Mcintosh MC 452
McIntosh MC 452 High End Endstufe Erfahrungsbericht / Test: Ein blau leuchtendes Kraftwerk der Superlative
Geräte aus dem Hause McIntosh sind einfach wunderschöne Exemplare ihrer Gattung. Ob Mann oder Frau – man kann sich an diesem Anblick kaum sattsehen. Zumindest geht es mir so, jedes Mal aufs Neue. Doch trotz aller Liebe zum Design frage mich immer wieder kritisch: Warum müssen eigentlich auch die Vorstufen unbedingt diese großen VU-Meter haben, wenn die Endstufe das Feld doch schon optisch dominiert? Oder besser gefragt: Warum werden heute immer noch – auch wenn es super schön aussieht – ausschließlich analoge VUs mit Nadeln eingesetzt?
Man könnte doch bei einer modernen Vorstufe ein hochauflösendes LED- oder OLED-Display einbauen, das verschiedene Modi zulässt, moderne Cover-Arts anzeigt oder eben ganz abgeschaltet werden kann. Und ja, Displays kosten heute wahrlich nicht mehr die Welt! Bitte versteht mich nicht falsch: Die passende C52 Vorstufe kenne ich gut, und sie spielt wirklich phänomenal, aber ich frage mich, warum man nicht noch konsequenter mit der Zeit geht.
Brachiale Gewalt: 450 Watt und 60 Kilo Lebendgewicht
Eine Endstufe braucht diesen modischen Schnickschnack selbstverständlich nicht; dort reichen die klassischen, großen blauen VUs völlig aus, um das Herz höher schlagen zu lassen. So auch bei der MC 452. Sie kommt nicht nur im typischen, unverkennbaren McIntosh-Look daher, sondern demonstriert mit ihrer schieren Massivität, dass es wohl kaum einen Lautsprecher auf diesem Planeten gibt, der sie ernsthaft zum Schwitzen bringen könnte.
Wir reden hier von satten 450 Watt Sinusleistung pro Kanal und einem Nettogewicht von knapp 60 Kilo. Diese Eckdaten haben natürlich ihren Preis: Knappe 13.000 Euro sollte man damals auf den Tisch blättern, um in den Genuss dieses Boliden zu kommen. Und damit ist es ja meist nicht getan. Es kommen möglicherweise noch knappe 10.000 Euro für die passende Vorstufe dazu, ebenso wie Unsummen für adäquate Lautsprecher, Player und Kabel. Autsch! Für mich persönlich sind das Regionen, in denen ich mich tatsächlich frage, ob ein Audi RS6 in der Garage nicht eventuell die bessere Wahl wäre. Aber wer sich so eine Anlage ins Wohnzimmer tragen lässt, hat sicherlich auch den passenden Fuhrpark vor der Tür stehen. Sei’s euch gegönnt!
Der Hörtest: Spielfreude ohne Grenzen
Ich hatte das Vergnügen, die MC 452 zusammen mit der C52 und einem Paar Wilson Audio Sabrina (die auch nochmal mit knapp 20.000 Euro zu Buche schlagen) bei einem Bekannten ausführlich zu hören. Was diese Kombination an Musik in den Raum zaubert, ist wirklich „erste Sahne“. Die Kette spielt so unendlich spielfreudig, kontrolliert und sauber auf – selbst nach vier Stunden Dauerhören war aus meinem Gesicht ein tiefes, zufriedenes Lächeln zu entnehmen.
Glaubt mir, das will bei mir schon was heißen! Aber trotzdem: In meinem stillen Kämmerlein halte ich mit meiner Kombination aus NAD S200, S100 und der Dynaudio Finale tapfer dagegen. Oder bilde ich mir den klanglichen Abstand nur ein, um mein Portemonnaie zu beruhigen? In diesem Sinne…
Gesamttabelle – McIntosh MC 452
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Bauart | Stereo Endstufe (Quad Balanced Entwurf) |
| Leistung | Ausgangsleistung | 2 x 450 Watt (an 2, 4 oder 8 Ohm) |
| Technik | Besonderheiten | Ausgangsübertrager (Autoformer), ThermalTrack™-Transistoren |
| Stromfähigkeit | Max. Ausgangsstrom | 75 A | Energiespeicherung > 200 Joule |
| Sicherheit | Schutzschaltungen | Power Guard (Clip-Schutz), Thermischer Schutz |
| Maße | Gewicht / Chassis | ca. 52,2 kg (Netto) / Rostfreier Stahl |
| Anschlüsse | Eingänge | Symmetrisch (XLR) & Unsymmetrisch (Cinch) |
| Optik | Anzeigen | Große blau beleuchtete Leistungs-Messeinheiten (VUs) |