Luxman L10

Luxman L10

Luxman L-10 Erfahrungsbericht:

Overall Rating: ★★★★★ (5/5)

Nein, das ist keine Herdplatte und man kann keine Spiegeleier drauf braten! Viel mehr ist die L-10 ein Designwunder denn was die Luxman- Ingenieure hier in den späten der 70er auf die Beine gestellt haben ist schlicht und ergreifend fantastisch!  Noch nie zuvor habe ich ein Vollverstärker gesehen, mit diesen Abmassen welcher so voll gepackt mit feinsten Bauteilen bestückt war und ist! Aber bitte sieht selbst:

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Das sieht doch mal scharf aus, oder? Zwei große Ringkerntrafos und vier fette Netzteilelkos zeigen nicht nur den konsequenten Doppel-Mono-Aufbau, sondern stellen eindrucksvoll die Leistung zur Schau. Die Endstufen wurden außen angeordnet und durch ein wunderschönes Lochblech geschützt. Die L-10 ist ein DC-Verstärker und soll laut Luxman genauso rausch- und verzerrungsfrei wie ein Class-A-Verstärker spielen – allerdings ohne dessen Nachteile wie Wärmeentwicklung und hohen Stromverbrauch. Diese Aussage kann ich nur bestätigen, denn ein klanglicher Unterschied zu meinem Luxman L-530 ist kaum wahrnehmbar. Allerdings muss ich gestehen, dass sich die L-10 noch wesentlich natürlicher anhört. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier irgendetwas künstlich klingt oder „gesoundet“ wurde.

Als perfekte Spielpartner erwiesen sich bassstarke Lautsprecher wie die Pioneer HPM 100, Onkyo SC 901 und vergleichbare Modelle. Der Hochtonbereich ist sehr klar und kräftig, aber niemals anstrengend. Auch die Mitten sind hervorragend abgestimmt. Der Bassbereich ist kraftvoll und geht sehr tief, allerdings würde ich die L-10 mit kleineren Lautsprechern nur bedingt empfehlen. Mit meinen MBL 311 ist die Klangqualität exzellent, aber der richtige Spaß kommt erst auf, wenn größere Lautsprecher eingesetzt werden. Das ist jedoch sicherlich Geschmackssache.

Betrachtet man die L-10 aus heutiger High-End-Perspektive, gibt es wohl kaum Vergleichbares – vor allem nicht in diesen kompakten Abmessungen! Man merkt, dass Luxman mit der L-10 klanglich seiner Zeit weit voraus war. Heute werden genau diese klanglichen Eigenschaften von Fachzeitschriften oft mit 105 bis 110 Punkten bewertet, also in der Referenzklasse!

Ein äußerst empfehlenswerter Verstärker, der eigentlich nur noch vom hauseigenen L-11 übertroffen wird.

Technische Daten: 

Modell: L-10
Modellreihe: Laboratory Standard Serie
Typ: Realtime Processed DC-Vollverstärker
Baujahre: 1976 – 1982
Hergestellt in: Japan
Farbe: Alufront, Gehäuse Graumetallic
Fernbedienung:
Leistungsaufnahme: 230 Watt
Abmessungen: 438 x 78 x 363 mm (BxHxT)
Gewicht: 10,5 kg
Neupreis ca.: 2.300 DM

Leistung:

  • Dauerleistung (bei Klirrfaktor): 8 Ohm: 2x 55 W (RMS, 20Hz – 20Khz)  / 4 Ohm: 2x 75 W (DIN)

Technische Daten:

  • Gesamtklirrfaktor: 0,015 %
  • Dämpfungsfaktor: 80 bei 8 Ohm
  • Frequenzgang: Phono: 20 Hz – 20 kHz, ± 0,2 dB / High Level: 0 Hz – 100 kHz, -1 dB
  • Klirrfaktor: < 0,005 %
  • Signalrauschabstand Phono: > 90 dB / High Level: > 100 dB
  • Stereokanaltrennung: Phono: > 85 dB / High Level: 85 dB

Klangregelung (Linear Equalizer):

  • Bass: + 2 dB, – 2,5 dB Eckfrequenzen: 50 Hz, 200 Hz, 700 Hz
  • Höhen: + 2 dB, – 2,5 dB Eckfrequenzen: 700 Hz, 3 kHz, 10 kHz

Filter:

  • Low Filter (Subsonic): 10 Hz / 20 Hz