Marantz 29
Marantz 29 Receiver Erfahrungsbericht / Test: Seltener Sammler-Exot oder klangliche Enttäuschung?
Einleitung: Ein Phantom der Marantz-Geschichte
In der weitläufigen Historie der Marke Marantz gibt es Geräte, die fast wie Geister erscheinen. Irgendwann erzählte mir mal jemand hinter vorgehaltener Hand, dass es vom Marantz 29 angeblich zwei verschiedene Versionen gegeben haben soll: Eine, die noch in den USA gefertigt wurde, und eine spätere, die aus japanischer Produktion stammt. Ob diese Legende tatsächlich der Wahrheit entspricht, kann ich an dieser Stelle weder bestätigen noch dementieren – ehrlich gesagt habe ich mich auch nicht tiefergehend mit dieser Detektivarbeit beschäftigt. Auf der Rückseite meines Testgerätes prangte jedenfalls ganz deutlich der Schriftzug „Japan“, was zumindest für dieses Exemplar die Herkunft klärt.
Klangliche Eindrücke: Wenn der Sound im Sumpf versinkt
Viel Positives kann ich über diesen kleinen Marantz-Receiver leider nicht berichten, wenn es um das Wichtigste geht – die Musikwiedergabe. In meinen Ohren ist der Klang extrem „gesoundet“, aber leider nicht auf die angenehme Art, wie man sie von den großen Klassikern der Marke kennt. Es hört sich für mich schlichtweg unglaublich schwammig an. Es fehlt an Präzision, an Kontur und an jener Klarheit, die das Musikhören eigentlich erst zum Genuss macht. Dem Marantz 29 konnte ich klanglich wahrlich nicht viel abgewinnen; er ist für mich definitiv kein Objekt der Begierde, das ich mir freiwillig für stundenlange Hörsessions ins Regal stellen würde.
Dennoch gibt es einen Punkt, der das Gerät für eine bestimmte Gruppe interessant macht: die Seltenheit. Für eingefleischte Marantz-Sammler, denen es primär um die Vollständigkeit ihrer Kollektion geht, könnte der 29er durchaus von Interesse sein. Er trägt den magischen Markennamen und taucht nicht an jeder Straßenecke auf.
Verarbeitung und Radioempfang: Solider Standard
Was die Verarbeitungsqualität angeht, gibt es hingegen kaum Grund zur Klage. Das Gerät ist solide zusammengebaut und entspricht in etwa dem Niveau, das man von einem typischen Consumer-Gerät dieser Ära erwarten darf. Es fühlt sich nicht billig an, versprüht aber auch nicht den massiven Luxus der großen Boliden. Auch der integrierte Tuner macht seine Arbeit ordentlich. Der Radioempfang ist durchaus brauchbar und reicht für den täglichen Gebrauch absolut aus. Aber auch hier gilt: Im direkten Vergleich zu einem Empfangsspezialisten wie dem Sony 7055A Receiver zieht der kleine Marantz den Kürzeren. Der Sony spielt hier einfach in einer anderen Liga, was Trennschärfe und Ruhe im Signal angeht.
Fazit: Ein Fall für die Vitrine
Zusammenfassend möchte ich über diesen Receiver eigentlich gar nicht mehr Worte verlieren, als unbedingt nötig. Wie bereits erwähnt, ist der Marantz 29 ein Gerät, das seinen Platz wohl eher in einer gut sortierten Sammlung findet als in einer aktiven HiFi-Kette. Wer seine Geräte tatsächlich auch zum intensiven Musikhören nutzt, findet auf dem Gebrauchtmarkt in der Regel für deutlich weniger Geld wesentlich bessere Alternativen. Manchmal reicht ein großer Name auf der Frontplatte eben doch nicht aus, um ein klangliches Feuerwerk abzufackeln. In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Marantz 29
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Stereo-Receiver (Analog) |
| Audio | Klangcharakter | Stark gesoundet, tendenziell schwammig |
| Tuner | Empfang | UKW / MW (Standard Consumer-Niveau) |
| Bauweise | Qualitätsstufe | Typisches Consumer-Gerät |
| Herkunft | Produktionsland | Japan (entsprechend Rückseiten-Beschriftung) |
| Besonderheit | Status | Relativ seltenes Modell, primär für Sammler relevant |
| Gehäuse | Optik | Klassisches Marantz-Design der Epoche |
| Leistung | Info | Keine gesicherten Werksdaten vorhanden |