Sony TA F800ES
Sony TA-F800ES Vollverstärker Erfahrungsbericht / Test: Der schwergewichtige König der ES-Serie
Nun ist er endlich da: Der schwerste Sony-Vollverstärker, der jemals gebaut wurde. Mit seinen beeindruckenden 27,8 Kilo Lebendgewicht und einer absolut makellosen Verarbeitung ist er mein erklärter Lieblingsvollverstärker aus dem Hause Sony – er steht in meiner Gunst sogar noch vor dem legendären 808ES! Ob der 808ES optisch vielleicht ansprechender wirkt, mag jeder für sich selbst entscheiden; mir gefallen beide Modelle ausgesprochen gut. Die großen, massiven Regler und Schalter am 800ES sprechen mich haptisch mehr an, während der Deckel des 808ES einen noch hochwertigeren Eindruck hinterlässt. Ein kleiner praktischer Nachteil des älteren Bruders ist jedoch, dass er im Gegensatz zu den späteren Modellen nicht fernbedienbar ist.
Klangliche Gewalt und absolute Kontrolle
Klanglich steht der TA-F800ES voll und ganz in meiner Gunst. Er spielt spürbar kräftiger auf, hat deutlich mehr Punch im Bassbereich und kontrolliert fast alle meine Lautsprecher auf eine hervorragende Art und Weise. Laut der Fachzeitschrift Stereo ist der 800er auch für extrem schwierige Lautsprecher bestens geeignet. Bei einer gemessenen Dynamikleistung von 2x 560 Watt an 1 Ohm ist das sicherlich auch kein Wunder. Mit einem Paar Infinity Kappa 8 oder der Ecouton LQL 200 gibt es hier jedenfalls absolut keine Probleme.
Auch meine Heco Superior 830 Lautsprecher wirken an diesem Amp wie ausgewechselt. Wer die Hecos kennt, weiß, dass es zwar gute Lautsprecher sind, aber mit dem falschen Verstärker kommt dort einfach keine echte Bassfreude auf. Mit diesem schwergewichtigen Sony-Teil kommen die Hecos jedoch richtig in Schwung und entwickeln sich zu echten Spaßmachern. Es ist eigentlich völlig egal, welche Lautsprecher man dem dicken 800 gönnt – mit allem, was sich bei mir Lautsprecher nennt, macht es einfach großen Spaß, diesem Sony zuzuhören.
Innenleben: Ein Panzer mit Endstufencharakter
Wer den Deckel öffnet (oder Google zu Rate zieht), wird von zwei massiven Trafos und überdimensionierten Ladeelkos regelrecht erschlagen. Diese Elkos bringen zusammen eine Kapazität von sage und schreibe 66.000 µF auf die Waage! Solch eine Kapazität ist für einen herkömmlichen Vollverstärker alles andere als üblich und verleiht dem Gerät einen eindrucksvollen Endstufencharakter. Man merkt an jeder Stelle, dass Sony hier keine Kompromisse eingegangen ist.
Fazit: Ein unterschätztes Monument
Das hier ist ein erstklassiger Verstärker und für mich persönlich der beste Vollverstärker, der jemals das Haus Sony verlassen hat. Für den Preis, zu dem er aktuell noch gehandelt wird, ist er ein absolutes Schnäppchen. Er lehrt so manchem Accuphase, McIntosh oder vergleichbaren Modellen auch heute noch das Fürchten – wetten? In diesem Sinne…
Gesamttabelle – Sony TA-F800ES
| Kategorie | Merkmal | Daten / Beschreibung |
|---|---|---|
| Prinzip | Gerätetyp | Vollverstärker (High End ES-Serie) |
| Leistung (8 Ohm) | Ausgangsleistung | 2 x 120 Watt pro Kanal RMS |
| Dynamikleistung | Laststabilität (1 Ohm) | 2 x 560 Watt (kurzzeitig) |
| Audio-Werte | Frequenzgang / Klirr | 2 Hz – 100 kHz / 0,008 % THD |
| SNR (Rauschen) | Signal/Rauschabstand | 105 dB (Line), 87 dB (MM), 70 dB (MC) |
| Siebung | Ladekapazität | 66.000 µF (zwei Trafos) |
| Maße | Gewicht / Größe | 27,8 kg / 47,0 x 16,6 x 43,6 cm (BxHxT) |
| Besonderheit | Design / Jahr | Keine Fernbedienung, G-Chassis, Baujahr 1988 |
Einfach ein wunderbares Gerät!
Schon als der 800er bzw. der TA-F 830 ES oder auch die Kombo TA-E 80 ES plus TA-N 80 ES auf den Markt kamen waren sie meine Wunschkandidaten.
Wie würdest Du denn diese drei Gerätschaften gegeneinander sehen? Na ja, eigentlich kann man so richtig ja nur den 800er mit dem 830er vergleichen. Trügt mich mein Eindruck, oder ist der spätere TA-F 830 ES gegenüber dem TA-F 800 ES etwas schwächer auf der Brust?
Cheers
Manitou
Auch der Aufbau ist anders. Der 800er hat zwei Trafos. Ab dem 830 kam nur noch einer zum Einsatz. Für mich ist aufgrund der Verarbeitung der 800er der beste Vollverstärker von Sony. Klanglich aber etwas zu träge im Vergleich zum 80er Vor und End- Kombi.
Moin moin, möchte auch kurz berichten :)
Nach 20 Jahren Hifi Pause habe ich letztes Jahr wieder angefangen gemütlich Musik zu hören, ich muss dazu sagen dass ich hauptberuflich DJ bin und eigentlich 2-3 mal pro Woche 6-9 Stunden nonstop Musik höre, aber das ist eben etwas völlig anderes.
Also habe ich letztes Jahr erstmal eine kleine gebrauchte Anlage gekauft, und war sofort angefixt, es verging nahezu kein Monat in dem kein Upgrade durchgeführt wurde, die Geräte kamen und gingen, T+A, Dynaudio, Naim, Yamaha usw. Aber nie war ich 100% glücklich, irgendetwas fehlte.
Vor kurzem habe ich einen Kenwood KD 7010 erworben und war sofort verliebt, mit ihm kam plötzlich der Wunsch nach den alte SONY ES Geräten, auch angefixt durch die Sony Berichte auf MACKERN, aber hauptsächlich weil ich Anno 1989 als 15 Jähriger, nahezu täglich im Hifi Studio unseres Kaufhauses vor den ES Geräten stand und feuchte Hände bekommen habe. Bei dem Gedanken die Geräte nun endlich erwerben zu können sprang das Herz immer schneller.
Also habe ich meine Geräte T+A Pa 2000 MKII, Marantz CD17m, Marantz ST17 m, verkauft und mir ein paar wunderbare ES Geräte, TA-f 830, CDP 559 usw geholt. Meine Audio Physic Virgo V durften bleiben.
Ich hatte etwas Angst dass der 830er nicht ganz an den T+A PA 2000 rankommt, aber Ich muss sagen der Klang ist sagenhaft, der 830er spielt so unfassbar offen und kontrolliert das man feuchte Augen bekommt, der Amp passt perfekt zu den Virgo. Es ist einfach Wahnsinn wie gut diese Geräte auch nach 30 Jahren noch klingen, für einen vergleichbaren Klang und die Verarbeitung muss man heute bei Neugeräten ein vielfaches ausgeben. Ich bin absolut glücklich Verstand und Herz im Einklang :)
Danke an dieser Stelle für die tollen Berichte auf dieser Seite, die sind am Ende nicht ganz unschuldig an meinen Käufen :)