Schaltnetzteil oder normales Netzteil?

Schaltnetzteil oder normales Netzteil?

Schaltnetzteil vs. Linearnetzteil: Wer liefert den saubersten Strom?

In der HiFi-Welt ist Strom die wichtigste Zutat. Man könnte sagen: Der Verstärker „moduliert“ eigentlich nur den Strom aus der Steckdose in ein Musiksignal. Die Frage, ob ein klassisches Linearnetzteil mit dickem Trafo oder ein modernes Schaltnetzteil (SMPS) die bessere Wahl ist, spaltet die Lager fast so sehr wie die Frage nach dem richtigen Kabel. Hier ist der Check für alle, die wissen wollen, was hinter der Kaltgerätebuchse passiert.


Das klassische Linearnetzteil: Eisen, Kupfer und Gewicht

Das konventionelle Netzteil ist die „alte Schule“. Ein massiver Transformator regelt die 230 V Netzspannung herunter, danach folgen Gleichrichter und dicke Siebelkos (Kondensatoren), um den Strom zu glätten.

Der Mackern-Check: Audiophile lieben diese Dinger. Warum? Weil sie technisch simpel sind und kaum hochfrequente Störungen produzieren. Sie liefern eine stoische Ruhe im Klangbild.
Aber: Sie sind ineffizient (viel Abwärme), schwer und nehmen im Rack ordentlich Platz weg. Zudem können sie mechanisch brummen, wenn der Trafo nicht perfekt vergossen ist.


Das Schaltnetzteil (SMPS): Effizienz im Hochfrequenzbereich

Schaltnetzteile zerhacken die Spannung mit extrem hoher Frequenz. Das erlaubt den Einsatz von viel kleineren Transformatoren und macht die Geräte federleicht.

Der Mackern-Check: Mit Wirkungsgraden von über 90 % sind sie die Öko-Krieger unter den Netzteilen. Sie werden kaum warm und reagieren extrem schnell auf Lastwechsel.
Die Schattenseite: Das „Schalten“ erzeugt Hochfrequenz-Müll (Rauschen). Wenn das Gehäuse nicht perfekt geschirmt und der Ausgang nicht aufwendig gefiltert ist, kann das den Hochtonbereich „stressig“ oder hart klingen lassen.


Das Zusammenspiel mit der Verstärkerklasse

Nicht jedes Netzteil passt zu jedem Verstärker. Hier entscheidet die Synergie:

  • Class A: Ein Stromfresser vor dem Herrn. Hier ist das klassische Netzteil fast Pflicht, um die permanent hohe Last stabil zu bedienen.
  • Class AB: Der Allrounder. Funktioniert mit beiden Konzepten, wobei High-End-Boliden hier meist auf dicke Ringkerntrafos setzen.
  • Class D: Die perfekte Hochzeit. Da Class D selbst eine Schalttechnologie ist, harmonieren Schaltnetzteile hier hervorragend. Die kompakte Bauweise ermöglicht enorme Leistungen auf kleinstem Raum.

Direktvergleich: Die Vor- und Nachteile

Merkmal Linearnetzteil (Konventionell) Schaltnetzteil (SMPS)
Baugröße / Gewicht Groß und schwer Kompakt und leicht
Wirkungsgrad Niedrig (~60-70%) Sehr hoch (>90%)
Störstrahlung Sehr gering Hoch (erfordert Filterung)
Klangliche Tendenz Stabil, ruhig, warm Dynamisch, schnell, teils analytisch

Fazit: Hat der Trafo ausgedient?

Ganz ehrlich? In der Vergangenheit haben mich Geräte mit Schaltnetzteilen im Hochtonbereich selten wirklich abgeholt – da fehlte oft die letzte Seidigkeit. Aber die Zeit bleibt nicht stehen. Moderne Implementierungen zeigen, was möglich ist. Ein prominentes Beispiel sind die NAD M32 und M33 aus der Masters-Serie. Diese Geräte nutzen Schalttechnologie so gekonnt, dass sie klanglich auf ganzer Linie überzeugen und die alten Vorurteile förmlich wegblasen.

Am Ende zählt das Gesamtergebnis. Ein konventionelles Netzteil ist kein Garant für guten Klang, wenn der Rest der Schaltung hinkt. Und ein Schaltnetzteil ist kein Teufelszeug mehr, sondern in den richtigen Händen ein Garant für brachiale Dynamik und Effizienz.

Dein Verstärker klingt flach oder Du hast ein leichtes Sirren in den Lautsprechern? Schau mal bei Aliexpress vorbei – dort gibt es oft hervorragende Netzfilter-Leisten oder hochwertige geschirmte Netzkabel, die gerade bei Schaltnetzteilen den Hochfrequenz-Müll effektiv draußen halten!


Wäre es für dich interessant, wenn ich noch einen Artikel zum Thema „DC-Filter“ erstelle? Das ist die Rettung für alle, deren dicke Ringkerntrafos wegen Gleichstromanteilen im Netz brummen wie ein Wespennest.