Lars Danielsson Liberetto
Lars Danielsson – Liberetto Hörbericht:
Besetzung und Produktionsdetails
- Lars Danielsson: Bass, Cello, Wurlitzer Piano
- Tigran Hamasyan: Klavier, Gesang
- John Parricelli: Gitarre
- Arve Henriksen: Trompete
- Magnus Öström: Schlagzeug & Percussion
- Produktion: Lars Danielsson / Executive Producer: Siggi Loch
- Aufnahme: Juni 2011, Tia Dia Studios, Schweden
- Tontechnik: Bo Savik
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Das Album Liberetto ist ein Meilenstein für den schwedischen Bassisten Lars Danielsson. Es markiert den Übergang von seinen bisherigen Erfolgen wie Tarantella hin zu einer neuen, kammermusikalischen Dimension im Jazz. Die wichtigste Neuerung: Die musikalische Partnerschaft mit dem armenischen Pianisten Tigran Hamasyan, der eine völlig neue Farbigkeit und Dynamik in Danielssons Welt bringt.
Musikalische Intensität und neue Partnerschaften
Auf Liberetto bleibt Danielsson seiner melancholischen, nordischen Handschrift treu, doch die Arrangements sind dichter und interaktiver geworden. Ein besonderer Coup ist die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen e.s.t.-Schlagzeuger Magnus Öström. Sein präzises, oft hypnotisches Spiel verleiht dem Album eine rhythmische Tiefe, die perfekt mit Danielssons warmem Bass-Ton harmoniert.
Der Begriff „Liberetto“ ist eine Wortschöpfung Danielssons. Er spielt auf das klassische „Libretto“ an, betont aber durch die Vorsilbe „Liber“ die Freiheit und Offenheit der Improvisation. Es ist Musik, die atmet und den Raum zwischen den Noten zelebriert – ein Fest für jede hochwertige HiFi-Kette.
Klangfarben: Skandinavische Weite trifft armenische Wurzeln
Besonders hervorzuheben ist der Gastauftritt von Arve Henriksen. Sein lyrisches, fast flötenähnliches Trompetenspiel setzt Akzente, die tief in der skandinavischen Natur verwurzelt scheinen. Im Kontrast dazu stehen die komplexen, oft folkloristisch angehauchten Piano-Läufe von Tigran Hamasyan, die dem Album eine weltmännische, moderne Note verleihen.
Tracklist & Klang-Analyse:
- Yerevan (5:18) – Getragen von armenischer Sehnsucht, ein atmosphärischer Türöffner.
- Liberetto (5:35) – Der Titelsong. Kammermusikalischer Jazz in Perfektion.
- Day One (4:44) – Treibender Bass und lebhafter Dialog zwischen Tigran und Lars.
- Orange Market (4:48) – Verspielt und hell, John Parricellis Gitarre glänzt hier besonders.
- Hymnen (5:25) – Feierlich und andächtig, dominiert von Arve Henriksens Trompete.
- Låt (4:05) – Schwedisch für „Lied“. Schlichte Schönheit, volksliedhaft umgesetzt.
- Hov arek sarer djan (4:36) – Tiefe armenische Wehmut am Klavier.
- Party On The Planet (5:30) – Magnus Öström liefert hier einen packenden Groove.
- Tystnaden (5:10) – „Die Stille“. Minimalismus, der die Raumakustik testet.
- Ahdes Theme (4:50) – Nostalgisch und zart, ein emotionales Highlight.
- Driven To Daylight (6:12) – Dynamische Steigerung bis zum musikalischen Höhepunkt.
- Blå Ängar (4:40) – „Blaue Wiesen“. Ein entspannter, weiter Ausklang.
Fazit: Ein Referenz-Album für Feingeister
Lars Danielsson hat mit Liberetto ein Werk geschaffen, das sowohl anspruchsvolle Jazz-Kenner als auch Fans von audiophilen Klanglandschaften begeistert. Die Produktion in den schwedischen Tia Dia Studios ist über jeden Zweifel erhaben: Plastisch, dynamisch und mit einer enormen klanglichen Integrität. Ein Muss für jeden, der wissen will, wie viel „Luft“ und „Raum“ eine gute Aufnahme abbilden kann.
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Wäre es für dich interessant, wenn ich noch einen Vergleich der gesamten Liberetto-Trilogie erstelle? Danielsson hat das Konzept in den Folgealben (II und III) konsequent weiterentwickelt und die klangliche Reise noch vertieft.