Marantz 6270Q
Marantz 6270Q Vintage Plattenspieler Erfahrungsbericht / Test: Ein klanglicher Wolf im Plastikpelz?
Der Plattenspieler 6270Q: Eine kritische Bestandsaufnahme
Plastik, wohin das Auge blickt und die Finger greifen! Ich muss ehrlich sein: Die Materialwahl beim Marantz 6270Q hat bei mir zunächst alles andere als einen positiven ersten Eindruck hinterlassen. Wenn man die massiven Metall-Boliden der Marantz-Verstärkerserien gewohnt ist, wirkt dieser Dreher im direkten Vergleich fast wie ein Fremdkörper. Trotz dieser massiven Vorurteile wurde ich jedoch von verschiedenen Analog-Enthusiasten und nicht zuletzt vom Klang des Geräts selbst eines Besseren belehrt. Es scheint, als verbünde sich hinter der eher fragwürdigen Fassade ein klanglicher „Wolf“. Doch für mich ist das ein zweischneidiges Schwert: Schließlich hört das Auge mit, und die Haptik spielt bei einem mechanischen Gerät wie einem Plattenspieler eine entscheidende Rolle.
Persönliche Meinung zur Qualität und Haptik
Aus meiner ganz subjektiven Sicht kommt dieser Plattenspieler als dauerhafter Spielpartner kaum in Frage. Alles an diesem Gerät wirkt auf mich seltsam zerbrechlich und, man muss es so deutlich sagen, fast schon billig. Es fällt mir schwer, dafür die richtigen Worte zu finden, ohne Liebhaber des Modells vor den Kopf zu stoßen. In den Tiefen des Internets gibt es zwar einige Analog-Spezialisten, die felsenfest behaupten, die klangliche Qualität des 6270Q sei heute erst in der Preisklasse ab 1.000 Euro wirklich zu schlagen. Das mag technisch und klanglich sogar stimmen, aber für mein hart verdientes Geld würde ich dann doch lieber zu einem Dual 750 CS oder einem vergleichbaren Klassiker greifen, der sich einfach wertiger anfühlt.
Abschließende Gedanken: Einheitsbrei oder seltener Exot?
Bitte versteht mich nicht falsch – ich möchte hier niemandem seinen geliebten Dreher madig machen. Aber für mich persönlich ist der 6270Q leider ein Vertreter jenes „Einheitsbreis“, der in der Spätphase der analogen Ära den Markt überschwemmte. Viele dieser Plastik-Spieler aus dieser Zeit wirken austauschbar und lassen die Liebe zum Detail vermissen, die Marantz in anderen Produktgruppen so groß gemacht hat. Ein positiver Aspekt lässt sich dem 6270Q jedoch beim besten Willen nicht absprechen: Er ist inzwischen verdammt selten geworden. Wer also eine komplette Marantz-Kette aus dieser Ära im Rack stehen hat, wird allein aus Gründen der optischen Vollständigkeit kaum an ihm vorbeikommen. Ob man damit dann auch glücklich wird, muss jeder für sich selbst entscheiden. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Marantz 6270Q
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Antriebsart | Direktantrieb (Quartz-gesteuert) |
| Bedienung | Automatik-Funktion | Halbautomat (Auto-Return / Abschaltung) |
| Audio | Gleichlaufschwankungen | sehr gering (Quartz-Präzision) |
| Tonarm | Bauweise | S-förmiger statisch balancierter Rohrtonarm |
| Gehäuse | Material / Farbe | Kunststoff-Chassis / Silber-Finish |
| Maße | Gewicht / Größe | ca. 7-8 kg / Standard-Hifi-Maß |
| Historie | Baujahre / Neupreis | 1978 – 1980 / ca. 798 DM |
| Herkunft | Herstellungsland | Made in Japan |