Manu Katché Manu Katché
Manu Katché: Manu Katché Hörbericht:
Besetzung und Produktionsdetails
- Manu Katché: Schlagzeug (der Motor des Albums)
- Nils Petter Molvær: Trompete, Loops
- Tore Brunborg: Tenor- & Sopransaxophon
- Jim Watson: Klavier, Hammond B3 Orgel
- Aufnahme: März 2012, Studios La Buissonne, Südfrankreich
- Label: ECM Records (Manfred Eicher)
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Wenn ein Schlagzeuger ein Album nach sich selbst benennt, ist das oft eine Ansage. Im Falle von Manu Katché und seinem 2012er ECM-Release ist es die Bestätigung einer musikalischen Identität, die ihresgleichen sucht. Katché, bekannt für seinen federnden, fast schon afrikanisch inspirierten Groove, liefert hier ein Werk ab, das Jazz, Weltmusik und atmosphärische Klangkunst perfekt verschmilzt.
Klangqualität & ECM-Ästhetik: Die Magie des Raums
Wer ECM hört, weiß, was ihn erwartet: Transparenz, Tiefe und ein messerscharfer Fokus. Produzenten-Legende Manfred Eicher hat die Band in den südfranzösischen Studios La Buissonne perfekt in Szene gesetzt. Die Aufnahme atmet. Katchés Schlagzeugspiel steht physisch im Raum, während sich die Bläser wie Geister um ihn herum bewegen.
Besonders die Hammond B3 von Jim Watson gibt dem sonst oft kühlen ECM-Sound eine erdige, warme Note. Die Trennung der Instrumente ist absolut referenzwürdig – ein Test-Album für jeden, der wissen will, wie gut seine Lautsprecher die Raumtiefe wirklich abbilden können.
Die Besetzung: Nordische Kühle trifft gallisches Feuer
Katché hat sich eine Truppe zusammengestellt, die blind harmoniert. Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvær bringt seine charakteristischen, verhallten Melodien ein, die perfekt mit dem Saxophon von Tore Brunborg korrespondieren. Es ist ein ständiger Dialog zwischen den Bläsern, unterlegt von Katchés unnachahmlichem „Bounce“ – kraftvoll, aber niemals aufdringlich.
Tracklist & Highlights:
- Running After Years (5:12) – Ein fließender Groove, der das Gefühl von Aufbruch vermittelt.
- Bliss (4:48) – Träumerisch und atmosphärisch, typisch Nils Petter Molvær.
- Loving You (6:01) – Intim und romantisch, mit einer wunderbaren Wärme in den Harmonien.
- Waking by Your Side (5:26) – Ein entspanntes Stück, das wie ein ruhiger Morgen klingt.
- Imprint (4:37) – Markante Rhythmen, die sofort hängen bleiben.
- Short Ride (3:32) – Ein kurzer, energischer Ritt durch Katchés rhythmisches Repertoire.
- Beats & Bounce (5:10) – Hier ist der Name Programm. Ein Track zum Mitwippen!
- Slowing the Tides (5:54) – Meditativ und ruhig, wie die Gezeiten des Ozeans.
- Loose (4:20) – Lässiger Groove trifft auf unbeschwerte Melodien.
- Dusk on Carnon (6:35) – Der perfekte Ausklang, der die blaue Stunde musikalisch einfängt.
Fazit: Ein Schlagzeuger-Album ohne Selbstdarstellung
Das Faszinierende an diesem Album ist, dass Manu Katché zwar der Chef ist, sich aber nie in den Vordergrund drängt. Er ist der Architekt des Rhythmus, der den anderen Musikern den Raum baut, in dem sie glänzen können. Für mich ist dieses Album ein Paradebeispiel für modernen Jazz, der zugänglich bleibt, ohne seine musikalische Tiefe zu opfern.
Klanglich ist es ein Fest für jeden Audiophilen. Die Präzision der Beckenanschläge und die hölzerne Resonanz der Hammond-Orgel machen es zu einer erstklassigen Vorführplatte. Ein zeitloser Beitrag zur zeitgenössischen Szene.
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Wäre es für dich interessant, wenn ich noch einen Vergleich zu Katchés früherem ECM-Werk „Neighbourhood“ erstelle? Dort ist die Besetzung mit Jan Garbarek noch prominenter, was zu einem ganz anderen klanglichen Ergebnis führt.