kein Drache sein, um eine gewisse Ablehnung gegenüber diesen „hässlichen Kisten“ zu entwickeln.

Klangliche Qualitäten und handfeste Schwachstellen

Kommen wir zurück zur Threshold. Klanglich ist das eine absolut fantastische Maschine, die eigentlich keine Wünsche offenlässt. Wenn die Lautsprecher passen, zeigt sie eine detailreiche Tiefe und eine wunderbar angenehme Spielweise. An Druck mangelt es hier definitiv nicht – genau das, was eine gute Endstufe liefern muss.

Aber so gut sie klanglich auch ist, sie hat Eigenschaften, die mir den Spaß ordentlich verdorben haben. Ich konnte das Teil nicht einschalten, ohne dass es mir regelmäßig die Haussicherung um die Ohren gehauen hat. Zudem fehlt der Kiste eine vernünftige Schutzschaltung, was die tägliche Nutzung echt erschwert. Da ich zu der Zeit auch echte Dickschiffe wie die Burmester 828 MK II und die Mark Levinson 436 Monos im Hörraum stehen hatte, musste die kleine Threshold leider abstinken.

Besonders weh tat es mir allerdings, dass durch eine dubiose Fake-Reparatur einer Burmester 877 Vorstufe die Threshold S/300 auf dem linken Kanal komplett zerstört wurde. Wer die ganze bittere Geschichte dazu erfahren will, klicke hier.


Fazit: Ein Klassiker mit Ecken und Kanten

Die Threshold S/300 ist ohne jeden Zweifel ein beeindruckendes Stück HiFi-Geschichte. Klanglich bietet sie eine Performance, die vor allem mit den passenden Lautsprechern ihre Muskeln spielen lässt. Die innovative Stasis-Technologie macht sie zu einem echten Klassiker. Aber: Man muss mit der speziellen Optik klarkommen, und die fehlende Schutzschaltung sowie der brutale Einschaltstrom sind Nachteile, die man auf dem Schirm haben sollte. Für Liebhaber historischer Verstärker-Baukunst bleibt sie dennoch ein faszinierendes Gerät.


Technische Daten: Threshold S/300

Kategorie Wert / Spezifikation
Ausgangsleistung 150 Watt pro Kanal an 8 Ohm
Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz (+0/-0,1 dB)
Signal-Rausch-Abstand > 110 dB
Klirrfaktor (THD) < 0,1 %
Eingangsimpedanz 75 kOhm
Schaltungstechnik Stasis-Technologie (Optical Bias)
Abmessungen (BHT) 48,3 cm x 17,8 cm x 38,1 cm
Gewicht ca. 25 kg

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